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Chemielaborant – Ausbildung & Beruf

Was entsteht, wenn folgende Reaktion abläuft?

NAHCO3 + H+ --> NA+ + CO2 + H2O

Richtig, ein leckerer Kuchen, denn das ist die Reaktion von Backpulver beim Backen.

Was macht ein Chemielaborant?

Das Berufsbild Chemielaborant / Chemielaborantin zählt zu den sog. MINT-Berufen. „MINT“ ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In diesem Bereich werden viele Azubis gesucht, vor allem Mädchen. Es gibt sogar Initiativen, die Mädchen für MINT-Berufe begeistern wollen.

Die Aufgaben im Berufsbild Chemielaborant sind breit gefächert: Chemielaboranten planen Versuchsabläufe und -reihen, die sie dann durchführen, protokollieren und auswerten. Sie bedienen Laboreinrichtungen und Computer, reinigen und identifizieren Stoffe und stellen organische und anorganische Präparate her. Um Sicherheit für sich selbst und andere zu gewährleisten müssen Chemielaboranten besondere Vorsichtsmaßnahmen einhalten, zum Beispiel beim Umgang mit Gefahrstoffen. Deshalb gehört auch Schutzkleidung zum Arbeitsalltag.

In deiner Ausbildung zum Chemielaborant bzw. zur Chemielaborantin lernst du, wie man Proben nimmt, Messgeräte einsetzt, Lösungen herstellt (z.B. durch Eindampfen, Dekantieren), mit dem Laborcomputer umgeht und wie man Mikroorganismen in der Umwelt nachweist.

Chemielaboranten arbeiten beispielsweise in den Forschungs- und Entwicklungslaboren der Chemie-und Pharmaindustrie, der Farben- und Lackindustrie oder der Nahrungsmittelindustrie.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb), auch schulisch möglich

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung auf 3-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Chemielaborant? In deiner Ausbildung zum Chemielaboranten bist du abwechselnd in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb lernst du die praktische Seite des Berufsbildes Chemielaborant und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung führst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Während des zweiten Ausbildungsjahres findet Teil I der Abschlussprüfung statt. Am Ende der Ausbildung folgt dann Teil II der Abschlussprüfung mit 2 praktischen und 2 schriftlichen Prüfungsteilen. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Chemielaborant.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Chemielaboranten.

Das lernst du in der Ausbildung zum Chemielaboranten:

  • K wie Katalyse: Würde eine Reaktion unter normalen Bedingungen extrem langsam ablaufen, wird diese mit Hilfe eines Katalysators beschleunigt. Wie das funktioniert, lernst du in deiner Ausbildung zum Chemielaboranten.
  • S wie Stöchiometrie: Ins richtige Verhältnis gesetzt: Hier dreht sich alles um die mengenmäßige Zusammensetzung chemischer Verbindungen und deren Berechnung. Als Chemielaborant lernst du, wie Stoffe analysiert und hergestellt werden.
  • U wie Umweltrecht: Der Umwelt zuliebe! In der Ausbildung erfährst du, welche rechtlichen Regelungen es rund um das Thema Chemikalien gibt und wie du verantwortungsvoll mit Chemikalien umgehst.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Techniker für Chemietechnik oder zum Industriemeister für Chemie. Du könntest aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Studiengängen Chemie oder Chemieingenieurwesen.

Chemielaborant: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind. Dazu haben wir uns Stellenanzeigen unterschiedlicher Ausbildungsbetriebe angeschaut:

Welcher Schulabschluss wird von Arbeitgebern gewünscht?

Abitur/Fachabitur
10%
Mittlere Reife
69%
Hauptschulabschluss
14%
Beliebiger Abschluss
7%
Quelle: Eigene Auswertung von Stellenanzeigen auf AZUBIYO.de (Stand: Dezember 2016)

Wichtig sind gute Noten in:

34% Deutsch
48% Mathe
31% Englisch

Die 3 wichtigsten Stärken:

1
Sorgfalt & Genauigkeit
2
Analytische Fähigkeiten
3
Neugierde & Lernbereitschaft

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Labor, Forschungseinrichtung
Flexible Zeiten, Gleitzeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Chemielaborant bzw. Chemielaborantin kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Ungefähr zwei Drittel der Ausbilder erwarten aber einen mittleren Schulabschluss, 10% wünschen sich von Bewerbern sogar Abitur bzw. Fachabitur. Ungefähr genauso viele sind aber auch mit dem Hauptschulabschluss zufrieden. Und für einen kleinen Teil der Ausbilder ist dein Abschluss nicht relevant.

Für die Hälfte der Ausbildungsbetriebe sind gute Noten in Mathe wichtig. Außerdem legt jeweils ein Drittel Wert auf gute Deutsch- und Englischkenntnisse. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten bei dem Umgang mit Chemikalien ist, dass du sorgfältig und genau arbeiten kannst. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Chemielaboranten wünschen, sind analytische Fähigkeiten, Motivation für die Ausbildung und Lernbereitschaft.

Da der Chemielaborant ein biologisch-chemischer Beruf ist, bist du bei deiner Tätigkeit auch überwiegend im Umfeld Labor & Forschungseinrichtung tätig. Typisch für diesen Beruf sind flexible Zeiten (Gleitzeit), Dienstreisen kommen in der Regel nicht vor.

Aber Chemielaborant ist nicht gleich Chemielaborant. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

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Bildnachweis: „Zwei Chemielaboranten mit Schutzbrillen und Reagenzgläsern" © arek_malang / Shutterstock.com