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Seelsorger / Seelsorgerin
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Was macht ein Seelsorger (m/w/d)?

Als Seelsorger begleitest du Menschen, die sich in schwierigen Phasen oder Situationen befinden, beispielsweise in Notsituationen, Lebenskrisen oder im Trauerfall. Du bist Zuhörer, Beistand und Berater, aber nicht zwingend religiös. Du hilfst Menschen, mit Schicksalsschlägen umzugehen, und zeigt ihnen neue Perspektiven auf. Dabei spielt das Vermitteln von Hoffnung eine zentrale Rolle.

Es gibt Seelsorger, die dies als Hauptberuf ausüben, aber vor allem viele ehrenamtlich beschäftigte Seelsorger, die tätig werden, wenn die Situation es erfordert.

Diese Aufgabe erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Verständnis für die individuellen Bedürfnisse der betreuten Personen.

Wo kann ich als Seelsorger arbeiten?

Als Seelsorger gibt es viele Arbeitsorte, an denen du tätig sein kannst. Das kann im Dienst einer Kirche oder kirchlichen Organisation sein, beispielsweise der Caritas oder Diakonie, aber auch beim Deutschen Roten Kreuz, der Feuerwehr oder der Polizei.

Beschäftigung findest du auch in Krankenhäusern, Hospizen und Notfalleinrichtungen, wo du den Menschen in schwierigen Momenten zur Seite stehst. Auch in Justizvollzugsanstalten oder bei der Telefonseelsorge, wo du Menschen in Krisensituationen unterstützen kannst, wirst du gebraucht. Egal wo du arbeitest, überall steht das Wohl und die Unterstützung der Menschen im Vordergrund.

Arbeitszeiten als Seelsorgerin

Die Arbeitszeiten als Seelsorger sind oft sehr flexibel und richten sich nach den Bedürfnissen der betreuten Personen. Häufig gibt es Einsätze am Wochenende oder sogar nachts. Dadurch ist es wichtig, als Seelsorger flexibel und anpassungsfähig zu sein.

Du hast meist keine festen Termine, sondern bist spontan im Einsatz, wenn man dich braucht. Du fährst dann eventuell zu Unfallstellen oder begibst dich im Krankenhaus in das Patientenzimmer, in dem du benötigt wirst. Vielleicht hast du auch einen Raum, beispielsweise an Flughäfen oder Bahnhöfen, wo dich Menschen aufsuchen können.

Wie viel verdient ein Seelsorger?

Das Gehalt als Seelsorgerin kann je nach Arbeitsort und -umfang stark variieren. Durchschnittlich verdient ein Seelsorger zwischen 3.695 und 4.737 Euro im Monat.

Mit mehr Erfahrung und Spezialisierung sind auch höhere Einkommen möglich. Nebenberuflich Tätige arbeiten oft ehrenamtlich und erhalten daher kein festes Gehalt. Wichtig ist, dass das Einkommen auch von der Art der Anstellung und dem Arbeitgeber abhängt.

Wie viel verdient ein Seelsorger in der Ausbildung?

Die Ausbildung zum Seelsorger ist keine duale Ausbildung, bei der du eine Vergütung vom Ausbildungsbetrieb erhältst, sondern üblicherweise eine schulische Ausbildung, für die du Gebühren bezahlen musst. Je nach Dauer und Umfang der Ausbildung können die Kosten bei rund 3.000 Euro liegen.

Wie läuft die Ausbildung als Seelsorger ab?

Die Seelsorge erlernst du in vielen geistlichen Berufen, aber es gibt auch spezielle Seelsorger-Ausbildungen, bei denen du keine kirchliche Karriere machst.

Kurse im Bereich Seelsorge bieten also nicht nur kirchliche Organisationen, sondern auch Berufsakademien an. Die Ausbildung zum Seelsorger unterscheidet sich von den typischen dualen Ausbildungen. Sie wird meist nicht vergütet und findet überwiegend in Form von Seminaren oder an Schulen statt.

Mal handelt es sich um Tagesseminare, mal um mehrmonatige Kurse, die berufsbegleitend absolviert werden können. Hier erwarten dich unterschiedliche Module mit einem Mix aus Theorie und Praxis. Teilweise sind auch Praktika gefordert, um die Seelsorge aus erster Hand zu erlernen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Seelsorger?

Die Dauer der Ausbildung zur Seelsorgerin variiert stark, je nach Ausbildungsweg und Anbieter. Typischerweise dauert die Ausbildung mehrere Monate bis hin zu einigen Jahren. Diese Zeit ist nötig, um sich ein breites Wissen in den Bereichen Theologie, Psychologie und Gesprächsführung anzueignen.

Wichtig ist, dass du die theoretischen Grundlagen erlernst und sie später in der Praxis anwenden kannst. Die Flexibilität der Ausbildungsdauer ermöglicht es dir, die Inhalte gründlich aufzunehmen.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Seelsorger?

Die Ausbildungsinhalte zum Seelsorger sind breit gefächert und beinhalten wichtige Fachbereiche:

  • Theologische Grundlagen: Erforschen der Verankerung der Seelsorge in der Theologie
  • Psychologie: Untersuchung medizinischer und psychologischer Aspekte von seelischen Störungen sowie der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Gesprächsführung: Vermittlung von Methoden zur Gesprächsführung, Strukturierung von Gesprächen und Umgang mit nonverbalen Botschaften
  • Krisenbegleitung: Fokus auf Prävention von Missbrauch in der Seelsorge, den Umgang mit komplexen Lebenssituationen sowie praktische Übungen zur Krisenintervention
  • Selbstfürsorge: Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmung, Einsatz von Persönlichkeitsstrukturtests, Förderung von Selbstfürsorge
  • Praktische Übungen: Anwendung von praktischen Übungen zur Gesprächsführung

Diese vielfältigen Inhalte bereiten umfassend auf die Arbeit als Seelsorger vor. Nach der Ausbildung bist du bestens für die spätere Tätigkeit in diesem Beruf gerüstet.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Seelsorger

Eine Seelsorge Ausbildung kannst du in einigen Fällen nur mit einer Empfehlung oder nach einem Kennenlerngespräch mit einem hauptamtlichen Seelsorger beginnen. Es gibt aber auch andere Kurse, für die du dich einfach anmelden kannst. Teils ist ein bestimmtes Mindestalter erforderlich, vor allem werden aber sehr gute Sprachkenntnisse gefordert.

Wenn du als Seelsorgerin arbeiten möchtest, solltest du psychisch sehr belastbar sein. Du wirst schlimme und einschneidende Situationen miterleben oder von ihnen hören und musst dazu jederzeit eine professionelle Distanz wahren. Du solltest genau wissen, wann du selbst Hilfe benötigst, um ein Erlebnis zu verarbeiten. Außerdem müssen angehende Seelsorger gut zuhören können und empathisch sein. Darüber hinaus ist eine gewisse Offenheit, auch gegenüber anderen Weltanschauungen und Religionen wichtig, denn du weißt nie, wer dir bei deiner Arbeit begegnet.

Schulfächer
  • Deutsch
  • Englisch
  • Pädagogik
Stärken
  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikationsstärke
  • Verantwortungsbewusstsein
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: Büro, vor Ort auf Unfallstellen oder in Krankenhäusern
  • Oftmals ehrenamtlich
  • Psychische Belastung

Weiterbildung und Karrierechancen als Seelsorgerin

Nach der Ausbildung gibt es für Seelsorgerinnen und Seelsorger viele Weiterbildungsmöglichkeiten, die deine Einsatzmöglichkeiten erhöhen. Besonders in Kirchengemeinden finden regelmäßig Weiterbildungen für Seelsorger statt. An diesen kannst du auch teilnehmen, wenn du nicht in einer kirchlichen Einrichtung tätig bist.

Denkbar sind Fortbildungen im Bereich Unfallseelsorge, Militärseelsorge oder Krankenhausseelsorge. Bist du bislang ehrenamtlich als Seelsorger tätig, kannst du durch ein Studium der Theologie oder Psychologie einen Berufsweg einschlagen, in dem die Seelsorge einen wichtigen Platz einnehmen kann.

Fazit: Vielfältige Chancen als Seelsorger

Die Arbeit als Seelsorgerin bietet viele Chancen und bereichert das Leben sowohl beruflich als auch persönlich. Durch die Unterstützung von Menschen in Notlagen gewinnst du wertvolle Erfahrungen. Mit der richtigen Ausbildung und den passenden Qualifikationen eröffnen sich dir zahlreiche Möglichkeiten in verschiedenen sozialen Einrichtungen.

Der Beruf ist nicht nur erfüllend, sondern ermöglicht es dir auch, in unterschiedlichen Bereichen Karriere zu machen. Damit stehen dir als Seelsorger viele Wege offen.

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Bildnachweis:
„Seelsorger“ ©benjaminnolte - stock.adobe.com
„Seelsorger unterstützen Personen in belastenden Situationen“ ©KMPZZZ - stock.adobe.com