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Baustoffprüfer / Baustoffprüferin
Ausbildung & Beruf

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Ausbildung Baustoffprüfer

Nach dem Labortag gestern geht es für dich heute auf eine Baustelle. Deine Prüfmittel hast du dabei, denn du musst feststellen, ob der Boden ordnungsgemäß verdichtet wurde. Erst dann kann weitergearbeitet werden. Gewissenhaft trägst du die Ergebnisse in dein Prüfblatt ein: Alles in Ordnung. Dann kannst du ja zur nächsten Baustelle fahren. Als Baustoffprüfer gibt es immer wieder Neues zu sehen, langweilig wird dir nie!

Berufsbild Baustoffprüfer / Baustoffprüferin

Was macht ein Baustoffprüfer (m/w/d)?

Das Berufsbild Baustoffprüfer ist sehr vielseitig. Die Hauptaufgabe besteht darin, verschiedene Materialien zu untersuchen, wie beispielsweise:

  • Baustoffe
  • Bindemittel
  • Böden & Fels
  • Recyclingmaterialien

Diese Materialien müssen zunächst als Probe entnommen werden, dabei können auch spezielle Bohrmaschinen zum Einsatz kommen. Beim Messen und Prüfen musst du dich mit verschiedenen Geräten auskennen und deine Ergebnisse später dokumentieren und bewerten.

Auch, wenn das Ergebnis negativ ausfällt, musst du das entsprechend kommunizieren – auch wenn der Auftraggeber damit vielleicht unzufrieden ist. Deine Berichte müssen notfalls auch vor Gericht Bestand haben, darum sind Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit sehr wichtig.

Wie sieht der Berufsalltag eines Baustoffprüfers aus?

Im Arbeitsalltag erhalten Baustoffprüfer Aufträge von der Laborleitung oder direkt vom Kunden. Für jeden Auftrag wird ein individueller Projektplan erstellt, der die einzelnen Arbeitsschritte ganz genau vorgibt. Der erste Schritt ist für gewöhnlich das Nehmen von Proben. Wenn ein Baustoffprüfer beispielsweise ermitteln soll, ob der Boden eines bestimmten Grundstücks bebaubar ist, nimmt er vor Ort eine Probe, die er dann im Labor genau untersucht. Hier muss er alle Prüf- und Messgeräte, die er für die verschiedenen Versuche benötigt, vorbereiten und den Versuchsbedingungen anpassen.

Bei der Untersuchung betrachtet er den jeweiligen Baustoff unter speziellen Aspekten, wie Dichte, pH-Wert, Wasserdurchlässigkeit und Zusammensetzung. Die Ergebnisse dokumentiert der Baustoffprüfer, um sie danach auswerten zu können. Nun vergleicht er seine Ergebnisse mit Normtabellen und erkennt somit, ob ein Boden ein Haus tragen kann oder ob ein bestimmter Asphalt der Beanspruchung des Straßenverkehrs standhält.

Wichtig ist, dass Baustoffprüfer bei der Arbeit stets Schutzkleidung wie Laborkittel, Handschuhe und Schutzbrille tragen, da sie teilweise mit hochgiftigen Stoffen arbeiten.

Baustoffprüfer auf Baustelle Baustoffprüfer mit Handschuhen Ziegel auf Baustelle Baustoffprüfer kontrolliert Platten

Wo arbeitet ein Baustoffprüfer?

Baustoffprüfer und Baustoffprüferinnen arbeiten in der Bauwirtschaft, in Steinbruchbetrieben oder in Überwachungs- und Forschungsunternehmen. Teilweise sind sie dabei in Laboren unterwegs

Je nach Unternehmen, Branche und beruflicher Position können im Berufsbild Baustoffprüfer unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen.

Ausbildung zum Baustoffprüfer / zur Baustoffprüferin

Wie werde ich Baustoffprüfer bzw. Baustoffprüferin?

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für den Beruf Baustoffprüferin. In der Vergangenheit hatten die meisten Azubis den Realschulabschluss oder sogar (Fach-)Abitur, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Immerhin etwa 10% der Ausbildungsanfänger wurden mit Hauptschulabschluss, ein kleiner Prozentsatz sogar ohne Schulabschluss eingestellt.

Was lernt man in der Baustoffprüfer-Ausbildung?

Die Ausbildung zum Baustoffprüfer dauert 3 Jahre und ist in 2 Teile aufgeteilt. In den ersten 1,5 Jahren lernst du mehr über die Grundlagen der Laborarbeit wie Messen und Prüfen. Danach wählst du einen Schwerpunkt:

  • Geotechnik
  • Mörtel- und Betontechnik
  • Asphalttechnik

Wenn dein Ausbildungsbetrieb sich auf eines dieser Felder spezialisiert hat, kannst du im Rahmen einer überbetrieblichen Ausbildung auch in die anderen Bereiche hineinschnuppern. Das ist wichtig, um auch die Arbeit dort kennenzulernen.

In der Berufsschule hast du allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, aber auch berufsspezifische wie Baustoffprüfungen planen oder Baustoffkunde. Hier sammelst du Erfahrungen in allen möglichen Schwerpunktbereichen, oft im Rahmen von Blockunterricht mit einem hohen Praxisanteil.

Die Inhalte und Aufgaben in deiner Ausbildung regelt die Ausbildungsverordnung zum Baustoffprüfer.

Art der Ausbildung:
dual (Berufsschule und Betrieb)
Art der Ausbildung: dual (Berufsschule und Betrieb)
Dauer der Ausbildung:
3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich
Ausbildungs­vergütung:
907 € – 1.116 €
Ausbildungs­vergütung: 907 € – 1.116 €

Wie viel verdient ein Baustoffprüfer in der Ausbildung?

Dein Gehalt als Baustoffprüfer bzw. als Baustoffprüferin ist abhängig von deinem Betrieb und dem Bundesland, in dem du arbeitest.

  • Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du im Schnitt 907 Euro brutto im Monat.
  • Im zweiten Ausbildungsjahr kannst du mit 978 Euro brutto im Monat rechnen.
  • Im dritten Ausbildungsjahr bekommst du ein Gehalt in Höhe von etwa 1.116 Euro brutto im Monat.

Du möchtest gerne noch mehr über den Lohn als Baustoffprüfer bzw. Baustoffprüferin erfahren? Dann schau dich gerne auf unserer Gehaltsseite um.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

H
Hamdi Basalt-Actien-Gesellschaft BAG

Was gefällt dir an deiner Ausbildung besonders gut? In meiner Ausbildung zum Baustoffprüfer begeistert mich vor allem der Zusammenhalt mit meinen Kollegen sowie die Eigenverantwortung und das Vertrauen, welches mir durch mein Team entgegengebracht wird. Außerdem bietet mir die Basalt AG ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungen, Ausbildungsveranstaltunge...

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D
Denise Framatome GmbH

Ich finde meine Ausbildung zur Werkstoffprüferin Metalltechnik sehr spannend. Es ist eine gute Mischung aus der Laborarbeit und der Büroarbeit. Bei uns in der Abteilung herrscht ein gutes Arbeitsklima mit hilfsbereiten Kollegen, die sich auch Zeit für einen nehmen, wenn man Fragen hat. Es gibt vier Bereiche (Metallografie, zerstörende Werkstoffprüfung, Korro...

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Passt die Ausbildung zum Baustoffprüfer / zur Baustoffprüferin zu mir?

Je nach Unternehmen, Branche und beruflicher Position können im Berufsbild Baustoffprüfer bzw. Baustoffprüferin ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen. Die Inhalte und Aufgaben in deiner Ausbildung regelt die Ausbildungsverordnung zum Baustoffprüfer. Im Folgenden kannst du checken, ob die Ausbildung zum Baustoffprüfer zu dir passt oder eher nicht.

Baustoffprüfer ist der richtige Beruf für dich, wenn

  • du Wert auf Präzision und Genauigkeit legst
  • du Lust auf abwechslungsreiche Tätigkeiten hast
  • du handwerklich geschickt bist
  • du gerne an unterschiedlichen Orten arbeitest

Baustoffprüfer ist nicht der passende Beruf für dich, wenn

  • du dich nicht durchsetzen kannst
  • dir Mathe, Chemie und Physik nicht liegen
  • du nicht gern Verantwortung trägst
  • du ungern im Labor arbeitest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Bau, Architektur & Vermessung kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen: Anpassungsfortbildung, Aufstiegsfortbildung & Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Baustoffprüfer / zur Baustoffprüferin

Die Anpassungsfortbildung hilft dir dabei dein theoretisches Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Vor allem die Bereiche Werkstoffprüfung, Chemie und Physik werden hierbei fokussiert.

Die Aufstiegsfortbildung eignet sich für dich wenn du Karriere machen möchtest. Dafür musst du eine Weiterbildung als Techniker im Bereich Werkstofftechnik oder Bautechnik absolvieren.

Typische Studienberufe für ausgebildete Baustoffprüfer sind:

  • Werkstoffwissenschaft, -technik
  • Bauingenieurwesen
  • Materialwissenschaft
  • Geotechnologie

Zukunftsaussichten & Nachhaltigkeit als Baustoffprüfer

Baustoffprüfer sorgen für die Einhaltung von Vorschriften und somit für Sicherheit. Das ist überall dort wichtig, wo gebaut wird – und Baustellen gibt es eigentlich immer. Deine Arbeit ist auch darum nachhaltig, weil gute und ordnungsgemäß hergestellte Materialien länger halten. Wichtig ist, dass du dich in deinem Berufsleben stetig weiterbildest, denn es kommen immer wieder neue Baustoffe auf den Markt oder Prüfverordnungen ändern sich.

Viele Baustoffprüfer bilden sich nach der Ausbildung weiter. Hast du mindestens 1 Jahr Berufserfahrung gesammelt, kannst du die Weiterbildung zum Werkstoff- und Prüftechniker machen. Auch danach stehen dir zahlreiche Karrieremöglichkeiten offen, wie Techniker, Industriemeister oder ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen.

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Bildnachweis: "Baustoffprüfer prüft verschiedene Erdbohrungen" ©Predrag Paunovic - stock.adobe.com, "Baustoffprüfer kontrolliert Platten" ©contrastwerkstatt - stock.adobe.com, "Baustoffprüfer auf Baustelle" ©buranatrakul - stock.adobe.com, "Ziegel auf Baustelle" ©Erwin Wodicka - stock.adobe.com