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Staatsanwalt / Staatsanwältin
Ausbildung & Beruf

Staatsanwältin bei der Arbeit
Staatsanwältin bei der Arbeit

Du möchtest für Gerechtigkeit sorgen und dazu beitragen, dass Verbrecher angemessen bestraft werden? Du liebst Abwechslung und möchtest einen Beruf ausüben, der das Land sicherer macht? Dann ist Staatsanwalt eine gute Berufswahl!

Was macht ein Staatsanwalt (m/w/d)?

Als Staatsanwalt vertrittst du in Prozessen den Staat und klagst mutmaßliche Straftäter vor Gericht an. Dafür ist wichtig, dass die Beweislage ausreichend ist. Die Staatsanwaltschaft prüft fragliche Sachverhalte und leitet Ermittlungen ein. Darum stehst du als Staatsanwalt in engem Kontakt mit der Polizei.

Staatsanwälte sind dazu befugt, Auskünfte bei Behörden einzuholen und Zeugen zu befragen. Sie besichtigen Tatorte und entscheiden aufgrund der vorliegenden Beweise, wie weiter verfahren wird. Das Verfahren kann eingestellt werden, gegen Beschuldigte aber auch Anklage erhoben oder ein Strafbefehl herbeigeführt werden. Dabei sind Staatsanwälte und Staatsanwältinnen zwar weisungsgebunden und müssen im Auftrag des Dienstvorgesetzten handeln, können aber trotzdem in hohem Maß eigenständig arbeiten. 

Eine wichtige Aufgabe kommt dem Staatsanwalt auch im Prozess selbst zu, denn hier sorgen sie für die Durchführung fairer Verfahren und sprechen das Schlussplädoyer. Außerdem muss der Staatsanwalt das gefällte Urteil auf Richtigkeit und Gerechtigkeit überprüfen und kann – zu Gunsten oder zu Ungunsten von Angeklagten – Rechtsmittel einlegen. 

Ausbildung Staatsanwalt: Wie wird man Staatsanwalt?

Eine richtige Staatsanwalt Ausbildung gibt es nicht. Wer Staatsanwalt werden möchte, muss die Voraussetzungen nach § 9 des Deutschen Richtergesetzes erfüllen.

Die Voraussetzungen für die Arbeit als Staatsanwalt sind:

  • Deutscher im Sinne von Artikel 116 des Grundgesetzes
  • Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
  • Volljurist
  • Vorweisen erforderlicher sozialer Kompetenzen

Volljurist: Volljuristen sind Personen, die in Deutschland die Befähigung zum Richteramt haben. Sie haben ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit dem ersten juristischen Staatsexamen abgeschlossen, das ist also ihre Ausbildung. Danach haben sie ein zweijähriges Rechtsreferendariat absolviert und die zweite Staatsprüfung, die von dem staatlichen Justizprüfungsamt des jeweiligen Bundeslandes gestellt und bewertet wird, bestanden. Fachsprachlich heißt der Volljurist Assessor iuris.

Dauer: Damit du Staatsanwalt werden kannst, vergehen üblicherweise mindestens 7 Jahre. Dabei sind nur die reinen Studien- und Referendariatszeiten eingerechnet, also deine Ausbildung. Bereitest du dich durch ein Repetitorium auf die Staatsprüfungen vor, kann es auch länger dauern, bis du Volljurist bist.

Je nach Bundesland gibt es neben den bereits genannten Voraussetzungen noch weitere Punkte, die angehende Staatsanwälte erfüllen müssen. 

Dazu können gehören:

  • Bestimmte Punktzahl in der zweiten juristischen Staatsprüfung
  • Fachliche Qualifikationen
  • Höchstalter bei Einstellung, z. B. 42 oder 45 Jahre
  • Dienstfähigkeit, durch einen Amtsarzt bestätigt

Welche Fähigkeiten braucht ein Staatsanwalt?

Die geforderten sozialen Kompetenzen sind im Gesetz nicht weiter beschrieben. Bei den Justizministerien der Länder finden sich aber häufig Details. 

Als Staatsanwalt musst du nicht nur für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten, sondern auch Entschlusskraft und Verhandlungsgeschick an den Tag legen. 

Deine Arbeit kann belastend sein, darum sind Stressresistenz und Organisationsfähigkeit gefragt. Als Staatsanwalt musst du auch teamfähig sein und dich schnell in neue Rechtsgebiete einarbeiten können. 

Staatsanwalt werden: Bewerbung und Probezeit

Erfüllst du die formalen und sozialen Voraussetzungen, um Staatsanwalt zu werden, folgt nun zunächst die Bewerbung für den staatsanwaltlichen Probedienst im gewünschten Bundesland oder direkt bei der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft. Der Probedienst entspricht einer Art Ausbildung zum Staatsanwalt. Du wirst hier zunächst als Richter auf Probe eingestellt – die Bezeichnung gilt auch dann, wenn du nicht Richter, sondern Staatsanwalt wirst.

Bewerbung: In einigen Bundesländern gibt es keine Bewerbungsfristen, hier ist laufend eine Bewerbung für den Probedienst möglich. Achte darauf, welche Unterlagen du beilegen musst. Wichtig ist meist eine Einverständniserklärung für die Einsicht der Personalakten. Zur Bewerbung gehören auch ein tabellarischer Lebenslauf sowie deine Zeugnisse und Arbeitszeugnisse.

Die Probezeit dauert 3 bis 5 Jahre. Hier wirst du – je nach Bundesland – entweder nur in der Staatsanwaltschaft oder auch als Richter bei unterschiedlichen Gerichten eingesetzt. Hast du die Probezeit erfolgreich abgeschlossen, wirst du zum Staatsanwalt oder zur Staatsanwältin auf Lebenszeit ernannt.

Berufsaussichten als Staatsanwalt

Bist du einmal zum Staatsanwalt auf Lebenszeit ernannt, übernimmst du eine verantwortungsvolle Aufgabe für unsere Gesellschaft. Wichtig sind in deinem Beruf regelmäßige Weiterbildungen, beispielsweise durch die Deutsche Richterakademie. 

Durch Fortbildungen kannst du dich spezialisieren, beispielsweise auf Wirtschafts- oder Cyberkriminalität. Hier gibt es oft Sonderabteilungen, in denen du dann eingesetzt wirst.

Als Staatsanwalt hast du die Möglichkeit zur Beförderung, so kannst du Leitender Oberstaatsanwalt werden und die Staatsanwaltschaft eines Landgerichts leiten. Als Generalstaatsanwalt leitest du gleich einen ganzen Gerichtsbezirk. Staatsanwälte können auch abgeordnet werden, beispielsweise zum Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof oder an europäische oder internationale Institutionen.

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Weitere Infos

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