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Lacklaborant – Ausbildung & Beruf

Was passiert mit der Fahrradkette, wenn du dein Fahrrad eine Woche lang im Regen stehen lässt? Richtig, sie rostet: 4Fe + 3O2 + 6H2O → 2 Fe(OH)3

Dass der Rest von deinem Fahrrad nicht verrostet, verdankst du dem Lacklaboranten, der spezielle Lacke entwickelt, um beispielsweise der Korrosion vorzubeugen.

Was macht ein Lacklaborant?

Das Berufsbild Lacklaborant ist sehr facettenreich. Die Hauptaufgaben sind das Formulieren, Herstellen, Auftragen und Prüfen von Beschichtungsstoffen und -systemen für jegliche Oberflächen. Im Berufsalltag erfüllen Lacklaboranten auch ganz grundlegende chemische Aufgaben, wie das Trennen von Flüssigkeiten und Feststoffen oder das Messen von pH-Werten und Temperatur. Das Auftragen der Beschichtungsstoffe spielt natürlich eine sehr große Rolle. Lacklaboranten lernen dafür in ihrer Ausbildung verschiedene Techniken und den Einsatz von verschiedenen Werkzeugen, wie Pinsel, Rolle, Rakel und Druckluftspritzpistole. Auch die Trocknungs- und Härtungsverfahren sowie das anschließende Prüfen der Beschichtung sind wichtige Aufgaben. Spezielle Lacke, wie das schon genannte Korrosionsschutzsystem, müssen erst als chemische Formel auf Papier gebracht werden, bevor sie produziert und aufgetragen werden können. Da Lacklaboranten mit teils gefährlichen und giftigen Stoffen arbeiten, ist Schutzkleidung, wie Laborkittel und Schutzbrille, Pflicht. Wie die Arbeit mit toxischen Stoffen so umweltfreundlich wie möglich gestaltet wird, ist ebenfalls Inhalt der Berufsausbildung.

Im Berufsbild Lacklaborant können aber ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die Ausbildungsverordnung zum Lacklaborant.

Lacklaboranten arbeiten hauptsächlich in Labors, im Bereich Möbel-, Fahrzeug- oder Maschinenbau. Außerdem sind sie in Industrieunternehmen tätig, die Lack herstellen bzw. verarbeiten.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung auf 2,5-3 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

Schulische Voraussetzungen

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für den Beruf Lacklaborant. Allerdings erwarten viele Betriebe mindestens einen mittleren Schulabschluss. Das zeigt auch die Ausbildungspraxis: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhielten Bewerber mit Mittlerer Reife und (Fach-)Abitur jeweils knapp die Hälfte der Ausbildungsplätze. Allerdings gab es auch einen kleinen Prozentsatz an Auszubildenden mit Hauptschulabschluss. 

Für das Berufsbild Lacklaborant sind ein großes Interesse für Physik und Chemie sowie gute Mathematikkenntnisse Voraussetzung. Du solltest zudem sehr genau und sorgfältig arbeiten.

Quelle: Datensystem Auszubildende (http://www.bibb.de/dazubi)

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Bildnachweis: „Farbherstellung" © Dmitry Vereshchagin / Fotolia