Weiterbildung: Definition, Arten und Fördermöglichkeiten
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Weiterbildung baut auf deiner abgeschlossenen Berufsausbildung auf und kann in Form einer Aufstiegsweiterbildung (z. B. Fachwirt, Meister), Anpassungsweiterbildung oder Umschulung absolviert werden.
- Du kannst dich in Vollzeit, Teilzeit oder per Fernstudium weiterbilden. Je nach Format dauert das von wenigen Tagen bis zu drei Jahren.
- Die Kosten variieren stark, werden aber häufig durch Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein oder den Arbeitgeber gefördert.
Was ist eine Weiterbildung?
Eine Weiterbildung ist eine Maßnahme, mit der du dein vorhandenes Wissen ausbaust oder komplett neue Fähigkeiten erlernst. Anders als bei der Erstausbildung wie einer dualen Ausbildung baust du bei einer Weiterbildung auf bereits vorhandenem Know-how auf. Ziel ist es, dich fachlich oder persönlich weiterzuentwickeln und für neue Aufgaben fit zu machen. Oft brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung und meist auch etwas Berufserfahrung als Grundvoraussetzung.
Du kannst dich auf verschiedene Arten weiterbilden: von einem kurzen Wochenendseminar bis hin zu einer mehrjährigen Aufstiegsfortbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss. Egal ob du dich fachlich spezialisieren, in eine Führungsposition aufsteigen oder dich komplett neu orientieren willst – eine Weiterbildung ist fast immer der Schlüssel dazu. Sie zeigt Arbeitgebern außerdem, dass du motiviert bist und bereit, dich stetig weiterzuentwickeln.
Wo kann man Weiterbildungen machen?
Berufliche Weiterbildungen kannst du an ganz unterschiedlichen Orten absolvieren. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Handwerkskammer (HWK) bieten zahlreiche anerkannte Lehrgänge an, zum Beispiel für Fachwirte oder Meister. Auch Volkshochschulen, private Bildungsträger und Fernschulen haben ein breites Angebot. Immer beliebter werden zudem Online-Plattformen, auf denen du flexibel von zu Hause aus lernst. Manche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitenden sogar interne Weiterbildungsprogramme an, frag also ruhig mal bei deinem Arbeitgeber nach.
Um die für dich passende Option für dich zu finden, musst du Teilnahmevoraussetzungen, Kursinhalte und -ziele sowie Dauer und Kosten prüfen. Einige private Anbieter ermöglichen übrigens auch kostenlose Probezeiträume, um Fernlehrgänge zu prüfen.
Welche Arten der Weiterbildung gibt es?
Der Begriff Weiterbildung ist ziemlich weit gefasst. Grundsätzlich lassen sich drei große Kategorien unterscheiden: die Aufstiegsweiterbildung, die Anpassungsweiterbildung und die Umschulung. Sie unterscheiden sich vor allem in ihrem Ziel und ihrer Dauer. Während dich manche Maßnahmen fachlich auf dem neuesten Stand halten, führen andere zu einem komplett neuen Berufsabschluss oder zu einer höheren Position im Unternehmen. Welche Art für dich passt, hängt stark von deinen persönlichen Zielen ab: Willst du aufsteigen, dich spezialisieren oder dich beruflich neu orientieren? Im Folgenden stellen wir dir die drei wichtigsten Weiterbildungsarten genauer vor.
Die Aufstiegsweiterbildung ist die klassische Option für einen Karriere-Boost. Mit ihr qualifizierst du dich für Positionen mit mehr Verantwortung, zum Beispiel im mittleren Management. Bekannte Abschlüsse sind Fachwirt, Meister, Techniker oder Betriebswirt.
Die verschiedenen Aufstiegsmöglichkeiten dauern meist zwischen anderthalb und drei Jahren, je nachdem ob du in Vollzeit oder berufsbegleitend lernst. Geprüft wirst du am Ende vor der IHK oder HWK, dein Abschluss gilt danach als staatlich anerkannt.
Besonders praktisch: Viele dieser Weiterbildungen kannst du auch neben dem Job absolvieren. So sammelst du weiter Berufserfahrung und verdienst gleichzeitig Geld. Wer den Meister oder Fachwirt in der Tasche hat, kann damit übirgens sogar ohne Abitur studieren.
Bei der Anpassungsweiterbildung geht es nicht um einen neuen Abschluss, sondern darum, dein vorhandenes Wissen aktuell zu halten. Die Arbeitswelt verändert sich ständig: neue Technologien, neue Vorschriften, neue Software. Eine Anpassungsweiterbildung sorgt dafür, dass du immer up to date bleibst. Typische Beispiele sind Schulungen zu neuen Arbeitsprozessen, Software-Zertifikate oder Sprachkurse. Diese Weiterbildungen sind meist deutlich kürzer als Aufstiegsweiterbildungen und dauern oft nur wenige Tage bis Wochen. Häufig übernehmen sogar Arbeitgeber die Kosten, weil sie selbst ein großes Interesse daran haben, dass ihre Mitarbeitenden fachlich fit bleiben.
Eine Umschulung ist die richtige Wahl, wenn du dich komplett neu orientieren möchtest. Sie führt zu einem völlig neuen Berufsabschluss und zwar unabhängig davon, was du ursprünglich gelernt hast. Umschulungen dauern meist zwischen ein und zwei Jahren und werden häufig verkürzt, wenn du bereits Vorkenntnisse mitbringst.
Genutzt wird diese Form der Weiterbildung oft von Menschen, die in ihrem erlernten Beruf keine Zukunft mehr sehen oder gesundheitlich nicht mehr arbeiten können. Auch wer nach einer längeren Pause, etwa der Elternzeit, wieder einsteigen will, entscheidet sich manchmal für eine Umschulung. Gefördert wird sie häufig von der Agentur für Arbeit, besonders wenn ein triftiger beruflicher Grund vorliegt. Am Ende steht ein anerkannter Abschluss, mit dem du in einem komplett neuen Berufsfeld durchstarten kannst.
Wie lange dauert eine Weiterbildung?
Wie lange eine Weiterbildung dauert, lässt sich pauschal nicht sagen, dafür sind die Angebote einfach zu unterschiedlich. Kurze Anpassungsweiterbildungen sind teilweise schon nach ein paar Tagen abgeschlossen. Aufstiegsweiterbildungen wie der Fachwirt oder Meister ziehen sich dagegen über anderthalb bis drei Jahre, vor allem wenn du sie berufsbegleitend machst. In Vollzeit geht es oft schneller, dafür verdienst du in dieser Zeit weniger oder gar kein Geld. Auch Umschulungen dauern meist ein bis zwei Jahre.
Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, solltest du dir daher genau überlegen, wie viel Zeit du investieren kannst und willst. Ein Blick in die Prüfungsordnung des jeweiligen Anbieters gibt dir meist schon vorab eine klare Vorstellung von der tatsächlichen Dauer.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung?
Die kurze Antwort: am besten möglichst früh. Studien zeigen, dass sich die meisten Absolventen direkt nach ihrer Weiterbildung beruflich und finanziell verbessern. Wer also gleich nach der Ausbildung durchstartet, profitiert oft am schnellsten von den Vorteilen. Und je früher du startest, desto länger kannst du von den Vorteilen einer Weiterbildung profitieren – beruflich wie finanziell.
Trotzdem gibt es keinen pauschal „perfekten“ Zeitpunkt. Wichtiger ist, dass du dich bereit fühlst und die nötige Motivation mitbringst. Manche sammeln erst ein bis zwei Jahre Berufserfahrung, bevor sie sich weiterbilden, andere starten sofort im Anschluss an ihre Ausbildung. Auch persönliche Faktoren wie Familie, Finanzen oder aktuelle Lebenssituation spielen eine Rolle.
Neben der Weiterbildungsart spielt auch das Format eine große Rolle. Grundsätzlich hast du drei Möglichkeiten: Vollzeit, Teilzeit oder Fernstudium. Welches Format am besten zu dir passt, hängt von deiner aktuellen Lebenssituation, deinem Geldbeutel und deinem bevorzugten Lerntempo ab.
- In Vollzeit lernst du meist an mehreren Tagen pro Woche direkt vor Ort und schließt die Weiterbildung dadurch schneller ab. Dafür pausierst du in dieser Zeit häufig deinen Job.
- Bei einer Teilzeit-Weiterbildung besuchst du Kurse abends oder am Wochenende und arbeitest gleichzeitig weiter. Das dauert zwar länger, sichert dir aber ein Einkommen.
- Ein Fernstudium bietet dir die größte Flexibilität: Du lernst orts- und oft auch zeitunabhängig über Lernplattformen oder Studienbriefe.
Wie bilde ich mich neben der Arbeit weiter?
Eine Weiterbildung neben dem Job zu stemmen, klingt erstmal nach einer Menge Stress. Sie ist aber gut machbar, wenn du sie clever organisierst. Viele Kurse finden abends, am Wochenende oder in Blockphasen statt, sodass sie sich gut mit einem Vollzeitjob kombinieren lassen. Auch Fernstudiengänge sind ideal für alle, die berufsbegleitend lernen möchten, weil du dir deine Lernzeiten selbst einteilen kannst.
Sprich außerdem unbedingt mit deinem Arbeitgeber: Viele Unternehmen unterstützen Weiterbildungen finanziell oder geben dir zusätzliche freie Tage für Prüfungen. Ein guter Zeitplan ist hier das A und O – blocke dir feste Lernzeiten in der Woche und bleib realistisch bei deinen Zielen. So schaffst du es, Beruf, Freizeit und Weiterbildung unter einen Hut zu bringen, ohne komplett auszubrennen.
Die Kosten für eine Weiterbildung variieren stark – von wenigen hundert Euro für kurze Kurse bis zu mehreren Tausend Euro für eine mehrjährige Aufstiegsweiterbildung. Die Gebühren unterscheiden sich vor allem nach Bildungsanbieter und sind natürlich auch von der Lehrgangsdauer abhängig. Zu den Kursgebühren kommen Prüfungsgebühren, aber auch Kosten für Lehrmaterialien, Bücher, Reisekosten oder sogar eine Unterkunft und Verpflegung musst du einrechnen. Zum Glück gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, die dir finanziell unter die Arme greifen:
- Aufstiegs-BAföG: BAföG bekommst du nicht nur im Studium, sondern auch bei Aufstiegsweiterbildungen wie Meister oder Fachwirt mit einem Zuschuss und einem zinsgünstigen Darlehen.
- Bildungsgutschein: Wird von der Agentur für Arbeit ausgestellt, wenn eine Weiterbildung deine Jobchancen verbessert.
- Qualifizierungschancengesetz: Fördert Weiterbildungen, die dich fit für neue technologische Entwicklungen machen.
- Arbeitgeberförderung: Viele Betriebe übernehmen ganz oder teilweise die Kosten, wenn die Weiterbildung dem Unternehmen nutzt.
- Stipendien: Manche Stiftungen fördern gezielt engagierte Auszubildende und junge Fachkräfte mit einem Stipendium.
Bevor du dich für eine Weiterbildung entscheidest, lohnt sich also ein Blick auf die passenden Förderprogramme. Oft ist mehr Unterstützung möglich, als du zunächst denkst.
Wie finde ich die passende Weiterbildung?
Bei der riesigen Auswahl an Weiterbildungen fällt die Entscheidung oft schwer. Die passende Weiterbildung sollte immer zu deinen Interessen und deiner Lebenssituation passen. Am besten startest du mit ein paar grundlegenden Fragen an dich selbst:
- Willst du fachlich aufsteigen oder dich komplett neu orientieren?
- Wie viel Zeit und Geld kannst du realistisch investieren?
- Passt eher Vollzeit, Teilzeit oder ein Fernstudium zu deinem Alltag?
- In welchem Bereich siehst du deine langfristige berufliche Zukunft?
Ein Interessentest oder ein Beratungsgespräch bei der IHK, HWK oder Agentur für Arbeit kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen. Auch der Austausch mit Kollegen, die bereits eine Weiterbildung gemacht haben, liefert wertvolle Einblicke. Nimm dir Zeit für diese Entscheidung, schließlich investierst du nicht nur Geld, sondern auch einen wichtigen Teil deiner Zeit und Energie.
Fazit: Lohnt sich eine Weiterbildung?
Eine Weiterbildung ist eine der besten Möglichkeiten, um deine berufliche Zukunft aktiv zu gestalten. Egal ob Aufstiegsweiterbildung, Anpassungsweiterbildung oder Umschulung – für jedes Ziel gibt es das passende Format. Ob in Vollzeit, Teilzeit oder als Fernstudium: Du entscheidest, wie du lernen möchtest. Dank Aufstiegs-BAföG, Bildungsgutschein und Co. musst du dir um die Kosten auch keine allzu großen Sorgen machen. Am Ende zahlt sich eine Weiterbildung fast immer aus, denn damit kannst du mehr Verantwortung übernehmen, hast bessere Karrierechancen und meist auch ein höheres Gehalt. Informiere dich gut, nutze die passenden Förderungen und leg los!
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