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Köpfe hinter den PC-Spielen

Nicht nur seit Big Bang Theory sind die Nerds auf dem Vormarsch... Schon vor 65 Jahren gab es brilliante Köpfe, die den Computer zu Unterhaltungszwecken nutzten.

Schon 1950 wurde mit dem Computer gespielt

1941 stellte Konrad Zuse vor einem ausgewählten Personenkreis erstmalig die Rechenmaschine „Z3“ vor. Dieser funktionsfähige Digitalrechner eröffnete das Zeitalter der Computer und leitete gleichermaßen die Ära des digitalen Unterhaltungsmarktes ein. Bereits in den 1950er Jahren entstanden die ersten PC-Spiele. Die digitale Tic-Tac-Toe-Version „OXO“ und das dem Tischtennis-Prinzip nachempfundene „Tennis for Two“ sorgten trotz einfarbiger Block- und Textgrafiken schon für großen Spielespaß.

Nun, mehr als 65 Jahre später, expandiert der digitale Spielemarkt zu einem riesigen wirtschaftlichen Zweig mit regem Wettbewerb zwischen den zahlreichen Spieleanbietern. Jedes Jahr werden hunderte von Neuerscheinungen veröffentlicht und damit Millionen umgesetzt.

Die Stufen der Spieleproduktion

Bei der Masse von PC-Spielen müssen diese doch schnell entworfen und programmierbar sein, oder? Wir erklären, welche Personen und Schritte von der Idee bis zum Endprodukt notwendig sind, und wie der Fachinformatiker einen wesentlichen Teil zum Erfolg beiträgt.

Viele Beteiligte bis zur Idee

Die Mehrheit aller erhältlichen Spiele produzieren Entwickler für Publisher. So heißen die Unternehmen, die Auftragsarbeiten herausgeben und vertreiben. Ein Produzent vereinbart über den Publisher einen Release-Termin (Veröffentlichungszeitpunkt) für ein Spiel. Bis zu dieser Deadline überwacht er das Projekt und kontrolliert die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel.

Vor dem Vertrag mit dem Publisher wird zunächst das Genre eines Spiels bestimmt. Dieses richtet sich allerdings stark nach dem wirtschaftlichen Markt. Wenn viele Konkurrenten das Vorhaben teilen, in einem bestimmten Zeitraum Fußballspiele auf den Markt zu bringen, sollte dieses Genre gemieden werden, um einem möglichen Konkurrenzkampf zu entgehen. Da ein PC-Spiel in der Regel bis zu 2 Jahre Entwicklungszeit benötigt, muss der digitale Unterhaltungsmarkt auch 2 Jahre im Voraus prognostiziert und analysiert werden. Nachdem das Genre bestimmt ist, folgt der Prozess der Ideenfindung.

Die Game-Designer überlegen sich den Spielinhalt – und benötigen dabei stets neue Ideen, um den Ansprüchen der Käufer gerecht zu werden. Sind Genre, Inhalt und Szenario verbindlich, wird je nach Projekttyp ein Team zusammengestellt.

Der Fachinformatiker übernimmt ab jetzt

Der Fachinformatiker oder auch Programmierer implementiert darauf die Spielidee. Dazu sind selbst entwickelte oder eingekaufte Game-Engines von Nöten. Diese Game-Engines sind Laufzeitumgebungen für PC-Spiele, die den Spielverlauf bestimmen.

Als Skriptsprache benutzen Fachinformatiker hauptsächlich C++. Aber zusehends wird auf einfachere Programmiersprachen wie z.B. Python zurückgegriffen, da dank dieser die Spielmechanik ohne Programmneustart problemlos verändert werden kann.

Zu den weiteren Aufgaben der Spieleprogrammierer gehören die Herstellung diverser Programme, Tools und Plug-ins, die ein Spiel zusätzlich braucht (Leveleditoren, Animationssoftware etc.).

Die Grafikprogrammierer, eine Unterkategorie der Spieleprogrammierer, entwickeln über Algorithmen und mathematische Modelle die Grafik-Engines, welche die virtuelle Realität visuell wiedergeben. Ein Grafik-Engine ist ein Programmcode, der parallel zum Spiel (Game-Engine) die Grafikschnittstellen berechnet.

Aus Skriptsprache mach Sichtbares

Die Grafiker realisieren die grafischen Inhalte, die von der Engine gezeigt werden sollen. Sie haben also maßgeblich Anteil an der optischen Qualität und an der Atmosphäre eines Spieles. Über Modellierungsprogramme entwerfen sie 3D-Objekte, die durch Animation „belebt“ werden (können). Auch Einzelobjekte wie Waffen, Werkzeuge oder Bäume gehören dazu. Die geometrische Gestaltung eines Spieles liegt im Aufgabenbereich der Leveldesigner. Sie erstellen über Leveleditoren  Landschaften, Architekturen und Umgebungen. Zusätzlich entwickeln sie die Klangkulissen, Beleuchtungen und Skriptsequenzen. Skriptsequenzen sind inszenierte Verhaltensweisen und Ereignisse für die zu erzählende Geschichte.

Last but not least

Am Ende sorgen Musiker und Sounddesigner für die akustische Untermalung. Die Musiker spiegeln musikalisch die situativen Gegebenheiten im Spiel wieder. Die Sounddesigner unterlegen Personen, Tiere, Autos etc. mit passenden und charakteristischen Geräuschen.

Zu guter Letzt kontrollieren die sogenannten Beta-Tester die PC-Spiele, um vor der Verkaufsversion alle Ungereimtheiten auszumerzen.

Mit einem möglichst einprägsamen Titel bringt der Publisher das fertige Produkt an die Öffentlichkeit. Trotz Planung, Analyse, Markterforschung und Ideeninnovation entscheiden letztendlich aber die Verbraucher jedes Mal von Neuem, ob sich der Aufwand rentieren wird.

Gesucht und Gefragt

Der Spielemarkt ist nach wie vor profitabel – durch technische Entwicklungen aber auch stets im Wandel. Dadurch steigen die Anforderungen an die Fachkräfte kontinuierlich. Für eine Ausbildung zum Fachinformatiker solltest du daher Talent für Zahlen und gute Noten in Physik und Mathe mitbringen.

Wenn dich diese Branche interessiert, dann schau doch einfach nach Ausbildungsplätzen in der IT und nach Ausbildungsplätzen zum Fachinformatiker.

In diesem Sinne:

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