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Justizfachangestellter – Ausbildung & Beruf

Action, Aufruhr und Pöbeleien? – Im normalen Gerichtsalltag läuft es meist anders ab als bei Herrn Hold und Frau Salesch. Vor allem gibt es eine große Menge an organisatorischen und verwaltenden Arbeiten, die erledigt werden müssen.

Was macht ein Justizfachangestellter?

Darum kümmern sich die Justizfachangestellten. Sie erledigen die Büro-, Verwaltungs- und Sekretariatsaufgaben, die bei Gericht und Staatsanwaltschaft anfallen. Zu ihren Aufgaben gehört, dass sie Fristen überwachen, Akten anlegen, Protokolle erstellen und Schriftstücke beglaubigen. Daneben sind sie aber auch Ansprechpartner für die Bürger und Bürgerinnen, erteilen Auskünfte und beantworten deren Anfragen.

Damit du für den Beruf des Justizfachangestellten gut gerüstet bist, erlernst du alles Wichtige in deiner Ausbildung. Du erfährst z.B., was man bei der Formulierung von Texten beachten sollte, wie man Register führt oder Kosten berechnet. Nach deiner Ausbildung Justizfachangestellter wirst du dir ein eigenes juristisches Fachwissen angeeignet haben und dich gut mit den Gesetzen und Vorschriften auskennen.

Justizfachangestellte sind nach abgeschlossener Ausbildung nicht nur bei den verschiedenen Gerichten, wie Verwaltungs-, Zivil- oder Strafgericht, und Staatsanwaltschaften beschäftigt, sondern können auch in Notariaten und Rechtsanwaltskanzleien arbeiten. Ihre Tätigkeiten führen sie teils in ihrem Büro und teils in Gerichtssälen aus.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung

1. Ausbildungsjahr 867 €

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Justizfachangestellter? In deiner Ausbildung zum Justizfachangestellten bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Justizfachangestellter und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Justizfachangestellten lernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

In der Mitte des 2. Ausbildungsjahres findet eine schriftliche Zwischenprüfung statt. Am Ende deiner Ausbildung erfolgt die Abschlussprüfung. Diese besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Deine Prüfungen legst du bei einem Prüfungsausschuss ab, der von der zuständigen Stelle deines Bundeslandes errichtet wurde. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Justizfachangestellter nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Justizfachangestellte.

Das lernst du in der Ausbildung zum Justizfachangestellten: 

  • G wie Grundbuch: Im Grundbuch werden die Wirtschafts- und Rechtsverhältnisse eines Grundstückes dargelegt. In deiner Ausbildung lernst du, wie man dort Eintragungen ändert und löscht, Auszüge erstellt und Einsicht gewährt.
  • K wie Kosten: Richter und Gerichte müssen bezahlt werden, darum lernst du in deiner Ausbildung die Gerichtskasse kennen und erfährst, wie man Zahlungseingänge und -fristen überwacht.
  • P wie Protokoll: In Verhandlungen und bei Vernehmungen führen Justizfachangestellte ein Protokoll. Du lernst in deiner Ausbildung, wie ein Protokoll aufgebaut ist, wie es angefertigt wird und auf was du dabei achten musst.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich fortzubilden und die Karriereleiter nach oben zu klettern. Zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Betriebswirt für Verwaltung oder Recht. Du kannst aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Rechtswissenschaft oder BWL.

Justizfachangestellter: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
66%
Mittlere Reife
34%
Hauptschulabschluss
0%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Deutsch
Wirtschaft

3 wichtige Stärken:

Konfliktlösungsfähigkeit
Selbstorganisation
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Feste Zeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Justizfachangestellter kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die meisten Azubis starten mit (Fach-)Abitur in die Ausbildung wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit Realschulabschluss. 

Mit guten Noten in Mathe kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten, da Kosten- und Zinsberechnungen zu deinen Aufgaben in der Ausbildung zählen. Gute Leistungen in Deutsch und in Wirtschaft können ebenfalls bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, denn sie helfen dir beim Verfassen von Protokollen. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Justizfachangestellten mitbringst. In diesem Beruf sind vor allem Konfliktlösungsfähigkeiten gefragt sowie eine sorgfältige Arbeitsweise, z.B. bei Führen eines Protokolls. Da das Anlegen, Registrieren und Archivieren von Akten ebenfalls zu deinen Aufgaben zählt, solltest du zudem gut in der Selbstorganisation sein.

Justizfachangestellter ist ein kaufmännischer Beruf. Das Arbeitsumfeld eines Justizfachangestellten ist meist ein Büro, z.B. bei Gericht. In der Regel hast du feste Arbeitszeiten. Dienstreisen stehen nur in Ausnahmefällen an.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Im Gericht hast du in der Regel feste Arbeitszeiten und arbeitest in einem Büro mit deinen Kollegen zusammen. Kundenkontakt hast du z.B. bei Rechtsanwaltskanzleien, da du hier berätst und Auskünfte erteilst. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Justizfachangestellte am Telefon" © Erwin Wodicka - wodicka@aon.at / Fotolia