Staatsanwalt / Staatsanwältin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 30.04.2026
Was macht ein Staatsanwalt (m/w/d)?
Als Staatsanwalt vertrittst du in Prozessen den Staat und klagst mutmaßliche Straftäter vor Gericht an. Dafür ist wichtig, dass die Beweislage ausreichend ist. Die Staatsanwaltschaft prüft fragliche Sachverhalte und leitet Ermittlungen ein. Darum stehst du als Staatsanwalt in engem Kontakt mit der Polizei.
Staatsanwälte sind dazu befugt, Auskünfte bei Behörden einzuholen und Zeugen zu befragen. Sie besichtigen Tatorte und entscheiden aufgrund der vorliegenden Beweise, wie weiter verfahren wird. Das Verfahren kann eingestellt werden, gegen Beschuldigte aber auch Anklage erhoben oder ein Strafbefehl herbeigeführt werden. Dabei sind Staatsanwälte zwar weisungsgebunden und müssen im Auftrag des Dienstvorgesetzten handeln, können aber trotzdem in hohem Maß eigenständig arbeiten.
Eine wichtige Aufgabe kommt der Staatsanwältin auch im Prozess selbst zu, denn hier sorgen sie für die Durchführung fairer Verfahren und sprechen das Schlussplädoyer. Außerdem muss der Staatsanwalt das gefällte Urteil auf Richtigkeit und Gerechtigkeit überprüfen und kann – zu Gunsten oder zu Ungunsten von Angeklagten – Rechtsmittel einlegen.
Wo kann ich als Staatsanwalt arbeiten?
Als Staatsanwalt arbeitest du vor allem bei Staatsanwaltschaften. Diese gehören zur Justiz und sind meist bei Landgerichten oder Oberlandesgerichten angesiedelt. Je nach Bundesland gibt es größere Behörden in Städten und kleinere Standorte in der Region. Du kannst in allgemeinen Strafsachen arbeiten, aber auch in besonderen Bereichen, etwa Jugendkriminalität, Wirtschaftsstrafsachen, Betäubungsmittelkriminalität oder Cybercrime.
Außerdem gibt es Chancen bei Generalstaatsanwaltschaften, wenn du später mehr Verantwortung übernimmst. Dein Arbeitsplatz ist oft ein Büro, aber du bist nicht nur am Schreibtisch. Du nimmst auch an Gerichtsverhandlungen teil und kannst bei wichtigen Ermittlungen vor Ort eingebunden werden.
Die Arbeitszeiten als Staatsanwalt sind meistens an den öffentlichen Dienst angelehnt. Du arbeitest in der Regel tagsüber, oft mit festen Kernzeiten und einem gewissen Spielraum. Trotzdem ist der Beruf nicht immer planbar. Wenn eine große Verhandlung vorbereitet werden muss oder viele neue Akten eingehen, können längere Tage entstehen. Auch Eildienst kann vorkommen, zum Beispiel wenn nachts oder am Wochenende über dringende Maßnahmen entschieden werden muss. Dazu gehören etwa Haftfragen oder Durchsuchungen.
Ausbildungsorte als Staatsanwalt
Wie viel verdient man als Staatsanwalt?
Als Staatsanwalt bekommst du kein normales Gehalt wie in einem Unternehmen, sondern eine Besoldung. Im Schnitt kannst du dabei zwischen 6.052 und 8.330 Euro verdienen.
Du wirst in der Regel nach der Besoldungsordnung R bezahlt, die auch für Richter gilt. Beim Einstieg liegst du meist in der Besoldungsgruppe R1. Die genaue Höhe hängt vom Bundesland, deiner Erfahrungsstufe und möglichen Zuschlägen ab. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt die Besoldung automatisch. Wenn du später Oberstaatsanwalt oder leitender Oberstaatsanwalt wirst, erreichst du dann noch höhere Besoldungsgruppen und damit deutlich mehr Einkommen.
Wie viel verdient ein Staatsanwalt in der Ausbildung?
Eine klassische Ausbildung zum Staatsanwalt gibt es nicht. Deshalb bekommst du während des Studiums auch keine Ausbildungsvergütung. Im Jurastudium finanzierst du dich wie andere Studenten, zum Beispiel über BAföG, Nebenjobs, Stipendien oder Unterstützung der Familie. Erst im Referendariat erhältst du Geld vom Staat. Diese Zahlung heißt Unterhaltsbeihilfe und unterscheidet sich je nach Bundesland. Häufig liegt sie ungefähr zwischen 1.500 und 1.800 Euro brutto im Monat.
Wie läuft die Ausbildung als Staatsanwalt ab?
Der Weg zum Staatsanwalt beginnt mit dem Jurastudium. Dort lernst du die Grundlagen des Rechts, zum Beispiel Strafrecht, Zivilrecht und öffentliches Recht. Nach mehreren Semestern legst du das erste Staatsexamen ab. Danach folgt das Referendariat, also der juristische Vorbereitungsdienst. In dieser Zeit arbeitest du in verschiedenen Stationen mit, etwa bei Gericht, bei einer Staatsanwaltschaft, in der Verwaltung und bei einem Rechtsanwalt.
Am Ende steht das zweite Staatsexamen. Erst danach kannst du dich für den staatsanwaltlichen Dienst bewerben. Gute Noten sind hier in der Regel wichtig, weil die Justiz nur Bewerber nimmt, die fachlich und persönlich überzeugen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Staatsanwalt?
Damit du Staatsanwalt werden kannst, vergehen üblicherweise mindestens 7 Jahre. Dabei sind nur die reinen Studien- und Referendariatszeiten eingerechnet, also deine Ausbildung. Bereitest du dich durch ein Repetitorium auf die Staatsprüfungen vor, kann es auch länger dauern, bis du Volljurist bist.
Volljurist: Volljuristen sind Personen, die in Deutschland die Befähigung zum Richteramt haben. Sie haben ein rechtswissenschaftliches Studium (Jura) an einer Universität mit dem ersten juristischen Staatsexamen abgeschlossen, das ist also ihre Ausbildung. Danach haben sie ein zweijähriges Rechtsreferendariat absolviert und die zweite Staatsprüfung, die von dem staatlichen Justizprüfungsamt des jeweiligen Bundeslandes gestellt und bewertet wird, bestanden. Fachsprachlich heißt der Volljurist Assessor iuris.
Welche Voraussetzungen braucht man als Staatsanwalt?
Eine richtige Staatsanwalt Ausbildung gibt es nicht. Wer Staatsanwalt werden möchte, muss die Voraussetzungen nach § 9 des Deutschen Richtergesetzes erfüllen:
- Eintreten für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes
- Volljurist
- Vorweisen erforderlicher sozialer Kompetenzen
Je nach Bundesland gibt es neben den bereits genannten Voraussetzungen noch weitere Punkte, die angehende Staatsanwälte erfüllen müssen. Dazu können gehören:
- Bestimmte Punktzahl in der zweiten juristischen Staatsprüfung
- Fachliche Qualifikationen
- Höchstalter bei Einstellung, z. B. 42 oder 45 Jahre
- Dienstfähigkeit, durch einen Amtsarzt bestätigt
Welche Fähigkeiten braucht ein Staatsanwalt?
Die geforderten sozialen Kompetenzen sind im Gesetz nicht weiter beschrieben. Bei den Justizministerien der Länder finden sich aber häufig Details.
Als Staatsanwalt musst du nicht nur für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten, sondern auch Entschlusskraft und Verhandlungsgeschick an den Tag legen.
Deine Arbeit kann belastend sein, darum sind Stressresistenz und Organisationsfähigkeit gefragt. Als Staatsanwalt musst du auch teamfähig sein und dich schnell in neue Rechtsgebiete einarbeiten können.
Wie läuft die Bewerbung als Staatsanwalt ab?
Erfüllst du die formalen und sozialen Voraussetzungen, um Staatsanwalt zu werden, folgt nun zunächst die Bewerbung für den staatsanwaltlichen Probedienst im gewünschten Bundesland oder direkt bei der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft. Der Probedienst entspricht einer Art Ausbildung zum Staatsanwalt. Du wirst hier zunächst als Richter auf Probe eingestellt – die Bezeichnung gilt auch dann, wenn du nicht Richter, sondern Staatsanwalt wirst.
In einigen Bundesländern gibt es keine Bewerbungsfristen, hier ist laufend eine Bewerbung für den Probedienst möglich. Achte darauf, welche Unterlagen du beilegen musst. Wichtig ist meist eine Einverständniserklärung für die Einsicht der Personalakten. Zur Bewerbung gehören auch ein tabellarischer Lebenslauf sowie deine Zeugnisse und Arbeitszeugnisse.
Die Probezeit dauert 3 bis 5 Jahre. Hier wirst du – je nach Bundesland – entweder nur in der Staatsanwaltschaft oder auch als Richter bei unterschiedlichen Gerichten eingesetzt. Hast du die Probezeit erfolgreich abgeschlossen, wirst du zum Staatsanwalt oder zur Staatsanwältin auf Lebenszeit ernannt.
Ähnliche Ausbildungsberufe
Als Staatsanwalt lernst du auch nach der Einstellung weiter. Die Justiz bietet Fortbildungen an, zum Beispiel zu neuen Gesetzen, digitaler Kriminalität, Vernehmungstechnik oder Wirtschaftsstrafrecht. So kannst du dich fachlich spezialisieren und sicherer in schwierigen Verfahren werden. Mit Erfahrung übernimmst du komplexere Fälle oder wechselst in besondere Abteilungen.
Später kannst du Oberstaatsanwalt, leitender Oberstaatsanwalt oder sogar Generalstaatsanwalt werden. Auch Wechsel in Ministerien, an Gerichte oder in andere juristische Aufgaben sind möglich. Deine Karriere hängt vor allem von Leistung, Erfahrung, Beurteilungen und freien Stellen ab.
Staatsanwalt ist kein Ausbildungsberuf direkt nach der Schule, sondern ein langer juristischer Karriereweg. Du brauchst ein Jurastudium, zwei Staatsexamen und das Referendariat. Dafür bekommst du später einen Beruf mit viel Verantwortung, sicherem Einkommen und wichtigen Aufgaben für die Gesellschaft. Du entscheidest nicht allein über Schuld, aber du steuerst Ermittlungen, erhebst Anklage und trittst vor Gericht auf.
Der Beruf passt gut zu dir, wenn du genau arbeiten, fair urteilen und auch unter Druck ruhig bleiben kannst. Der Weg ist anspruchsvoll, aber er bietet dir klare Karrierechancen. Wenn dich Recht, Sprache und Gerechtigkeit interessieren, kann Staatsanwalt ein starkes Ziel sein.
Der Arbeitsmarkt als Staatsanwalt ist recht stabil, aber die Zahl der Stellen ist begrenzt. In der Justiz arbeitest du als Staatsanwalt fast immer im öffentlichen Dienst mit sicherem Gehalt. Viele Jobs entstehen bei Gerichten und Staatsanwaltschaften in größeren Städten. Deine Chancen steigen, wenn du flexibel bist, gute Noten hast und bereit bist umzuziehen.
Für Quereinsteiger ist der Beruf Staatsanwalt kaum geeignet, weil du ein volles Jura-Studium brauchst. Um Staatsanwalt zu werden, musst du beide Staatsexamen bestehen und das Referendariat abschließen. Ein echter Quereinstieg ohne Studium ist daher nicht möglich. Du kannst aber nach einem anderen juristischen Job später in die Justiz wechseln.
Als Staatsanwalt solltest du vor allem klar denken und fair entscheiden können. Neben Fachwissen braucht ein Staatsanwalt starke Nerven, Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit. Wichtige Fähigkeiten sind analytisches Denken, Kommunikationsstärke und gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift. Auch Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und ein sicheres Auftreten helfen dir in Verhandlung und Büroalltag. Stress solltest du gut aushalten können.
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