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10 häufige Fehler im Vorstellungsgespräch

Offensichtlich hat deine Bewerbung überzeugt, denn du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten! Damit hast du schon eine große Hürde gemeistert. Aber Vorsicht: Im Vorstellungsgespräch lauern einige schlimme Fettnäpfchen, die du lieber vermeiden solltest.

1. Du kommst mit schlechtem Atem zum Vorstellungsgespräch!
Vor deinem Gespräch hast du Hunger bekommen. Und du hast es sogar geschafft, dass keine Soße auf deine Kleidung getropft ist! Jetzt fühlst du dich erst so richtig bereit und es könnte losgehen. Oder doch nicht? Ein frischer Atem riecht anders… Tipp: Lutsch vor dem Gespräch noch ein Pfefferminzbonbon oder kau einen Kaugummi.

Aber Vorsicht! Nicht vergessen, den Kaugummi rechtzeitig rauszunehmen, denn das ist mindestens genauso unhöflich.

2. Du suchst dir selbst einen Platz!
Angekommen im Büro setzt du dich sofort auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Wohin denn auch sonst? Doch das ist schon wieder ein weiteres Fettnäpfchen, denn du solltest warten, bis der Chef dir einen Platz anbietet. Sollten mehrere Stühle aufgestellt sein und er bittet dich Platz zu nehmen, darfst du dir einen Platz auswählen. Aber bitte nicht den „Chefsessel“! Weiterhin solltest du dich nicht auf den Sitzplatz „lümmeln“, sondern gerade und mit offener Körperhaltung sitzen.

3. Du redest ohne Punkt und Komma!
Der Chef stellt dir eine Frage, zum Beispiel zu deinen Hobbys. Nun könntest du natürlich von all deinen Turnieren und Preisen in deinem Sport erzählen. Doch bitte halte es kurz und präzise. Besser ist es, wenn du 1 bis 2 Erfolge kurz und prägnant wiedergibst, um dein Gegenüber nicht zu langweilen oder gar zu ermüden.

4. Du lügst den Chef an!
Eine Lüge gilt nicht mehr als Fettnäpfchen, sondern schon eher als Todsünde. Ein Chef, der merkt, dass du gelogen hast, wird dich nicht einstellen – egal wie überzeugend das restliche Vorstellungsgespräch war. Denn wer lügt, dem kann man nicht vertrauen. Noch peinlicher ist es, wenn er die Lüge sofort entlarvt oder das Gespräch daraufhin abbricht. Es gilt: Bleibe immer ehrlich und gib Nervosität oder Unwissenheit zu. Das macht dich viel menschlicher, denn niemand kann alles wissen oder kennen!

5. Du „leierst“ nochmal deinen Lebenslauf runter!
Ein beliebter Einstieg beim Vorstellungsgespräch lautet: „Erzählen Sie mir bitte etwas zu Ihrer Person“. Solltest du einen totalen Blackout haben, ist das Nacherzählen des Lebenslaufes natürlich besser als nichts. Doch am besten ist es, du gehst auf bestimmte Punkte deines Lebenslaufes ein, wie zum Beispiel besondere Kenntnisse, die du in einem Praktikum / Wahlfach in der Schule vertiefen konntest und die für die Stelle von Nutzen sein könnten.

6. Du lästerst über andere!
Sollte deine Zeugnis- oder Praktikumsbemerkung nicht so gut ausgefallen sein und du wirst darauf angesprochen, schiebe niemals – wirklich niemals! – die Schuld auf andere. Das wirkt, als könntest du keine Kritik annehmen und keine Verantwortung übernehmen.

Wenn du wirklich Probleme mit dem Lehrer oder Praktikumsbetreuer hattest, lüge dein Gegenüber nicht an (Fehler 4). Mach es geschickter und sage, dass dir das Arbeitsklima nicht sehr zugesagt hat, da es dir zu unterkühlt und anonym war. Du suchst eher nach einem offenen teamorientierten Umgang.

7. Bei verbotenen Fragen reagierst du belehrend!
Verbotene Fragen, wie z.B. welche Partei du wählst, ob du eine Familie planst etc., sind ein schwieriges Thema. Einerseits darfst du rechtlich gesehen eine Antwort verweigern (Gleichbehandlungsgesetz), aber andererseits machst du keinen guten Eindruck, wenn du belehrend und besserwisserisch wirkst.

Bedenke: Bei kleineren Betrieben weiß der Chef oft nicht, dass solche Fragen verboten sind. Bei größeren Betrieben wollen manche Chefs testen, wie du auf schwierige Fragen und Situationen reagierst.

Der beste Weg ist, du weist die Frage freundlich zurück: „Entschuldigen Sie bitte, ich möchte über dieses Thema nicht reden“. Damit zeigst du, dass du Grenzen hast, und erscheinst viel souveräner. Sollte der Chef trotzdem weiterhin nachfragen, dürftest du ihn sogar anlügen (die einzige Ausnahme von Fehler 4). Allerdings musst du dir auch überlegen, ob du für solch einen aufdringlichen Chef arbeiten möchtest.

8. Du bist unvorbereitet!
Bei (fast) jedem Vorstellungsgespräch fragt der Chef, ob du noch weitere Fragen hast. Hier bitte nicht mit „Nein“ antworten, weil du froh bist es endlich zum Ende geschafft zu haben. Am Schluss kannst du noch einmal ehrliches Interesse signalisieren. Wenn dir gar nichts einfallen sollte, frag, wie viele Azubis das Unternehmen dieses Jahr einstellen möchte. Noch geschickter wäre eine „kluge“ Frage, direkt bezogen auf das Unternehmen. Recherchiere im Internet ein wenig über den Betrieb und dir wird sicherlich etwas einfallen. Ein Beispiel ist „Ich habe gelesen, dass Sie eine neue Filiale in der Mustermannstraße eröffnet haben. Wird das Unternehmen dieses Jahr noch weitere Standorte ausbauen?“

9. Du zeigst keine Tischmanieren!
Manchmal wird man bei längeren Vorstellungsgesprächen mit Mitbewerbern und (vielleicht) zukünftigen Kollegen in die Kantine eingeladen. Du wirst dich freuen endlich eine kleine Pause zu haben, in der du dich ganz natürlich geben kannst. Aber Vorsicht: Der Chef kann sich ein viel besseres Bild von dir machen, wenn du dich unbeobachtet fühlst.

Zeige dem Kollegium gute Tischmanieren – wenn du Pluspunkte sammeln möchtest, fange einen kleinen Smalltalk an. Dies ist ein Zeichen von Team- und Kommunikationsfähigkeit.

10. Du versuchst Mitbewerber auszustechen!
Gerade bei größeren Unternehmen kann es vorkommen, dass du nicht der Einzige bist, der an einem Tag interviewt wird. Oft wird auch noch ein „gekürztes“ Assessment-Center integriert, wo ihr zusammen oder alleine kleinere Aufgaben lösen müsst.

Es ist verständlich, dass du die (Ausbildungs-)Stelle bekommen möchtest und sie anderen Mitbewerbern nicht bereitwillig überlässt. Trotzdem solltest du anderen nicht ständig ins Wort fallen, um dein Wissen zeigen zu können, oder dich ständig selbst zum Gruppensprecher ernennen. Zeige sportlichen Teamgeist und gib deinen Mitbewerbern auch die Chance ihr Können zu zeigen. Denn am Ende wird „der Bessere gewinnen“ und nicht der Lauteste oder Aufdringlichste.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: Frag einfach deine Eltern oder Freunde, ob ihr nicht gemeinsam ein Vorstellungsgespräch simulieren könnt. Optimal wäre es, wenn ihr dieses auch noch auf Video aufnehmen würdet. So hast du selbst auch eine realistische Einschätzung, wie dein Auftreten auf andere wirkt.

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Bildnachweis: Mädchen vor Tafel © Christine Langer-Pueschel - Fotolia