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Zimmerer – Ausbildung & Beruf

„Schaffe, Schaffe, Häusle baue“ – Nicht ohne den Zimmerer! Der Spezialist für Holz fertigt und saniert Dachstühle, Fenster, Türen, Treppen, Verkleidungen, Brücken... oder ganze Holzhäuser!

Was macht ein Zimmerer?

Die Ausbildung Zimmerer ist sehr interessant. Zu den Hauptaufgaben des Zimmerers gehört es, Holzkonstruktionen und Holzbauten aller Art herzustellen und zu renovieren.

Im Berufsalltag führen Zimmerer entsprechend je nach Auftrag vorbereitende Arbeiten durch. Sie wählen verschiedene Hölzer aus, welche sie möglichst nah an der Baustelle lagern, wobei aber darauf geachtet werden muss, dass das Holz stets trocken bleibt. Zudem muss die Baustelle vorbereitet werden, was bedeutet, dass die Zimmerer Gerüste aufbauen und Absperrrungen platzieren.

Nun werden die Holzkonstruktionen berechnet und die benötigten Balken, Platten und Bretter abgemessen. Anschließend werden die Bauteile montiert und Treppen, Bauwerke oder auch Dachstühle gezimmert. Hierbei helfen den Zimmerern computergesteuerte Maschinen, die es möglich machen die verschiedenen Bauteile perfekt auszurichten. Diese Bauteile werden von den Zimmerern mittels unterschiedlicher Füge- und Verbindungstechniken zusammen gefügt und aufgebaut. Ist der Rohbau fertiggestellt, verschalen die Zimmerer diesen mit Holz oder Trockenbaustoffen, zum Beispiel mit Trockenputz. Doch nicht nur beim üblichen Hausbau sind Zimmerer gefragt, auch bei Tiefbauarbeiten von Häfen oder Wasserbauten können sie tätig werden.

Besonders schön am Beruf des Zimmerers: Die Tradition des Richtfests! Sobald der Rohbau und der Dachstuhl eines Hauses fertig gestellt sind, wird ein Richtkranz oder -baum auf dem Dach aufgestellt. Der Zimmerer verkündet dann einen Richtspruch, einen Dank an den Bauherren, wirft ein Glas vom Dach und erhält Schnaps und Wein um auf das Wohl der Hausbesitzer anzustoßen.

Im Berufsbild Zimmerer können aber ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die Ausbildungsverordnung zum Zimmerer.

Als Zimmerer arbeitest du nach deiner Ausbildung hauptsächlich in Zimmereibetrieben oder in Ingenieurholzbauunternehmen.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb), auch schulisch möglich

Dauer der Ausbildung

3 Jahe, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK und HWK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich bestimmt: Wie werde ich Zimmerer? In deiner Ausbildung zum Zimmerer bist du abwechselnd in Betrieb und Berufsschule. Die praktische Seite des Berufsbildes Zimmerer erlernst du im Betrieb, indem du konkrete Aufgaben eines Zimmerers übernimmst. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während einer Ausbildung führst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft. Dort hältst du deine Aufgaben und Tätigkeiten während deiner Ausbildung fest. Dein Berichtsheft wird von deinem Ausbilder regelmäßig kontrolliert.

Am Ende des 2. Ausbildungsjahres findet die Zwischenprüfung statt. Am Ende deiner Ausbildung folgt die Abschluss-/Gesellenprüfung, die aus einem praktischen und schriftlichen Teil besteht. Nach bestandener Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Zimmerer nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Zimmerer.

Das lernst du in der Ausbildung zum Zimmerer: 

  • A wie Aufmaßskizzen: Um Holzkonstruktionen anzufertigen, musst du vorab Maße und Höhen abmessen, denn schließlich müssen alle Bauteile später exakt zusammenpassen. Hierzu lernst du in deiner Ausbildung zum Zimmerer, wie man Aufmaß- und Bestandsskizzen anfertigt
  • D wie Dachkonstruktion: Ob Dachstühle, Dachgeschosse oder Dachgauben: Als Zimmerer solltest du schwindelfrei sein, denn meist arbeitest du bei der Montage von Dachkonstruktionen in luftiger Höhe.
  • W wie Winkel: Damit du keinen zweiten schiefen Turm von Pisa errichtest, lernst du in der Ausbildung, wie man mit Winkelmesser, Lot und Wasserwaage umgeht und prüft, ob alle Winkel und Neigungen korrekt sind.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Zimmerermeister oder zum Techniker für Holztechnik oder Bautechnik. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Holztechnik oder Architektur.

Zimmerer: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind.

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
20%
Mittlere Reife
41%
Hauptschulabschluss
37%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Physik
Mathe
Werken / Technik

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Baustelle
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Zimmerer kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Mehrheit der Azubis hat den Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit Hauptschulabschluss und (Fach-)Abitur und ein kleiner Teil hat keinen Schulabschluss.

Gute Noten und Kenntnisse in Mathe und Physik zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir z.B. bei der Berechnung von Materialkosten und Materialbedarf. Auch gute Kenntnisse in Werken können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, beispielsweise beim Umgang mit Handwerkzeug und Kleinmaschinen. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Zimmerer mitbringst. Neben Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein ist in diesem Beruf vor allem ein Handwerklich-technisches Geschick von Vorteil, zum Beispiel beim Herstellen von Verschlungen und Verkleidungen aus Holz. Außerdem helfen dir eine sorgfältige und genau Arbeitsweise in deiner Ausbildung.

Zimmerer ist ein handwerklicher Beruf, daher ist dein Arbeitsumfeld größtenteils eine Baustelle. In der Regel hast du feste Arbeitszeiten und bist bei schwerem Heben und Tragen körperlicher Beanspruchung ausgesetzt.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In größeren Betrieben kannst du des Öfteren auf wechselnden Baustellen arbeitest und bist daher oft unterwegs. Bei deiner Arbeit bist du der Witterung ausgesetzt und arbeitest auch in größeren Höhen. Du kannst allerdings auch in Werkstätten und Werkhallen arbeiten. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Mann schlägt mit Hammer auf einen Nagel" © Stephen Coburn / Shutterstock.com