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Gleisbauer / Gleisbauerin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Gleisbauer

Es ist 4:30 Uhr morgens – dir ist nicht wirklich nach Aufstehen zumute, denn du hörst schon den Regen gegen die Fenster prasseln. Aber heute steht ein weiteres wichtiges Stück Strecke an, damit die Züge zwischen Magdeburg und Helmstedt bald wieder normal rollen können. Die Arbeit an den Weichen macht immer besonders viel Spaß. Also raus aus dem Bett: Als Gleisbauer wirst du schließlich gebraucht! 

Berufsbild Gleisbauer / Gleisbauerin

Was macht ein Gleisbauer (m/w/d)?

Gleisbauer sind für Gleisanlagen zuständig. Dabei montieren und verlegen sie nicht nur Schienen und Weichen neu, sondern kümmern sich auch um bestehende Gleisanlagen. Dort führen sie Kontrollen durch und beseitigen Mängel. Zum Tätigkeitsbereich von Gleisbauern gehört auch der Bau von Bahnübergängen.

Gleisbauer sorgen für einen guten Zustand der Schienen und somit für Sicherheit im Fahrbetrieb. In Bauzügen, das sind Teams von Gleisbauern, sind sie mit ihren Maschinen für einen bestimmten Streckenabschnitt zuständig.

Hier tauschen sie die Schwellen aus oder verteilen neuen Schotter. Manchmal müssen sie auch Höhenunterschiede beseitigen, Schienenbrüche beheben oder Erdarbeiten ausführen.

Wie sieht der Berufsalltag eines Gleisbauers aus?

Als Gleisbauer bzw. Gleisbauerin arbeitest du meist unter Zeitdruck, da die Schienen benötigt werden und darum nur so kurz wie möglich gesperrt sein sollen. Bei kleineren Einsätzen arbeitest du darum vor allem nachts, wenn eben weniger los ist – größere Baustellen bearbeitet euer Team vielleicht aber über Wochen und Monate im Schichtdienst.

Die Aufgaben von Gleisbauern sind sehr vielfältig, werden aber oftmals verteilt. So hast du eine feste Aufgabe, die du ausführst. Auch die Pausen sind fest getaktet – dafür siehst du am Ende eines Arbeitstages genau, was du geschafft hast.

Wenn die Züge wieder rollen können, ist das auch dein Verdienst – für viele Gleisbauer ein tolles Gefühl.

Wo arbeiten Gleisbauer?

Gleisbauer arbeiten meist im Freien auf unterschiedlichen Baustellen, aber eigentlich überall dort, wo Züge, Straßenbahnen oder U-Bahnen fahren. Dabei bist du überwiegend in der Tiefbau-, Straßenbau- oder Wasserbau-Branche angestellt. Gleisbauer arbeiten nicht allein, sondern im Team. Manchmal kann die Arbeit als Gleisbauer bzw. Gleisbauerin auch bedeuten, dass du mehrere Tage oder Wochen fernab der Heimat tätig bist.

Als Gleisbauer musst du körperlich fit sein, denn es ist harte Arbeit. Holz und Metall sind schwer, außerdem müsst ihr den Takt einhalten.

Üblicherweise bist du unter freiem Himmel unterwegs und das bei jedem Wetter, egal ob Regen oder Sonnenschein. Zu deiner eigenen Sicherheit trägst du Schutzkleidung wie eine Warnweste, einen Helm oder Handschuhe.

Ausbildung zum Gleisbauer / zur Gleisbauerin

Welche schulischen Voraussetzungen braucht man als Gleisbauer?

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für den Beruf Gleisbauer bzw. Gleisbauerin. In der Vergangenheit hatten über drei Viertel der Azubis den Real- oder Hauptschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein sehr geringer Prozentsatz der Ausbildungsanfänger wurde ohne Schulabschluss eingestellt.

Quelle: Datensystem Auszubildende (http://www.bibb.de/dazubi)

Art der Ausbildung

duale Ausbildung

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung möglich

Ausbildungsvergütung

922 - 1.240 €

Was lernt man in der Ausbildung zum Gleisbauer?

In deiner dualen Ausbildung zum Gleisbauer wirst du darin unterrichtet, wie man Sickerungen, Rohrleitungen und Baugruben herstellt und wie man Pflasterarbeiten ausführt. Außerdem erfährst du, was man beim Anfertigen von Zeichnungen berücksichtigen muss und lernst den Umgang mit den verschiedenen Werkzeugen und Baugeräten.

Die Ausbildungsinhalte umfassen:

  • Werkzeuge, Baugeräte und Maschinen handhaben
  • Baustellen einrichten
  • Zustand von Gleisen beurteilen
  • Gleisanlagen bauen

Auch die Ausbildung in der Berufsschule ist bei Gleisbauern sehr praxisbezogen. Unterrichtsfächer sind beispielsweise Beheben von Schienenbrüchen oder Entwässern und Pflastern von Verkehrsflächen. Aber auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch gehören zum Lehrinhalt.

Gleisbauer kann übrigens auch im Rahmen eines Dualen Studiums Bauingenieurwesen erlernt werden.

Wie viel verdient ein Gleisbauer in der Ausbildung?

Als Gleisbauer bzw. Gleisbauerin kannst du in deiner Ausbildung mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 922 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 1.052 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.240 Euro

Du möchtest mehr über das Gleisbauer Gehalt erfahren? Hier geht es zur Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Gleisbauer / zur Gleisbauerin zu mir?

Gleisbauer ist der passende Beruf für dich, wenn 

  • du körperlich fit bist
  • du ein hohes Verantwortungsbewusstsein mitbringst
  • dir Mathe, Physik und Werken liegen
  • du deine Arbeitsergebnisse sehen möchtest

Gleisbauer ist nicht der richtige Beruf für dich, wenn

  • du ungern nachts oder in Schichten arbeitest
  • du handwerklich nicht geschickt bist
  • du auch unter Zeitdruck fokussiert bleibst
  • dir ein Bürojob am liebsten ist

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Architektur, Bau und Vermessung kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an: 

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung
  • Aufstiegsfortbildung
  • Studium

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Gleisbauer / zur Gleisbauerin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um beispielsweise neue Entwicklungen in Bereichen wie Gleisbau, Stahlbetonbau, Schweißtechnik oder Baumaschinenführung kennenzulernen.

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen. Hierfür kannst du eine Weiterbildung zum Industriemeister - Gleisbau, Techniker - Bautechnik (Tiefbau), Werkpolier - Tiefbau oder zum Polier - Tiefbau anschließen.

Auch der Weg über ein Studium eignet sich als Gleisbauer. Passende Studiengänge sind: 

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Gleisbauer

Wie nachhaltig ist der Beruf Gleisbauer? Reparieren ist immer nachhaltiger als verschrotten, darum ist auch die Arbeit als Gleisbauer nachhaltig und wichtig. Doch Züge sind ohnehin ein wichtiges Verkehrsmittel der Zukunft, sodass auch Gleisbauer weiterhin benötigt werden – zum Erneuern und zum Neubau von Strecken. 

Körperlich ist der Beruf des Gleisbauers extrem fordernd. Das betrifft nicht nur das schwere Material, sondern auch die Nachtschichten. Darum musst du gut auf dich achten und dir einen Ausgleich zur Arbeit schaffen. Doch auch mit einer Weiterbildung kannst du dafür sorgen, dass du weniger schwer arbeiten musst: Meister, Polier oder Techniker sind typische Aufstiegsweiterbildungen für Gleisbauer. 

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Weitere Infos

Bildnachweis: „Gleisbauer und Eisenbahnschienen" © Evgenija Lanz / Fotolia; „Gleisbauer setzen neue Schiene ein" ©Roman Milert - stock.adobe.com; „Gleisbauer besprechen anstehende Arbeiten" ©JuPhotographer - stock.adobe.com; „Kontrolle von Gleisanlagen" ©APchanel - stock.adobe.com; „Sanierungsarbeiten im Gleisbereich" ©Roger Ridpath - stock.adobe.com; „Arbeitsplatz Gleise" ©markus thoenen - stock.adobe.com