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Dolmetscher / Übersetzer – Ausbildung & Beruf

Man schätzt, dass es weltweit etwa 6000 bis 8000 Sprachen gibt. In Europa sind es immerhin 150, davon 23 anerkannte Amtssprachen. Als Dolmetscher bzw. Übersetzer baust du eine Brücke der Verständigung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen.

Was macht ein Dolmetscher / Übersetzer?

Der Dolmetscher / Übersetzer beherrscht mindestens 2 Sprachen auf einem sehr hohen Niveau. Die Ausgangssprache übersetzt er in die Zielsprache und umgekehrt. Das kann schriftlich oder mündlich geschehen. Der Übersetzer überträgt z.B. Betriebsanweisungen, Gutachten, Verträge oder literarische Werke in schriftlicher Form in eine andere Sprache. Häufig hat er mit Fachtexten aus den Bereichen Technik, Wirtschaft, Recht oder Medizin zu tun. Der Dolmetscher hingegen arbeitet mündlich.

Beim Simultan-Über­setzen, z.B. für TV-Shows, hört er das Gesprochene auf einem Kopfhörer. Seine Über­setzung spricht er fast zeit­gleich dazu in ein Mi­kro­fon. Beim Konsekutiv-Dolmetschen wartet der Dolmetscher bis der Redner einen ganzen Satz oder Abschnitt beendet hat und trägt ihn erst danach in der anderen Sprache vor. Diese Form ist z.B. bei inter­nationalen Konferenzen, bei Verhandlungen zwischen Geschäftspartnern oder vor Gericht üblich.

Art der Ausbildung

schulisch (Berufsfachschule/Fachakademien)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Die Prüfungen legst du vor einem staatlichen Prüfungsausschuss ab.

So läuft die Dolmetscher- und Übersetzerausbildung ab

Der Beruf Dolmetscher / Übersetzer könnte zu dir passen? Die Ausbildung dazu findet in Berufs­fach­schulen bzw. Fachakademien statt. Du wählst deine Fremdsprache(n) und dein(e) Fach­ge­biet(e) und beschäftigst dich in theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten sehr intensiv damit. Darüber hinaus vertiefst du deine Allgemeinbildung in Fächern wie Deutsch, Landes­kunde oder Text­­ver­arbeitung.

Die Prüfung am Ende deiner Übersetzerausbildung variiert je nach Bundesland. In der Regel setzt sie sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Bestehst du sie, bist du staatlich geprüfter Dolmetscher / Übersetzer, wobei die genaue Bezeichnung sich von Bundesland zu Bundesland un­ter­scheidet.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon: 

Das lernst du in der Ausbildung zum Dolmetscher / Übersetzer:

  • G wie Grammatik: Jede Sprache funktioniert anders und hat ihr ganz eigenes Regelwerk. Als Dolmetscher / Übersetzer musst du aber nicht mehr grübeln, die Grammatik deiner Fremdsprache(n) geht dir in Fleisch und Blut über.
  • I wie Idiomatik: Hiermit sind Redensarten, Wendungen, Sprichwörter und andere Sprach-Eigentümlichkeiten eines Landes oder einer Bevölkerungsgruppe gemeint. In deiner Ausbildung lernst du, diese zu deuten und sinngemäß zu übersetzen.
  • O wie Orthografie: … ist das schlaue Wort für „Rechtschreibung“. Und die kann manchmal tricky sein. Aber egal ob du schriftlich oder mündlich übersetzt, die Orthografie deiner Sprachen solltest du auf jeden Fall beherrschen.

Diese Ausbildung reicht dir noch nicht? Dann kannst du eine Weiter­bil­dung als Dolmetscher bzw. Über­­setzer anschließen. Mit der (Fach-)Hoch­schulreife in der Tasche ist auch ein Studium im Fach Dolmetschen, Übersetzen oder im Fach Fremdsprachendidaktik möglich.

Voraussetzungen für die Dolmetscher- und Übersetzerausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind. Dazu haben wir uns Stellenanzeigen unterschiedlicher Ausbildungsbetriebe angeschaut:

Wichtig sind gute Noten in:

Fremdsprachen
Deutsch
Wirtschaft

Die 3 wichtigsten Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Selbstorganisation
Durchhaltevermögen

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Sonn- und Feiertagsarbeit
Mehrtägige Dienstreisen

Selbstverständlich sind als Dolmetscher / Übersetzer vor allem gute Noten in den Fremdsprachen ge­fragt. Je höher dein Niveau in Englisch, Französisch und/oder anderen Sprachen, desto besser. Aber auch im Deutschen solltest du dich sehr sicher fühlen, dich gewandt ausdrücken und sprachliche Fein­hei­ten zum Ausdruck bringen können. Wer in Wirtschaft gut aufgepasst hat, kennt bereits einige Fach­­begriffe und versteht Zusammenhänge. Dies erleichtert und verkürzt die Vorbereitungszeit auf einen Auftrag in die­sem Fachbereich.

Sorgfältigkeit & Genauigkeit kennzeichnet deine Arbeitsweise? Sehr gut, denn z.B. bei behördlichen Pa­pieren ist feh­ler­freies und exaktes Übersetzen ein Muss. Auch die Selbstorganisation sollte zu die­nen Stärken gehören, da du Aufträge eigenverantwortlich planst, vorbereitest und durchführst. Eine große Portion Durchhaltevermögen ist z.B. beim Dolmetschen langer Verhandlungsgespräche not­wen­dig. Hier benötigst du geistige Ausdauer und eine hohe Konzentrationsfähigkeit.

Als Übersetzer arbeitest du häufig in Übersetzungsbüros oder bei Be­hörden und verbringst viel Zeit vor dem Computer. Der Dolmetscher ist häufig bei EU-Institutionen be­schäf­­tigt, man trifft ihn z.B. in Konferenz- und Tagungs­räumen oder in Messe­hallen an. Beim Simultan-Dolmetschen arbeitet er in schalldichten Dolmetscherkabinen. Das Arbeitsumfeld in beiden Berufen hängt sehr stark von der Art der Beschäftigung und vom einzelnen Auftrag ab.

Mit den Arbeitsbedingungen verhält es sich ähnlich. Die Arbeitszeiten des Übersetzers können re­la­tiv geregelt ausfallen. Als Selbstständiger teilt man sich die Zeit frei ein. Der Dol­metscher verreist schon mal über mehrere Tage, um z.B. an Konferenzen im Ausland teilzunehmen. Auch Wochen­end­arbeit ist nicht ungewöhnlich.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Dolmetscher bei der Arbeit" © aerogondo / Fotolia