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Duales Studium Sozialwesen

Von Abraham Lincoln, amerikanischer Präsident im 19. Jahrhundert, stammt der Satz: „Man hilft den Menschen nicht, wenn man für sie tut, was sie selbst tun können.“

Aber für das, was sie nicht (mehr) selbst tun können, brauchen sie Hilfe, Unterstützung, Fürsorge und Förderung. Das Spektrum erstreckt sich von der Pflege über die Pädagogik bis hin zu Psychologie und Gesundheit. Den anderen Menschen in den Mittelpunkt seiner eigenen Arbeit stellen, zur Entfaltung dessen Persönlichkeit, zu mehr Lebensqualität und sozialer Gerechtigkeit beitragen: Ein Duales Studium Sozialwesen schafft die „handwerklichen“ Voraussetzungen diese Aufgaben zu erfüllen.

Daten & Infos

  • Duale Studiengänge Sozialwesen in Deutschland*: 156
  • Branchenspektrum: Die Kooperationspartner für ein Duales Studium Sozialwesen sind öffentliche, freie und kirchliche Träger von sozialen Einrichtungen. Dazu gehören u.a.: Jugend-, Gesundheits- und Sozialämter der Kommunen, Beratungsstellen, Pflege- und Altenheime, Kinderheime, Familienzentren, Behinderteneinrichtungen und -werkstätten, Kur- und Reha-Einrichtungen, Krankenhäuser und psychiatrische Kliniken, soziale Dienste wie z.B. Caritas oder Arbeiterwohlfahrt, Rettungsdienste, Drogenhilfen, Strafvollzug.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten: Wer ein Duales Studium Sozialwesen absolviert, findet Einsatzgebiete u.a. in der Betreuung (z.B. von Kindern und auffälligen Jugendlichen), in der Pflege, in pädagogischen Diensten, in der Arbeit mit Kranken, Alten und Behinderten, in der Beratung (z.B. Erziehungsberatung) und in der Bildungsarbeit (z.B. Erwachsenenbildung)
  • Kombinationsmöglichkeiten: Ein Duales Studium Sozialwesen wird fast ausschließlich praxisintegrierend angeboten. Die wenigen ausbildungsintegrierenden Studiengänge lassen sich mit Ausbildungsberufen aus den Bereichen Hotel & Tourismus oder Medizin, Pflege & Gesundheit kombinieren.

*Quelle: Eigene Datenauswertung, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datenbank AusbildungPlus, Stand: Juni 2017

Studieninhalte & Schwerpunkte

Überwiegend wird für ein Duales Studium Sozialwesen der Studiengang „Soziale Arbeit“ angeboten. Der Studienablauf ist nach Hochschule oder Berufsakademie unterschiedlich. In dem einen Fall dauert das Grundstudium die ersten 2 Jahre, in denen die Studienfächer unabhängig von den gewählten Studienschwerpunkten für alle gleich sind. Danach beginnt das darauf aufbauende Schwerpunkt-Studium.Im anderen Fall werden während der gesamten Studiendauer sowohl die Fächer des Studiengangs als auch die des Studienschwerpunkts unterrichtet. In beiden Fällen ist es trotz der Spezialisierungen ein generalistisches Duales Studium, das es dem Absolventen ermöglicht, in den vielen Bereichen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik eingesetzt zu werden.

  • Studieninhalte: Die Studienfächer beziehen sich neben den Methoden und Theorien der Sozialen Arbeit und der Sozialpädagogik auf Themenbereiche wie Philosophie (z.B. Sozialphilosophie, Ethik), Soziologie (z.B. Familiensoziologie), Psychologie (z.B. klinische Psychologie), Sozialmedizin (z.B. Rehabilitation, Suchterkrankungen), Recht (z.B. Familien-, Sozialhilferecht), Ökonomie (z.B. Ökonomie der Sozialverwaltung) und betriebswirtschaftliche Grundlagen (z.B. Controlling, Personalwesen). Vertiefungs- / Hauptstudium: In diesem Teil des Studiums (i.d.R. die letzten 2-3 Semester) vertiefen die Studieninhalte das Spezialwissen für den gewählten Studienschwerpunkt, z.B. Versicherungswesen oder Controlling. In dieser Zeit wird auch die Bachelor-Arbeit angefertigt.
  • Studienschwerpunkte: Ein Duales Studium Sozialwesen orientiert sich mit seinen Schwerpunkten und Vertiefungen an den Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik. Dazu gehören u.a.: Kinder- und Jugendhilfe, Familienhilfe, Alten- und Behindertenhilfe, Erziehungshilfen, Heimerziehung, Drogen- und Suchthilfe, Straffälligenhilfe, Gesundheitswesen.

Duales Studium Sozialwesen & eine weitere Fachrichtung

Ein Duales Studium Sozialwesen hat als wesentliche Ausrichtung die Soziale Arbeit und die Sozialpädagogik. Es gibt aber auch noch weitere Fachrichtungen, die Betriebswirtschaft, Pflege oder Gesundheitsförderung zum Schwerpunkt haben.Die Kombination aus Sozialwesen und Wirtschaft ergibt das praxisintegrierende Duale Studium Sozialwirtschaft. Einige bayerische Hochschulen bieten ein ausbildungsintegrierendes Duales Studium Pflege an. Neben dem Dualen Studium Pflege gibt es aber noch ein weiteres ausbildungsintegrierendes Duales Studium: Integrative Gesundheitsförderung.

Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Studium

Ein Duales Studium Sozialwesen bildet Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagogen aus. Diese übernehmen pädagogische Aufgaben und leisten Erziehungshilfe in der Kinder- und Jugendarbeit.

Sie kümmern sich um Obdachlose, Arbeitslose, Straffällige und Suchtkranke und helfen ihnen, die Krisensituation zu bewältigen. Sie beraten und begleiten Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenslagen. Sie betreuen körperlich, geistig und psychisch Behinderte, Kranke und Alte. Dazu gehört auch die sozialtherapeutische Behandlung. Sie unterstützen Menschen mit individuellen Nöten, geben im Alltag praktische Hilfe beispielsweise im Umgang mit Banken und Behörden und entwickeln Lösungskonzepte.

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Bildnachweis: „Altenpflegerin mit älterem Herrn" © Peter Maszlen / Fotolia