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Notarfachangestellter – Ausbildung & Beruf

Wusstest du schon, dass der „Notar“ der lateinischen Wortherkunft zufolge ein „Geschwindschreiber“ ist? – Viel wichtiger als schnell schreiben zu können, ist für Notarfachangestellte allerdings, dass sie ihre Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft erledigen.

Was macht ein Notarfachangestellter?

So wie die Rechtsanwaltsfachangestellten die „rechte“ Hand von Rechtsanwälten sind, unterstützen die Notarfachangestellten Notare bei ihrer Arbeit.

Notarfachangestellte betreuen beispielsweise die Mandanten, vereinbaren mit ihnen Termine oder beraten sie bei Fragen zu deren Unterlagen. Darüber hinaus gehört zu ihren Tätigkeiten, Abschriften von Urkunden zu erstellen, Akten zu führen und den Zahlungsverkehr zu erledigen.

In der Ausbildung lernst du, wie man Akten oder Schriftstücke richtig ablegt und Kostenrechnungen erstellt. Außerdem wird dir beigebracht, was man beim Entwerfen von Ehe-, Kauf- oder Schenkungsverträgen beachten muss und wie man Termine und Fristen überwacht.

Später arbeitest du in Notariaten und Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat.

Falls dich auch die Aufgaben eines Rechtsanwaltsfachangestellten interessieren, kannst du diesen Beruf mit dem des Notarfachangestellten verbinden. Die Ausbildung Rechtsanwalts- und Notarfachangestellter ist nämlich eine Kombination beider Berufe.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Notarkammer

Notarfachangestellte: So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich bestimmt: Wie werde ich Notarfachangestellter? In deiner Ausbildung zum Notarfachangestellten bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb übernimmst du konkrete Aufgaben und lernst die praktische Seite des Berufsbildes Notarfachangestellter kennen. Das theoretische Hintergrundwissen wird dir in der Berufsschule vermittelt. Über deiner Aufgaben und Tätigkeiten während deiner Ausbildung führst du ein Berichtsheft. Es dient als Ausbildungsnachweis und wird von deinem Ausbilder regelmäßig überprüft.

Am Anfang des 2. Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung, die aus mehreren Prüfungsbereichen besteht. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Notarfachangestellter nennen.

Nach Abschluss deiner Notarfachangestellte-Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Fachwirt für Recht oder zum Betriebswirt. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Jura oder BWL.

Notarfachangestellter: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
62%
Mittlere Reife
37%
Hauptschulabschluss
1%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Wirtschaft / Recht
Deutsch

3 wichtige Stärken:

Analytische Fähigkeiten
Sorgfalt & Genauigkeit
Durchhaltevermögen

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Feste Zeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Notarfachangestellter kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die meisten Azubis haben das (Fach-)Abitur, gefolgt von Azubis mit einem Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Es beginnen kaum Azubis mit Hauptschulabschluss diese Ausbildung.

Gute Noten und Kenntnisse in Mathe und Wirtschaft/Recht zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir später im Beruf, da du zum einen mit Buchführung zu tun hast und zum anderen auch Mandanten über Rechtsangelegenheiten informierst. Auch gute Deutschkenntnisse können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Notarfachangestellten mitbringst. In diesem Beruf sind analytische Fähigkeiten wichtig, z.B. wenn du Rechnungen erstellst und prüfst. Zudem solltest du Durchhaltevermögen haben sowie eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise.

Notarfachangestellter ist ein kaufmännischer Beruf. Das Arbeitsumfeld eines Notarfachangestellten ist meist ein Büro, z.B. in Notariaten. In der Regel hast du feste Arbeitszeiten und Dienstreisen kommen nur in Ausnahmefällen vor.

Dein Arbeitsumfeld kann unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem großen Notariat kommst du z.B. mit vielen unterschiedlichen Themenschwerpunkten in Berührung während. Zudem hast du Kundenkotakt. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Junge Frau mit Aktenordnern" © contrastwerkstatt / Fotolia