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Kinderarzt / Kinderärztin
Ausbildung & Beruf

Kinderarzt / Kinderärztin
Kinderarzt / Kinderärztin

Kinderarzt / Kinderärztin
Ausbildung & Beruf

Mit Kindern zu arbeiten und anderen Menschen zu helfen, war schon immer dein Traum? Du bist in Naturwissenschaften fit und bereit hart zu arbeiten, um deine Patienten bei der Genesung zu unterstützen? Dann ist der Beruf Kinderarzt bzw. Kinderärztin wie für dich gemacht!

Was macht ein Kinderarzt (m/w/d)?

Kinderärzte sind Mediziner, die sich auf die Behandlung der kleinen Patienten spezialisiert haben. Diesen Fachbereich nennt man Kinderheilkunde oder Pädiatrie. Im Arbeitsalltag in Klinik und Praxis sind Kinderärzte mit einer Vielzahl an Tätigkeiten beschäftigt. Neben Aufgaben in der Organisation und Verwaltung kümmern sie sich hauptsächlich um die Versorgung von kranken oder verletzten Kindern. Zum einen behandeln Kinderärzte dabei akute Erkrankung wie Erkältungen oder Bauchschmerzen oder verbinden kleine Wunden. Dafür führen sie eine Diagnose durch, indem sie beispielsweise die Lunge abhören, einen Ultraschall durchführen oder ein Röntgenbild erstellen. Ausgehend von der Diagnose legen sie die Behandlung fest oder überweisen den kleinen Patienten an einen Facharzt.

Zum anderen gehören auch die Überprüfung der kindlichen Entwicklung oder Vorsorgemaßnahmen, etwa im Rahmen einer Impfberatung, zum Alltag in der Kinderheilkunde. Dabei steht der Mediziner natürlich in engem Austausch mit den Eltern, die viel zur Entwicklung ihres Kindes wissen wollen, sich vielleicht Sorgen machen oder Tipps zu Gesundheit und Erziehung erfahren möchten. Ein Kinderarzt ist also nicht nur für die Kleinen, sondern auch für deren Eltern da.

Wo arbeitet ein Kinderarzt?

Ein Kinderarzt arbeitet im klassischen medizinischen Umfeld, also im Krankenhaus oder einer Arztpraxis. Wo genau er langfristig nach der Ausbildung arbeiten möchte, kann jeder Mediziner selbst entscheiden. Im Krankenhaus gibt es weniger Verwaltungsaufwand, da dort eine spezielle Abteilung dafür zuständig ist. Dafür arbeiten Ärzte in einer Klinik oft lange Schichten und wissen, vor allem in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation, häufig nicht, was der Tag bringt. In diesem Bereich behandeln Kinderärzte auch oft Patienten mit schweren Erkrankungen.

Der Alltag in einer eigenen Praxis ist in der Regel besser strukturiert. Vor allem können Ärzte hier selbst entscheiden, wann ihre Sprechstunden stattfinden sollen. Die meisten Patienten kommen wegen leichten Erkrankungen zur Kinderärztin und viele Ärzte begleiten die Kinder über Jahre hinweg und beobachten ihre Entwicklung. Freiberufliche Ärzte müssen aber zusätzlich das Praxisteam führen und sich um die Verwaltung, wie Abrechnung und Buchhaltung, kümmern.

Spezialisierungen für Kinderärzte

Die Kindermedizin (Pädiatrie) ist in vier Fachbereiche aufgeteilt, auf die sich Ärzte spezialisieren können:

  • Kinderhämatologie und Kinderonkologie: In diesem Bereich behandelt der Kinderarzt kleine Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen.
  • Kinderkardiologie: Auch auf Herzerkrankungen, wie Herzfehler oder Herzrhythmusstörungen, können sich Kinderärzte spezialisieren.
  • Neonatologie: Die Behandlung von Früh- oder Neugeborenen ist ein Fachgebiet, das ganz besonderes Feingefühl erfordert.
  • Neuropädiatrie: In diesem Fachbereich ist der Arzt auf die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern spezialisiert.

Welche Fähigkeiten braucht ein Kinderarzt?

Mit einem guten Verständnis für Biologie und Chemie lassen sich die medizinischen Fachkenntnisse im Studium und der Facharztausbildung leichter aneignen. Ein Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen und Leidenschaft für den Beruf, um das Studium erfolgreich abzuschließen und die vielen Arbeitsstunden im Schichtdienst zu meistern.

Auch Empathie ist für eine Kinderärztin / einen Kinderarzt sehr wichtig. Bei jeder Behandlung muss man das Vertrauen der Eltern und Kinder erlangen, und dabei einfühlsam und achtsam vorgehen. Mit ausreichend Geduld und pädagogischem Feingefühl kommt ein Kinderarzt auch mit schwierigen oder extrem ängstlichen Patienten gut zurecht. 

Kinderärzte und Ärztinnen behandeln oft aber auch schwierige oder traurige Fälle. Selbst wenn die Chancen für einen kleinen Patienten schlecht stehen, sollte der Arzt immer positiv auftreten und sich ein dickes Fell zulegen, um nach der Arbeit abschalten zu können.

So läuft die Kinderarzt Ausbildung ab

Um Kinderarzt zu werden, musst du zunächst Humanmedizin studieren. Das Studium dauert in der Regel 12 Semester, also 6 Jahre. Nach dem 2. Staatsexamen ist das Studium abgeschlossen und die Ausbildung zum Facharzt beginnt. In dieser Facharztausbildung kannst du dich auch auf Kinderheilkunde spezialisieren. Diese Ausbildung dauert weitere 5 Jahre. Wenn du dich künftig nicht nur Arzt, sondern auch Doktor nennen möchtest, musst du zusätzlich noch eine Doktorarbeit (Dissertation) schreiben.

Kinderarzt werden ohne Abitur

Die allgemeine Hochschulreife ist Voraussetzung für das Medizinstudium. Und auch mit dem Abi in der Tasche ist es nicht immer leicht, einen Studienplatz zu bekommen. Neben dem erforderlichen Notendurchschnitt (Numerus Clausus), der für Medizin oft bei 1,0 liegt, können sich aber auch Wartesemester oder medizinische Vorkenntnisse auf die Zulassung auswirken.

Wenn du also bereits im medizinischen Bereich tätig bist, etwa als Pflegefachmann, Physiotherapeut oder Notfallsanitäter, hast du die Chance, auch ohne Abitur Kinderarzt zu werden. Voraussetzungen dafür sind:

  • Ein mittlerer Schulabschluss
  • Eine Ausbildung in einem medizinischen Beruf mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5
  • Drei oder mehr Jahre Berufserfahrung im medizinischen Umfeld

Erfüllst du diese Punkte, erhältst du die fachgebundene Studienberechtigung und kannst du dich für einen Studienplatz in Medizin bewerben. Aber auch Meister, Techniker und Fachwirte erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung meist eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, und können dadurch sogar Medizin studieren, ohne medizinisches Vorwissen zu besitzen.

Kinderarzt werden: Voraussetzungen

Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Chemie
  • Biologie
  • Deutsch
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • Analytische Fähigkeiten
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
  • Sorgfalt & Genauigkeit
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Umfeld: Arztpraxis, Krankenhaus
  • Schichtarbeit
  • Überdurchschnittlich viel Kontakt mit Menschen

Gute Noten in Chemie und Biologie sind eine gute Grundlage für das Medizinstudium. Die Vorkenntnisse in diesem Bereich helfen dir dabei, die komplexen Abläufe im menschlichen Körper zu verstehen. Auch das Schulfach Deutsch kann wichtig sein, wenn es darum geht, Patientenakten zu führen und mit den Kindern und ihren Eltern zu kommunizieren. Du solltest aber auch die richtigen Stärken für diesen Beruf mitbringen: Ausgeprägte analytische Fähigkeiten helfen dir dabei, Diagnosen zu stellen und Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Vor allem im Umgang mit den kleinen Patienten solltest du besonders genau und sorgfältig arbeiten. Dabei musst du dir immer deiner Verantwortung bewusst sein. Dein Arbeitsumfeld ist eine Klinik oder Arztpraxis. Besonders zu Beginn deiner Ausbildung als Kinderarzt wirst du viel in der Schichtarbeit eingesetzt. 

 

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Bildnachweis: "Kinderärztin mit jungem Patienten" ©fizkes - stock.adobe.com