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Schornsteinfeger – Ausbildung & Beruf

Wird man als Schornsteinfeger auf der Straße erkannt, dann heißt es lächeln, freundlich sein und sich auch mal anfassen lassen – schließlich ist man ein wandelnder Glücksbringer. Die typische schwarze Arbeitskleidung hat eine lange Tradition. Dabei würde heutzutage die Farbe Grün auch sehr gut zum Schornsteinfeger passen. Durch seine Arbeit leistet er nämlich einen wichtigen Teil zum Umwelt­schutz.

Was macht ein Schornsteinfeger?

Im Mittelalter war der Schornsteinfeger für das Putzen der Kamine und Schornsteine zuständig, damit im Haus kein Feuer aus­bricht. In modernen Zeiten ist sein Aufgabenbereich wesentlich vielfältiger. Er kon­trolliert und reinigt sämtliche Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanalagen im Kehrbezirk. Neben Maß­nahmen zur Brand­verhütung führt der Schornsteinfeger auch bau- und umwelt­schutz­recht­liche Über­prüfungen durch und erstellt Gutachten. Außerdem berät er seine Kunden in Sachen Energie-Effizienz, wodurch er sowohl der Umwelt als auch dem Geldbeutel Glück beschert.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2 - 2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Handwerkskammer

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf und möchtest mehr erfahren? Deine Ausbildung findet parallel in Betrieb und Berufsschule statt. Theoretische Kenntnisse und prak­tische Fähigkeiten ergänzen sich so optimal. Während deiner Ausbildung führst du ein Berichts­heft. Dein Ausbilder über­prüft es regel­mäßig und bekommt dadurch einen Überblick über deine Aufgaben und Tätigkeiten.  

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Die Gesellenprüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil mit Arbeitsauftrag und Kundengespräch besteht, folgt am Ende der Ausbildung.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Genauere Informationen zu Inhalten und Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Schornsteinfeger.

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Das lernst du in der Ausbildung zum Schornsteinfeger:

  • B wie Brandschutz: Als Schornsteinfeger bist du DER Ansprechpartner für vorbeugenden Brandschutz. Mögliche bauliche Mängel erkennst du bei der regelmäßigen Feuerstättenbeschau. Aber auch im Ernstfall, z.B. bei Schornsteinbränden, ist deine Fachkunde gefragt.
  • G wie Gefahrstoffe: Asbest ist ein Material, das früher z.B. in Lüftungskanäle und Feuerschutztüren ein­ge­baut wur­de. Heute weiß man, dass Asbest-Staub krebserregend ist. Ein Schornsteinfeger er­kennt Gefahrstoffe wie Asbest und schützt sich mit spe­zieller Schutz­kleidung und Atemmasken.
  • K wie Klimaschutz: Das Treibhausgas Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung von organischem Material und treibt den Klimawandel voran. Schornsteinfeger betreiben aktiven Klimaschutz, indem sie den Schadstoff-Ausstoß und die Energieeffizienz von Heizungs­anlagen verbessern.

Du hast deine Gesellenprüfung erfolgreich abgelegt und strebst nun eine Weiterbildung an? Kein Problem, dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, z.B. als Schornsteinfegermeister. Denkbar wäre auch eine Weiterbildung als Fachwirt oder Techniker für Umweltschutz. Mit der (Fach-)Hochschulreife in der Tasche kommt vielleicht auch ein Studium der Versorgungs- oder Umwelttechnik infrage.

Schornsteinfeger: Voraussetzungen für die Ausbildung

Im AZUBIYO-Ausbildungsradar siehst du auf einen Blick, mit welchen persönlichen Stärken und Schulfächern und mit welchem Schulabschluss du gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen dich dort erwarten:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
14%
Mittlere Reife
58%
Hauptschulabschluss
28%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Physik / Chemie
Mathe
Werken / Technik

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: In der Natur / Im Freien
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Rechtlich gesehen benötigt man für die Ausbildung zum Schornsteinfeger keine bestimmte Vor­bildung. Die große Mehrheit der Azubis bringt aber laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) einen mittleren Schul­­abschluss mit, etwa ein Drittel den Hauptschulabschluss. Natürlich bietet auch die Hoch­schulreife gute Voraussetzungen, um eine Stelle zu ergattern.

Im Alltag des Schornsteinfegers spielen physikalische und chemische Zusammenhänge eine große Rolle. In diesem Kontext misst und beurteilt er Abgase und Verbrennungsrück­stän­de an Feuerungs­anlagen. Eine gute Note in den Fächern Physik und Chemie ist dabei hilfreich. Gute Grund­lagen in Mathematik braucht es bei der Erstellung von Prüfberichten. In diesen weist der „Mann in Schwarz“ Temperaturverläufe und Volumenströme aus und sollte deshalb geschickt mit Zahlen­wer­ten um­gehen können. Kenntnisse im Bereich Werken/Technik, insbesondere im technischen Zeichnen, er­leich­tern das Verständnis technischer Unterlagen.

Als Schornsteinfeger sollte handwerklich-technisches Geschick auf alle Fälle zu deinen Stärken zäh­len. Die Be­sei­ti­gung von Ablagerungen mit dem Kratzhammer oder mit Kehrgeräten ist z.T. harte Ar­beit. Sorgfalt & Genauig­keit erfordert das Durchführen von Messungen. Baurechtliche Regeln sowie Vorschriften zum Umwelt- und Klimaschutz müssen dabei streng beachtet werden. Außerdem ist in diesem Job ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahren­bewusst­sein notwendig. Nicht nur, weil du in luftiger Höhe arbeitest. Du trägst als Schornsteinfeger Sorge für die Sicherheit der Rauch­gas­anlagen und letztlich dafür, dass Personen und Umwelt keinen Schaden nehmen.

Das Arbeitsumfeld des Schornsteinfegers ist vielseitig. Bürotätigkeiten werden in diesem Beruf immer wichtiger. Viel Zeit verbringt man aber auch vor Ort beim Kunden, dem man möglichst schwindelfrei aufs Dach steigen darf. Dort werden Messungen und Reinigungsarbeiten durchgeführt – bei jeder Witterung. Im Heiz­keller kann es schon mal dunkel und eng zugehen. Hier finden wei­te­re Messungen und Über­prüfungen, u.U. in gebückter Haltung, statt.

Körperliche Beanspruchung gehört zu den typischen Arbeitsbedingungen des Schornsteinfegers, wenn auch nicht bei jeder Tätigkeit. Die Ar­beits­zeiten sind in diesem Job relativ geregelt. Eine gewisse Flexibilität wird im Kunden­service jedoch voraus­gesetzt.

Je nach Ausbildungsbetrieb kann dein Arbeitsumfeld aber unterschiedlich aussehen. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb am besten zu dir passt.

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Bildnachweis: „Schornsteinfeger bei der Arbeit" © pholidito / Fotolia

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