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Fliesen-, Platten- und Mosaikleger – Ausbildung & Beruf

Schon Kleopatra und die alten Römer badeten in gefliesten Bädern. Der folgende Beruf ist dafür zuständig, dass auch unsere Bäder daheim zu kleinen Wohlfühl-Oasen werden. Daneben werden Fliesen aber auch immer mehr in Wohnräumen eingesetzt, denn sie sind leicht zu pflegen und durch neue Designs eine schicke Alternative zu Laminat und Co.

Was macht ein Fliesenleger?

Die Fliesenleger-Ausbildung ist sehr vielseitig. Du verkleidest Böden, Wände und Fassaden mit den unterschiedlichsten Belägen, wie Glas, Keramik, Natur- oder Kunststein.

Im Arbeitsalltag erledigen Fliesenleger zunächst vorbereitende Aufgaben. Sie beraten Kunden bei der Wahl des Materials und skizzieren den sogenannten Verlegeplan, welcher die genaue Anordnung der Fliesen, Platten oder Mosaike festlegt. Auch die Randabschlüsse werden im Vorhinein nach Plan zurechtgeschnitten, sodass sich das zu verlegende Material beim Verlegen exakt ineinander fügt. Nachdem Dämmstoffe für Wärme-, Schall- und Brandschutz angebracht wurden, kann darüber das Mörtelbett, eine dicke oder dünne Mörtelschicht, aufgestrichen werden. Sobald das Mörtelbett trocken ist, tragen die Fliesenleger einen Spezialkleber auf und beginnen damit, die Fliesen, Platten oder Mosaike zu verlegen. Hierbei müssen sie den Verlegeplan bis in kleinste Detail berücksichtigen und auf festgelegte Richtpunkte auf den Wänden oder Fußböden achten. Sind alle Einzelteile verlegt, beginnen die Fliesenleger damit, die Fläche zu verfugen. Hierbei stehen ihnen verschiedene Materialien, wie dauerelastisches oder dauerplastisches Fugenmaterial, zur Verfügung, welches sie je nach Auftrag und äußeren Umständen auswählen. Bei anspruchsvollen Bauteilen wie Säulen, Bögen oder runden Flächen ist es wichtig, dass die Fliesenleger beim Verlegen auch auf die Gestaltung achten, da es hier schwieriger ist einen konkreten Plan zu entwerfen und dieser sich vom Endergebnis unterscheiden kann. Sind alle Aufgaben abgeschlossen, wird noch einmal alles überprüft und anschließend die Leistung berechnet.

Im Berufsbild Fliesenleger können aber ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die Ausbildungsverordnung in der Bauwirtschaft.

Nach deiner Fliesenleger-Ausbildung bist du vor allem im Ausbaugewerbe tätig. Du hast aber auch die Möglichkeit im Tief- oder im Fassadenbau arbeiten.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK oder HWK

So läuft die Fliesenleger-Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann stellst du dir bestimmt die Frage: Wie werde ich Fliesen-, Platten- und Mosaikleger? In deiner Ausbildung zum Fliesenleger bist du abwechselnd in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes kennen und übernimmst konkrete Aufgaben. Das theoretische Hintergrundwissen wird dir in der Berufsschule vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Nach Ende des 1. Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung legst du die Abschluss-/Gesellenprüfung ab. Diese besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Fliesen-, Platten- und Mosaikleger nennen.

Nach Abschluss deiner Fliesenleger-Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister oder zum Techniker für Bautechnik. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Bauingenieurwesen oder Architektur.

Fliesenleger: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
4%
Mittlere Reife
32%
Hauptschulabschluss
59%
Kein Abschluss
5%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Physik
Mathe
Werken

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Selbstorganisation
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Baustelle
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Mehrheit der Azubis hat einen Hauptschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit einem Realschulabschluss und ein kleiner Teil beginnt die Ausbildung mit (Fach-)Abitur oder ohne Abschluss.

Gute Noten und Kenntnisse in Mathe und Physik zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir z.B. bei der Flächenberechnung von Fußböden. Auch gute Kenntnisse in Werken können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, beispielsweise bei der Arbeit mit Schneidewerkzeugen. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Fliesenleger mitbringst. Neben einer sorgfältigen und genauen Arbeitsweise ist in diesem Beruf auch ein handwerklich-technisches Geschick von Vorteil, z.B. beim Verlegen von Mustern in Fliesen. Zudem solltest du eine gute Selbstorganisation in die Ausbildung mitbringen.  

Fliesen-, Platten und Mosaikleger ist ein handwerklicher Beruf, daher ist dein Arbeitsumfeld größtenteils eine Baustelle. In der Regel hast du feste Arbeitszeiten und bist zum Teil körperlicher Beanspruchung ausgesetzt, z.B. beim Heben und Tragen von Materialien.  

Dein Arbeitsumfeld kann unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Bei der Arbeit auf Baustellen bist du im Freien unterwegs und daher auch dem Wetter ausgesetzt, zudem arbeitest du zum Teil im Knien, Hocken oder in gebückter Haltung. Kundenkontakt fällt ebenfalls an, da du deine Kunden bei der Materialauswahl und der Gestaltung berätst. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Mosaikfliesen" © Wanja Jacob / Fotolia