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Rechtsanwaltsfachangestellter – Ausbildung & Beruf

Du hast Interesse an rechtswissenschaftlichen Themen, möchtest selbständig arbeiten und Sorgfalt sowie Zuverlässigkeit zählen zu deinen Stärken? Dann könnte der Beruf Rechtsanwaltsfachangestellter genau das Richtige für dich sein.

Was macht ein Rechtsanwaltsfachangestellter?

Auch Regina Halmich (Boxerin) startete zunächst als „rechte“ Hand von Rechtsanwälten, bevor sie sich für eine Karriere mit „Fäusten“ entschied.


Als Rechtsanwaltsfachangestellter bist du der erste Ansprechpartner für Mandanten, führst Termin-, Fristen- und Wiedervorlagekalender, fertigst Schriftsätze, berechnest Forderungen, überwachst und verbuchst Zahlungseingänge und bearbeitest die gesamte Korrespondenz. Oberste Gebote sind Sorgfalt und Vertraulichkeit.

Nach der Ausbildung arbeitest du in Rechtsanwaltskanzleien, Inkassobüros, bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder in Mahnabteilungen von Versandhäusern, Warenhausketten oder Banken.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Rechtsanwaltskammer

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Rechtsanwaltsfachangestellter? In deiner Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Rechtsanwaltsfachangestellter und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Am Anfang des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung, am Ende der Ausbildung wartet die Abschlussprüfung mit 4 schriftlichen Prüfungsteilen (in den Bereichen Geschäfts- und Leistungsprozesse, Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich, Vergütung und Kosten, Wirtschafts- und Sozialkunde) und einem mündlichen Prüfungsteil im Fach Mandantenbetreuung auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Rechtsanwaltsfachangestellter.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Rechtsanwaltsfachangestellte.

Ausbildungslexikon Rechtsanwaltsfachangestellte

Das lernst du in der Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten:

  • G wie Gerichtskosten: Gebühren für Gerichtskosten berechnen oder Zahlungsvorgänge kontrollieren – als Rechtsanwaltsfachangestellter lernst du wichtige kaufmännische Aufgaben kennen.
  • R wie Rechtspflege: Gesetze, Gesetze, Gesetze: Nach deiner Ausbildung weißt du Bescheid, wie geltendes Recht angewendet und durchgesetzt wird. 
  • Z wie Zivilrecht: Fit im BGB: Rechtsanwaltsfachangestellte müssen sich im Zivilrecht, insbesondere im Schuld- und Sachenrecht sowie im Handels- und Gesellschaftsrecht auskennen.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten. In Lehrgängen kannst du deine Fachkenntnisse auf den neuesten Stand bringen und erweitern. Oder du machst eine kaufmännische Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt mit Schwerpunkt Recht. Wenn du die Hochschulreife hast, kannst du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Rechtswissenschaft, Wirtschaftsrecht oder BWL.

Rechtsanwaltsfachangestellte: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, welche Schulfächer und Stärken besonders wichtig für die Ausbildung sind und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
38%
Mittlere Reife
55%
Hauptschulabschluss
6%
Kein Abschluss
1%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Deutsch
Wirtschaft / Recht

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt und Genauigkeit
Analytische Fähigkeiten
Selbstorganisation

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Feste Zeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Rechtsanwaltsfachangestellter kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Mehr als die Hälfte der Azubis hat einen mittleren Schulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit (Fach-)Abitur und ein sehr kleiner Teil hat einen Hauptschulabschluss. Es starten kaum Azubis ohne Schulabschluss in die Ausbildung.

Mit guten Noten in Wirtschaft/Recht kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten. Auch gute Mathe- und Deutschkenntnisse können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und Neugierde für die Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten mitbringst. Weitere Stärken, die man in diesem Beruf haben sollte, sind organisatorische Fähigkeiten und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Rechtsanwaltsfachangestellter ist ein kaufmännischer Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel ein Büro ist, also zum Beispiel Rechtsanwaltskanzleien, Inkassobüros oder auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Typisch für diesen Beruf sind feste Arbeitszeiten sowie Kontakt mit Mandanten. Dienstreisen kommen meist nur selten vor.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einer Anwaltskanzlei vereinbarst du vor allem Termine mit Mandanten und besprichst den Verfahrensablauf mit ihnen. Bei einer Bank bist du dagegen zum Beispiel in der Mahnabteilung tätig und bereitest Schriftstücke für Mahnverfahren vor. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Richter Hammer" © Tatiana Epifanova / Fotolia

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