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Stuckateur – Ausbildung & Beruf

Beim Beruf des Stuckateurs dreht sich alles ums Putzen – allerdings ohne Wischmop und Putzmittel. Dafür mit Mörtel, Stuck und Putzmaschine! Und das Endergebnis kann sich mindestens genauso sehen lassen.

Was macht ein Stuckateur?

Stuckateure geben Häusern und Räumen ihr individuelles Aussehen, denn sie sind Fachleute für Innenausbau und Fassadengestaltung. Als Stuckateur hast du viele verschiedene Aufgaben, langweilig wird es in diesem Beruf also nicht. Dein Aufgabengebiet reicht vom Verputzen von Rohbauten über Wärmedämmung bis hin zum Gestalten und Restaurieren von historischen Fassaden.

Die Ausbildung zum Stuckateur ist sehr abwechslungsreich: Du lernst, wie Putze hergestellt und aufgetragen werden, wie Wände aus Gipswandbauplatten gesetzt werden und auch wie man Zeichnungen liest und eigene Aufmaßskizzen anfertigt. Außerdem bekommst du in der Ausbildung beigebracht wie man Putz- und Stuckschäden beurteilt und welche Maßnahmen man zur Schadensbegrenzung einleiten kann oder wie du am besten die Geräte und Maschinen auswählst,anforderst und vorbereitest. 

Im Berufsbild Stuckateur können aber ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die die Ausbildungsverordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft.

Als Stuckateur arbeitest du in erster Linie auf Baustellen in Gebäuden oder im Freien. Nach deiner Ausbildung bist du in Betrieben des Stuckateurhandwerks, in industriellen Ausbaubetrieben oder im Fassaden- und Trockenbau beschäftigt. Zudem kannst du auch in Restaurierungswerkstätten, bei Betreibern historischer Stätten und bei Ämtern für Denkmalpflege tätig werden.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK oder HWK

So läuft die Ausbildung ab

Du wolltest schon immer Stuckateur werden? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Stuckateur? In deiner Ausbildung zum Stuckateur bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Die praktische Seite des Berufsbildes lernst du im Betrieb kennen, indem du konkrete Aufgaben übernimmst. Das theoretische Hintergrundwissen wird dir in der Berufsschule vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Stuckateur lernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Am Ende des 1. Ausbildungsjahres absolvierst du die Zwischenprüfung. Die Abschluss-/ Gesellenprüfung wartet am Ende deiner Ausbildung auf dich. Sie besteht aus einem praktischen Teil und schriftlichen Prüfungen. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Stuckateur nennen.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Stuckateurmeister oder zum Techniker für Bautechnik. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Bauingenieurwesen, Architektur oder Baubetriebswirtschaft.

Stuckateur: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, welche Schulfächer und Stärken besonders wichtig für die Ausbildung sind und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
7%
Mittlere Reife
28%
Hauptschulabschluss
61%
Kein Abschluss
4%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Werken / Technik
Mathe
Physik

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Handwerklich-technisches Geschick
Selbstorganisation

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Baustelle
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Stuckateur kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Mehrheit der Azubis besitzt einen Hauptschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgt ein kleinerer Teil mit Realschulabschluss und wenige Azubis starten mit (Fach-)Abitur in die Ausbildung. Nur wenige Azubis beginnen die Ausbildung ohne Schulabschluss.

Für die Ausbildung sind gute Noten in Werken/Technik von Vorteil, da du in diesem Beruf mit unterschiedlichen Baumaterialien, Werkzeugen und Geräten arbeitest. Außerdem kannst du mit guten Leistungen in Mathe und Physik auf alle Fälle punkten, da du z.B. Baustoffbedarfsermittlungen durchführst. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten bei diesem Beruf ist, dass du über ein handwerkliches-technisches Geschick verfügst, da sich in diesem Beruf alles um handwerkliche Arbeit dreht. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Stuckateuren wünschen, sind eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise sowie eine gute Selbstorganisation, z. B. beim eigenständigen Arbeiten.

Stuckateur ist ein handwerklicher Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel eine Baustelle ist. Du hast meist feste Zeiten und kannst körperlicher Beanspruchung ausgesetzt sein.  

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem großen internationalen Bauunternehmen kann es schon mal sein, dass du auch überregional auf Baustellen arbeitest und daher längere Zeit nicht zu Hause bist. Auf Baustellen bist du generell dem Wetter ausgesetzt und das Tragen von Schutzkleidung ist ein Muss. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Lächelnde Arbeiter" © Karin & Uwe Annas - Fotografie / Fotolia