Graveur / Graveurin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 06.05.2026
Was macht ein Graveur (m/w/d)?
Als Graveur gestaltest du Oberflächen dauerhaft. Du bringst Schriften, Muster, Logos oder Bilder in Materialien wie Metall, Glas, Kunststoff, Holz oder Edelstein ein. Dafür nutzt du feine Handwerkzeuge, aber auch Maschinen, Laser und computergesteuerte Technik. Vor der eigentlichen Gravur prüfst du das Werkstück, planst den Ablauf und erstellst manchmal eine Zeichnung am Computer. Danach überträgst du das Motiv sehr genau auf die Oberfläche.
Fehler lassen sich oft nur schwer ausbessern, deshalb brauchst du Geduld und eine ruhige Hand. Typische Arbeiten sind Namensschilder, Schmuckstücke, Pokale, Stempel, Prägewerkzeuge oder technische Bauteile.
Wo kann ich als Graveur arbeiten?
Als Graveur findest du Arbeit vor allem in Betrieben, die Oberflächen bearbeiten oder Produkte veredeln. Dazu gehören Gravurwerkstätten, Schmuckbetriebe, Schilderhersteller, Metallbetriebe und Firmen im Werkzeug- oder Formenbau. Auch Industrieunternehmen kommen infrage, wenn Bauteile dauerhaft markiert, beschriftet oder verziert werden müssen.
Je nach Betrieb arbeitest du eher kreativ an Einzelstücken oder technisch an Serienaufträgen. In kleineren Werkstätten hast du oft direkten Kontakt zum Kunden und sprichst über Motive, Materialien und Wünsche. In größeren Firmen planst du stärker nach technischen Zeichnungen und festen Vorgaben. Wichtigster Arbeitsort von Graveuren ist die Werkstatt, wo sie mit unterschiedlichen Maschinen und Werkzeugen umgehen.
Die Arbeitszeiten als Graveur sind meist gut planbar. In vielen Betrieben arbeitest du werktags, also von Montag bis Freitag. Oft beginnt der Tag morgens und endet am Nachmittag oder frühen Abend. Schichtarbeit ist im klassischen Handwerk eher selten, kann in größeren Industriebetrieben aber vorkommen. Wenn ein Auftrag dringend fertig werden muss, kann es auch einmal längere Tage geben. Das passiert zum Beispiel vor Messen, Sportveranstaltungen oder Feiertagen, wenn viele Pokale, Schilder oder Geschenke bestellt werden.
Ausbildungsorte als Graveur
Wie viel verdient ein Graveur?
Bist du als Graveur in der Metallindustrie tätig, kannst du mit 3.000 bis 3.600 Euro im Monat rechnen. Wirst du dagegen nach dem Tarifvertrag für Galvaniseure, Graveure und Metallbildner bezahlt, sind 2.700 bis 2.800 Euro üblich.
Das Gehalt als Graveur hängt allgemein stark vom Betrieb, der Region und deiner Erfahrung ab. In kleinen Handwerksbetrieben kann der Verdienst niedriger sein als in tarifgebundenen Industrieunternehmen. Nach der Ausbildung steigst du meist als Geselle ein und übernimmst nach und nach mehr Verantwortung. Wenn du sicher mit CNC-Technik, Lasergravur oder besonderen Materialien arbeitest, verbessert das aber oftmals deine Chancen.
Wie viel verdient ein Graveur in der Ausbildung?
Wirst du als Holz- und Bautenschützerin nach dem Tarifvertrag für das Graveur- und Metallbildnerhandwerk bezahlt, kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:
- im 1. Ausbildungsjahr: 770 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 805 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 921 Euro
Wie läuft die Ausbildung als Graveur ab?
Möchtest du Graveur werden, führt der Weg über eine 3-jährige duale Ausbildung. Im Gegensatz zu einer schulischen Ausbildung arbeitest du neben der Zeit an der Schule also schon im Ausbildungsbetrieb mit.
Während der Ausbildungszeit ist es deine Aufgabe, ein Berichtsheft zu führen. Im Berichtsheft notierst du, welche Aufgaben und Tätigkeiten du übernommen hast. Dein Ausbilder wiederum kontrolliert es regelmäßig.
Wie lange dauert die Ausbildung als Graveur?
Die Ausbildung als Graveur dauert regulär 3 Jahre. In der Mitte des 2. Ausbildungsjahres steht für dich der 1. Teil deiner Abschlussprüfung bzw. Gesellenprüfung an. Der 2. Teil folgt dann am Ende der Ausbildung.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zeit verkürzt werden, zum Beispiel bei sehr guten Leistungen oder wenn du schon eine passende Vorbildung hast. Darüber entscheidet nicht allein der Betrieb, sondern es müssen bestimmte Regeln erfüllt sein. Sprich deshalb früh mit deinem Ausbilder, wenn du verkürzen möchtest.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Graveur?
In der Ausbildung lernst du, wie aus einem Entwurf eine saubere Gravur wird. Dazu gehört zuerst die Planung: Du liest Zeichnungen, wertest Daten aus und legst Arbeitsschritte fest. Danach bereitest du Werkstücke vor und wählst passende Werkzeuge, Maschinen oder Lasertechnik. Du übst Flachstiche, stellst Gravierwerkzeuge her und hältst sie instand.
Außerdem beschäftigst du dich mit Oberflächen, Beschilderungen, Stempeln, Formen und Prägewerkzeugen. Wichtig ist auch, Ergebnisse zu messen und zu kontrollieren. Neben dem Handwerk lernst du Regeln zu Sicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz und digitaler Arbeit kennen. So verstehst du nicht nur einzelne Techniken, sondern den kompletten Weg vom Auftrag bis zum fertigen Produkt.
Für die Ausbildung als Graveur ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Betriebe achten aber auf gute Grundlagen in Mathe, Werken, Technik und Kunst. Wichtig ist, dass du sorgfältig arbeitest und dich längere Zeit konzentrieren kannst. Der Beruf passt zu dir, wenn du genaue Ergebnisse magst und gern mit den Händen arbeitest. Das solltest du mitbringen:
- Du hast eine ruhige Hand und gute Feinmotorik.
- Du interessierst dich für Technik, Gestaltung und Materialien.
- Du kannst Zeichnungen lesen und räumlich denken.
- Du arbeitest geduldig, sauber und verantwortungsbewusst.
Auch ein Praktikum kann dir helfen. Dabei merkst du schnell, ob dir die Werkstatt, die Maschinen und die genaue Arbeit liegen.
Ähnliche Ausbildungsberufe
Nach der Ausbildung kannst du dich fachlich und beruflich weiterentwickeln. Eine wichtige Möglichkeit ist der Meister im Graveurhandwerk. Damit kannst du mehr Verantwortung übernehmen, einen Betrieb leiten oder selbst Azubis ausbilden. Wenn du gern gestaltest, kann auch eine Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk passen. Für technische Aufgaben kommen Fortbildungen in CNC-Technik, Lasergravur, CAD oder Qualitätssicherung infrage.
Mit genug Erfahrung kannst du dich aber auch auf Schmuckgravur, Industriegravur, Stempelbau, Restaurierung oder Oberflächenveredelung spezialisieren. Auch der Weg in die Selbstständigkeit ist möglich, wenn du eigene Kunden gewinnen und gut kalkulieren kannst.
Die Ausbildung als Graveur passt zu dir, wenn du genau arbeiten willst und kreative Ideen gern praktisch umsetzt. Du gestaltest nicht nur schöne Oberflächen, sondern sorgst auch für dauerhafte Kennzeichnungen an wichtigen Produkten. Der Beruf verbindet damit Handarbeit mit moderner Technik, denn neben Stichel und Werkzeug spielen Computer, Maschinen und Laser eine große Rolle. Dadurch wird dein Arbeitsalltag abwechslungsreich und zukunftsnah. Du brauchst Geduld, Sorgfalt und Interesse an Materialien.
Auf dem Arbeitsmarkt hast du als Graveur gute Chancen, weil Fachkräfte in diesem Handwerk selten sind. Du findest Jobs in Werkstätten, Schmuck-Ateliers und in der Industrie, zum Beispiel im Werkzeug- oder Maschinenbau. Dort fertigst du Serien und Einzelstücke. Durch CNC- und Lasergravur entstehen neue Einsatzbereiche. Wenn du dich weiterbildest, kannst du als Graveur Verantwortung übernehmen und bessere Stellen bekommen.
Für einen Quereinstieg ist der Beruf Graveur gut geeignet, wenn du Geduld und handwerkliches Geschick mitbringst. Viele Betriebe achten mehr auf praktische Fähigkeiten als auf Zeugnisse. Du kannst über Kurse, Praktika oder eine Umschulung Basiswissen aufbauen. Wichtig sind eine saubere Arbeitsweise und Freude an Details. Wenn du Engagement zeigst, kannst du als Graveur auch ohne klassischen Weg starten.
Um als Graveur erfolgreich zu sein, brauchst du vor allem eine ruhige Hand und ein gutes Auge für Details. Du arbeitest viel mit feinen Werkzeugen, Maschinen und am Computer. Kreativität hilft dir bei Schriftzügen und Mustern. Außerdem solltest du konzentriert, sorgfältig und zuverlässig sein. Technisches Verständnis macht dir Zeichnungen und Maschinenbedienung leichter und unterstützt dich täglich als Graveur.
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Bildnachweis: „Graveur bei der Arbeit" © gualtiero boffi - stock.adobe.com; „Graveure arbeiten mit Graviermaschinen" ©Daniel Jędzura - stock.adobe.com