Vergolder / Vergolderin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 16.03.2026
Was macht ein Vergolder (m/w/d)?
Ein Vergolder führt hauptsächlich Vergoldungen und Metallisierungen durch, d.h. du veredelst Oberflächen mit Blattgold, Metallfolien oder speziellen Lacken. Dabei restaurierst du schadhafte Stellen oder gestaltest sogar die gesamte Oberfläche neu. Du versiehst beispielsweise Stuckornamente, Inschriften, Skulpturen, Möbel, Altäre, Wand- oder Deckenornamente mit Blattgold. Dabei bereitest du zuerst den Untergrund vor, schleifst, spachtelst und grundierst Holz, Gips oder Metall. Danach trägst du Klebemittel auf und legst das dünne Blattgold vorsichtig auf. Des Weiteren gestalten Vergolder Spiegel- oder Gemälderahmen oder stellen plastische Ornamente selbst her.
Wo kann ich als Vergolder arbeiten?
Als Vergolder findest du vor allem Arbeit in spezialisierten Werkstätten wie Vergolderwerkstätten, Betrieben für Bilderrahmen, Restaurierungswerkstätten oder Ateliers für Innenausstattung. Auch in Museen, Denkmalpflege-Betrieben und Kirchenverwaltungen kannst du beschäftigt sein, wenn es um wertvolle Kunstwerke oder historische Räume geht. Mit etwas Berufserfahrung kannst du dich auch selbstständig machen und eine eigene Werkstatt eröffnen. Dann arbeitest du direkt für Galerien, Sammler oder Privatkunden.
Vergolder arbeiten zum großen Teil in einer Werkstatt oder direkt beim Kunden vor Ort. Das kann z. B. in einer Kirche sein, in der Objekte restauriert werden müssen, die nicht transportiert werden können.
Als Vergolderin hast du meist geregelte Arbeitszeiten in der Werkstatt, oft von Montag bis Freitag zu üblichen Bürozeiten. In manchen Betrieben kann es aber auch vorkommen, dass du auf Baustellen oder in Kirchen arbeitest und deine Zeiten dort anpassen musst. Dann kann der Tag auch mal früher beginnen oder etwas länger dauern.
Termindruck gibt es vor allem, wenn Ausstellungen, Einweihungen oder Eröffnungen anstehen und ein Projekt rechtzeitig fertig werden muss. Schichtarbeit ist in handwerklichen Berufen eher selten. Am Wochenende wird normalerweise nicht gearbeitet, außer bei besonderen Projekten oder auf selbstständiger Basis.
Ausbildungsorte als Vergolder
Wie viel verdient ein Vergolder?
Das Gehalt als Vergolder hängt stark von Betrieb, Region und Berufserfahrung ab. In kleinen Handwerksbetrieben sind die Löhne meist etwas niedriger als in öffentlichen Einrichtungen oder größeren Werkstätten. Bist du im Maler- und Lackiererhandwerk eingestellt, beträgt dein tarifliches Einstiegsgehalt ca. 2.600 Euro im Monat. Später kannst du mit Zusatzqualifikationen, zum Beispiel als Meister, bessere Verdienste erreichen. Arbeitest du im öffentlichen Dienst, gelten oft feste Tarifverträge mit klaren Stufen. Bist du selbstständig, hängt dein Einkommen stark von deinen Aufträgen und deinem Ruf ab. Hochwertige Restaurierungen und Kunstprojekte können dann gut bezahlt sein.
Wie viel verdient ein Vergolder in der Ausbildung?
Wie viel du in deiner Ausbildung als Vergolder verdienst, hängt vor allem von deinem Ausbildungsunternehmen ab. Je nach Bundesland fällt das Gehalt unterschiedlich hoch aus. Darüber beeinflusst auch ein eventueller Tarifvertrag die Höhe deiner Ausbildungsvergütung. Wirst du nach dem Tarifvertrag fürs Metallhandwerk bezahlt, könnte dein Gehalt in der Ausbildung so aussehen:
- im 1. Ausbildungsjahr: 888 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 978 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 1.096 Euro
Wie läuft die Ausbildung als Vergolder ab?
Die Ausbildung zum Vergolder ist eine 3-jährige duale Ausbildung. Das bedeutet, du besuchst sowohl die Berufsschule als auch einen Ausbildungsbetrieb. Im Ausbildungsbetrieb arbeitest du von Anfang an praktisch mit, zum Beispiel beim Vorbereiten von Oberflächen, beim Vergolden oder beim Restaurieren. In der Berufsschule bekommst du das theoretische Wissen dazu. Dazu gehören Inhalte wie Materialkunde, Kunstgeschichte, Gestaltung und Oberflächentechnik. Du lernst auch, wie du Arbeitsabläufe planst, Kosten einschätzt und Aufträge dokumentierst. In Projekten arbeitest du oft an echten Rahmen oder Dekorationselementen.
Vor dem Ende des 2. Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Hier musst du unter Beweis stellen, was du bereits gelernt hast. Die Abschlussprüfung, deine Gesellenprüfung, folgt nach dem 3. Jahr. Dort musst du ein praktisches Werkstück herstellen und dein Wissen in schriftlichen Prüfungen zeigen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Vergolder?
Die Ausbildung als Vergolder dauert in der Regel drei Jahre. Es handelt sich um eine anerkannte Ausbildung im Handwerk, die nach der Handwerksordnung geregelt ist. In dieser Zeit arbeitest du abwechselnd im Betrieb und besuchst die Berufsschule, meist in Blockform oder an festen Wochentagen.
Wenn du sehr gute Leistungen hast oder schon eine passende Vorbildung mitbringst, kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. Das ist zum Beispiel nach einem einschlägigen schulischen Abschluss oder einer anderen abgeschlossenen Ausbildung möglich. Eine Verkürzung kannst du aber nur in Abspache mit deinem Ausbildungsbetrieb und der zuständigen Handwerkskammer beantragen.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Vergolder?
In deiner dualen Ausbildung lernst du alle Grundlagen, die du in deinem späteren Beruf als Vergolder gebrauchen kannst. Typische Themen in der Vergolder Ausbildung sind zum Beispiel:
- Untergrundbearbeitung von Holz, Gips und Metall sowie die richtige Werkzeugwahl
- Vergoldetechniken, Patinieren, Lackieren und kreative Oberflächengestaltung
- Grundlagen der Restaurierung, Dokumentation von Schäden und Konservierung
Im Ausbildungsbetrieb lernst du beispielsweise, wie Grundierungen angesetzt, zubereitet und aufgebracht werden. Außerdem wird dir gezeigt, wie du Metalluntergründe entfettest, entrostest und vor Korrosion schützt. Auch das eigentliche Vergolden, also wie man Öl-, Glanz- und Mattvergoldungen ausführt, übst du. Nicht zuletzt stellst du auch Negativformen aus Silikon her und lernst, wie man Schriften selbst malt.
In der Berufsschule lernst du fachspezifisches Wissen in Bereichen wie farblicher Oberflächengestaltung sowie Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten. Darüber hinaus belegst du während der Vergolder Ausbildung aber auch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Für die Ausbildung als Vergolder ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen viele Betriebe aber Bewerber mit mittlerer Reife ein. Viel wichtiger als dein Abschluss sind aber deine Soft Skills. Für den Beruf brauchst du handwerkliches Geschick, Sorgfalt und ein gutes Auge für Details. Du solltest zudem Geduld mitbringen, denn viele Arbeitsschritte sind sehr fein und dauern lange. Mathekenntnisse helfen dir bei Maßarbeit und Materialberechnung. Wenn dir Kunst, Design und feine Arbeiten Spaß machen, passt der Beruf gut zu dir.
- Werken/Technik
- Mathe
- Kunst
- Handwerkliche Begabung
- Fingergeschick
- Gespür für Ästhetik
- Umfeld: Werkstätten
- Arbeit bei Dämpfen, Staub und Gerüchen
- Teilweise körperlich anstrengende Arbeit
Du weißt noch nicht genau, welcher Beruf der Richtige ist, aber ein Handwerksberuf soll es sein?
Ähnliche Ausbildungsberufe
Als ausgelernte Vergolderin hast du viele Möglichkeiten, dich weiterzuentwickeln. Eine wichtige Option ist die Meisterschule im Vergolder-Handwerk. Als Vergoldermeister kannst du später eine eigene Werkstatt führen, Lehrlinge ausbilden und anspruchsvollere Projekte übernehmen. Das verbessert auch deine Verdienstchancen.
Daneben gibt es zahlreiche Fachkurse, zum Beispiel zu Restaurierung, Denkmalpflege oder speziellen Vergoldetechniken. Interessierst du dich für Kunst und Geschichte, kann eine Weiterbildung in Restaurierung oder ein Studium im Bereich Konservierung eine Perspektive sein. Du kannst dich auch auf bestimmte Bereiche spezialisieren, etwa Kirchenkunst, Bilderrahmen oder Innenausbau. Mit Erfahrung sind Leitungsfunktionen in Werkstätten oder im musealen Bereich möglich.
Die Ausbildung als Vergolder ist ideal, wenn du kreativ bist und gerne mit deinen Händen arbeitest. Du kombinierst Kunst, Handwerk und Technik und verwandelst einfache Oberflächen in besondere Schmuckstücke. Dabei arbeitest du an Rahmen, Möbeln, Skulpturen oder ganzen Räumen und gibst alten Objekten neuen Glanz.
Auch wenn die Vergolder Ausbildung finanziell eher klein startet, bietet sie dir spannende Aufgaben und echte Nischenkenntnisse. Mit Weiterbildungen, zum Beispiel als Meister oder im Bereich Restaurierung, kannst du deine Karriere selbst gestalten. Ob in der Werkstatt, im Museum oder später im eigenen Betrieb: Als Vergolder warten vielseitige Projekte auf dich, bei denen du dein Talent sichtbar machen kannst.
Als Vergolder hast du in Deutschland vor allem im Kunsthandwerk und in der Restaurierung gute Chancen. In Werkstätten, Ateliers und im Innenausbau werden immer wieder Vergolder gesucht, vor allem wenn du eine solide Ausbildung hast. Spezialwissen zu Blattgold, Oberflächengestaltung und Restaurierung macht dich auf dem Arbeitsmarkt besonders interessant und hilft dir bei Bewerbungen.
Für Quereinsteiger ist der Beruf Vergolder auf jeden Fall möglich, wenn sie handwerklich geschickt sind. Hast du schon Erfahrung als Maler, Lackierer oder Tischler, kannst du vieles gut übertragen und dich als Vergolder weiterentwickeln. Praktika, Umschulungen und Kurse zu Vergoldung und Oberflächentechnik helfen dir, Fuß zu fassen und Betriebe von dir zu überzeugen.
Als Vergolder brauchst du vor allem eine ruhige Hand, Geduld und genaues Arbeiten. Du solltest Spaß an kreativen Aufgaben haben, Farben und Formen gut einschätzen können und saubere Oberflächen lieben. Feinmotorik, Konzentration, handwerkliches Geschick und ein gutes Auge fürs Detail sind wichtige Fähigkeiten, um später im Beruf erfolgreich zu sein.
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