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Notar / Notarin
Ausbildung & Beruf

Gehalt im Beruf 9.903 – 13.632 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer 7 – 8 Jahre
Ausbildungsart Studium, Referendariat & Notarprüfung
Empfohlener Abschluss Abitur

Aktualisiert am 09.07.2026

Was macht ein Notar (m/w/d)?

Ein Notar ist ein unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes, der im Bereich der vorsorgenden Rechtspflege tätig ist. Als Notar berätst du Mandanten, hältst ihren Willen schriftlich fest und sorgst dafür, dass Rechtsgeschäfte eindeutig dokumentiert sind. Zu deinen Kernaufgaben gehört das Beurkunden, Bescheinigen und Beglaubigen von Vorgängen – zum Beispiel bei Immobilienkaufverträgen, Eheverträgen, Testamenten oder Unternehmensprotokollen. Dabei klärst du deine Klienten immer umfassend über mögliche Rechtsfolgen auf. Du bereitest Dokumente vor, verliest deren Inhalt im nächsten Termin und beantwortest Rückfragen, bevor es zur Unterschrift kommt. Notare arbeiten dabei strikt unparteiisch und vertreten keine Seite, sondern begleiten alle Beteiligten neutral durch den Prozess.

Notartypen: Es gibt 2 Arten von Notaren: Anwaltsnotare und Nur-Notare. Anwaltsnotare haben auch eine Zulassung als Rechtsanwalt. Nur-Notare üben diese Tätigkeit hauptberuflich aus. Frei wählen kannst du aber nicht, welche Art von Notar du werden möchtest, das ist nämlich regional unterschiedlich. Tatsächlich gibt es sogar 3 Notarformen: In Baden-Württemberg gibt es noch Amtsnotare, die im Landesdienst bestellt werden. Hat ein Notar Angestellte, bildet er auch sein Fachpersonal aus und weiter.

Wo kann ich als Notar arbeiten?

Als Notar arbeitest du hauptsächlich in einem eigenen Notariat oder in einer Rechtsanwaltskanzlei mit angeschlossenem Notariat. Deinen Arbeitsalltag verbringst du dabei überwiegend in Büro- und Besprechungsräumen, wo du Mandanten empfängst, Verträge vorbereitest und Beurkundungstermine durchführst. Notarstellen findest du grundsätzlich in ganz Deutschland – von der Großstadt bis zur Kleinstadt.

Notar im Gespraech mit Mandanten

In einigen Bundesländern, zum Beispiel in Bayern, NRW oder Niedersachsen, sind Notare ausschließlich als Nur-Notare tätig, also hauptberuflich und ohne Zulassung als Rechtsanwalt. In anderen Ländern wie Hessen oder Hamburg gibt es das Anwaltsnotariat, bei dem du beides kombinierst. Baden-Württemberg ist ein Sonderfall: Dort gibt es zusätzlich Amtsnotare, die im staatlichen Dienst angestellt sind.

Arbeitszeiten als Notarin

Als Notarin arbeitest du in der Regel während der üblichen Bürozeiten, also von Montag bis Freitag. Abend- oder Wochenenddienste sind die Ausnahme und kommen nur in besonderen Situationen vor. Da du als Notar selbstständig tätig bist, genießt du vergleichsweise viel Flexibilität bei der Gestaltung deines Arbeitstages. Gleichzeitig bringt die Selbstständigkeit auch Verantwortung mit sich: Du bist für die Organisation deiner Kanzlei, die Betreuung deiner Mandanten und die Einhaltung aller Fristen selbst zuständig. Wer strukturiert und diszipliniert arbeitet, wird diese Freiheit schnell zu schätzen wissen.

Wie viel verdient ein Notar?

Als Notar gehörst du zu den bestbezahlten Berufen in Deutschland. Das monatliche Bruttogehalt liegt je nach Standort, Erfahrung und Kanzleigröße zwischen 9.903 und 13.632 Euro brutto im Monat. Da du als Notar in der Regel selbstständig arbeitest und eine eigene Kanzlei führst, hängt dein Einkommen stark vom Umfang deiner beurkundeten Fälle ab. In Ballungszentren mit hohem Immobilienaufkommen lässt sich in der Regel mehr verdienen als in ländlichen Regionen. Mit wachsender Berufserfahrung und einem gut laufenden Notariat kann das Einkommen deutlich steigen. Der Beruf lohnt sich finanziell, aber der Weg dorthin ist lang und aufwendig.

Wie viel verdient ein Notar in der Ausbildung?

In der Ausbildung zum Notar gibt es keine klassische Ausbildungsvergütung, da der Weg über ein vollständiges Jurastudium führt. Während des Studiums erhältst du in der Regel kein Gehalt. Im anschließenden zweijährigen Referendariat, das vor dem zweiten Staatsexamen absolviert wird, bekommst du eine sogenannte Unterhaltsbeihilfe, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfällt. Erst nach bestandenem zweiten Staatsexamen und dem Notaranwärterdienst startest du richtig in den Beruf. Als frisch ernannter Notar baust du dann deine eigene Kanzlei auf, was in den Anfangsjahren noch variablere Einnahmen bedeutet.

Du möchtest noch mehr wissen? Hier geht es zur Notar Gehaltsseite.

Wie läuft die Ausbildung als Notar ab?

Die Ausbildung zum Notar ist kein klassischer dualer Ausbildungsberuf, den du direkt nach der Schule beginnen kannst. Stattdessen führt der Weg über ein abgeschlossenes Jurastudium sowie das Bestehen beider juristischer Staatsexamen. Nach dem Studium musst du entweder mindestens fünf Jahre als Rechtsanwalt tätig sein, das gilt für Anwaltsnotare, oder einen dreijährigen Anwärterdienst, das sogenannte Ausbildungsnotariat, absolvieren. Anschließend wirst du Notarassessor und legst die notarielle Fachprüfung ab, die aus vier schriftlichen Klausuren und einer mündlichen Prüfung besteht.

Notar werden ohne Studium? Hast du kein Abitur gemacht oder kein abgeschlossenes Jurastudium, kannst du nicht Notar werden. Eine Zulassung für Quereinsteiger gibt es nicht. Wenn dich der Notarberuf aber interessiert, kannst du auch ohne Studium in einem Notariat arbeiten, nämlich als [Notarfachangestellter](/berufe/notarfachangestellter/

Wie lange dauert die Ausbildung als Notar?

Der Gesamtweg zum Notar dauert in der Regel sieben bis acht Jahre oder länger. Das Jurastudium selbst dauert etwa fünf Jahre, hinzu kommen oft ein bis zwei Semester in einem Repetitorium zur Vorbereitung auf das erste Staatsexamen. Nach dem zweiten Staatsexamen folgt je nach Notartyp entweder eine fünfjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt oder ein dreijähriger Anwärterdienst. Dazu kommt eine Praxisausbildung von mindestens 160 Stunden bei einem Ausbildungsnotar sowie die Vorbereitung auf die notarielle Fachprüfung. Wer den ganzen Weg inklusive Studium und Wartezeiten zusammenzählt, kommt schnell auf zehn Jahre.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Notar?

Während des Jurastudiums erlernst du alle grundlegenden Rechtsbereiche, die für die Notararbeit relevant sind. Im Anwärterdienst oder als Rechtsanwalt sammelst du dann wertvolle Praxiserfahrung. Die notarielle Fachprüfung und die Praxisausbildung beim Ausbildungsnotar bereiten dich gezielt auf die tägliche Arbeit vor. Im Einzelnen lernst du dabei:

  • Grundlagen des Bürgerlichen Rechts (BGB) und des Handelsrechts
  • Immobilien- und Grundbuchrecht
  • Erb- und Familienrecht
  • Gesellschaftsrecht und Unternehmensrecht
  • Beurkundungsrecht und notarielle Verfahren

Diese Inhalte sind Basis für alles, was du später in der Kanzlei täglich anwendest. Außerdem eignest du dir im Laufe der Zeit ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Lebenssituationen deiner Mandanten an.

Voraussetzungen für die Ausbildung als Notar

Die wichtigste Voraussetzung für den Beruf des Notars ist das abgeschlossene Jurastudium mit bestandenen beiden Staatsexamen. Für das Studium selbst brauchst du die allgemeine Hochschulreife, oft mit einem bestimmten Notendurchschnitt (NC), und manchmal sogar das Latinum.

Neben den formalen Anforderungen solltest du aber auch bestimmte Soft Skills mitbringen:

Für deine Arbeit als Notar sind Genauigkeit und Pünktlichkeit Grundvoraussetzungen. Darüber hinaus musst du unabhängig und unparteiisch sein. Notare beraten ihre Mandanten umfassend und neutral. Wichtig ist also auch Verschwiegenheit, denn die Angelegenheiten, die du klärst, sind vertraulich. Es geht hier um persönliche Angelegenheiten und deine Mandanten müssen dir vertrauen können. Dazu gehört auch eine gewisse Ausstrahlung, außerdem musst du gut und gerne erklären können. Denn die juristischen Fachwörter versteht nicht jeder: deine Aufgabe als Notar ist es auch, deinen Mandanten alles zu erläutern.

Weiterbildung und Karrierechancen als Notarin

Nach deiner Ernennung zur Notarin hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln. Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Fachwissen aktuell zu halten und neue Entwicklungen etwa im Gesellschaftsrecht, Vertragsrecht oder Insolvenzrecht zu verfolgen. Außerdem steht dir der Weg über ein weiterführendes Studium offen, um dich fachlich zu spezialisieren. Passende Studiengänge sind zum Beispiel Öffentliches Recht, Wirtschaftsrecht oder Rechtswissenschaft. Da die Ernennung zum Notar auf Lebenszeit bis zum vollendeten 70. Lebensjahr gilt, ist dein Amt nach der Ernennung langfristig gesichert. Wer es einmal zum Notar geschafft hat, kann sich also auf eine stabile und hochgeschätzte Karriere freuen.

Fazit: Vielfältige Chancen als Notar

Der Beruf des Notars bietet dir ein abwechslungsreiches, verantwortungsvolles Arbeitsfeld mit einem sehr guten Gehalt und hoher Jobsicherheit. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll und dauert rund ein Jahrzehnt. Er lohnt sich aber für alle, die Jura lieben und gerne eigenständig sowie neutral arbeiten. Du begleitest Menschen bei wichtigen Lebensentscheidungen, von der Immobilie über den Ehevertrag bis zum Testament, und sorgst dafür, dass alles rechtssicher festgehalten wird. Wenn du bereit bist, für dieses Ziel zu studieren, Praxiserfahrung zu sammeln und die notarielle Fachprüfung zu meistern, warten am Ende tolle Möglichkeiten auf dich.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Der Arbeitsmarkt für dich als Notar ist recht stabil, aber die Zahl der Stellen ist begrenzt. Viele Notare bleiben lange in ihrem Amt, darum gibt es nicht ständig neue Stellenangebote. Die Karrierechancen als Notar hängen stark vom Standort ab. In großen Städten ist die Konkurrenz höher, auf dem Land kann ein Notar dagegen gefragter sein.

Der Beruf Notar ist für Quereinsteiger nur sehr schwer möglich, weil du ein komplettes Jura-Studium mit allen Prüfungen brauchst. Eine kurze Umschulung reicht dafür nicht aus. Wenn du Quereinsteiger bist, kannst du aber in einer Kanzlei oder im Notariat anfangen und so schauen, ob der Beruf Notar langfristig zu dir passen könnte.

Als Notar solltest du sehr sorgfältig und zuverlässig arbeiten können, weil du wichtige Verträge betreust. Gute Kommunikationsfähigkeit hilft dir im Umgang mit Klienten. Außerdem brauchst du logisches Denken und ein gutes Gefühl für Texte. Als Notar musst du gut erklären können, organisiert sein und auch in stressigen Situationen ruhig und strukturiert bleiben.

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Bildnachweis: „Notarin spricht mit Mandanten“ ©fizkes – stock.adobe.com; „Notar im Gespräch mit Mandanten“ ©Rido - stock.adobe.com
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