AZUBIYO Logo

Alltagsbegleiter / Alltagsbegleiterin
Ausbildung & Beruf

Alltagsbegleiter bei der Arbeit
Alltagsbegleiter bei der Arbeit

Du möchtest gerne mit älteren Menschen arbeiten, aber nicht im pflegerischen Bereich? Dann könnte eine Ausbildung Alltagsbegleiter, auch Betreuungsassistent genannt, für dich genau das Richtige sein.

Alltagsbegleiter (m/w/d) ohne Ausbildung

Du fragst dich: Kann ich Alltagsbegleiter ohne Ausbildung werden? Die Antwort lautet „jein“. Eine mehrjährige Berufs­ausbildung ist nämlich nicht notwendig, dafür musst du einen mehr oder weniger intensiven Lehrgang absolvieren. Dieser ist nicht bundeseinheitlich geregelt, sondern läuft nach internen Vorschriften des jeweiligen Lehrgangsträgers ab. 

Prinzipiell kannst du zwischen zwei Lehrgangsformen zum Alltagsbegleiter wählen:

  • Um Betreuungskraft nach §45b zu werden, absolvierst du eine einfache, ca. 30-stündige Ausbildung.
  • Viele Träger bieten eine tiefergehende Ausbildung zur Betreuungskraft nach §43b und §53c an. Diese dauert ca. 160 Stunden, wird durch Praktika ergänzt und qualifiziert dich für verantwortungs­vollere Aufgaben.

Informiere dich vor der Wahl deiner Ausbildung genau über Ausbildungs­ablauf, -länge, inhaltliche Schwerpunkte und über Zertifikate bzw. Abschlüsse des Lehrgangs. 

Alltagsbegleiter Ausbildung bei der Caritas oder Diakonie

Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie, Caritas oder der Paritätische Wohlfahrtsverband sind gemeinnützige Organisationen, die Altenheime und ambulante Betreuungsdienste für Senioren betrei­ben und auch Lehrgänge für ihr Personal anbieten. Eine Alltagsbegleiter Ausbildung der Diakonie oder Caritas könnte für dich genau das Richtige sein.

Inhalte der Alltagsbegleiter Ausbildung

Um Alltagsbegleiter zu werden, eignest du dir in der Ausbildung folgendes theoretisches Grundlagen­wissen an und setzt es in Übungen in die Praxis um:  

  • Alterskrankheiten wie Demenz und geistige Behinderungen
  • Pflege und Dokumentation
  • Rechtskunde (Haftungs- und Betreuungsrecht)
  • Bewegungstherapie und Beschäftigungsmöglichkeiten für Senioren
  • Hauswirtschaft und Ernährungslehre

Der praktische Teil deiner Ausbildung Alltagsbegleiter findet in Betreuungseinrichtungen für demente oder psychisch erkrankte Menschen statt. So bist du von Anfang an in den Berufsalltag eingebunden. 

Ausbildung Alltagsbegleiter - Voraussetzungen

Für die Ausbildung zum Alltagsbegleiter ist rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgesehen. Jeder Lehrgangsträger bestimmt seine Zugangsvoraussetzungen selbst. Häufig werden eine abgeschlosse­ne Berufsausbildung oder Berufserfahrung, z.B. im Rahmen eines Orientierungs­prak­tikums, gefor­dert. 

Darüber hinaus benötigst du meist ein Führungszeugnis und Nachweise über einen Erste-Hilfe-Kurs sowie ein ärztliches Attest über deine gesundheitliche Eignung für den Beruf.

Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Ethik
  • Deutsch
  • Hauswirtschaftslehre

Welche Schulfächer sind hilfreich?

  • Ethik
  • Deutsch
  • Hauswirtschaftslehre
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen & Kommunikationsstärke
  • psychische Belastbarkeit

Welche 3 Stärken sind wichtig?

  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen & Kommunikationsstärke
  • psychische Belastbarkeit
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Umgang mit problembelasteten Menschen
  • Wochenend- und Schichtarbeit
  • Arbeit in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen

Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?

  • Umgang mit problembelasteten Menschen
  • Wochenend- und Schichtarbeit
  • Arbeit in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen

Beruf Alltagsbegleiter

Was macht ein Alltagsbegleiter? Als Alltagsbegleiter unterstützt und begleitest du hilfsbedürftige Menschen in ihrem Alltag. Häufig hast du mit Demenzkranken, Schlaganfallpatienten oder mit anderweitig geistig oder körperlich eingeschränkten Senioren zu tun. Du hilfst ihnen in Situationen des täglichen Lebens wie z.B. bei Arztbesuchen oder bei Einkäufen und du assistierst ihnen im Alltag bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie dem Ko­chen und Putzen. Auch organisa­to­rische Aufgaben wie das Ausfüllen von Formularen und Ver­ein­baren von Terminen übernimmst du bei Bedarf. Und du hast ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Angehörigen. 

Auch das Vorlesen von Büchern oder Karten- und Brettspiele mit den Senioren gehören zu deinen Aufga­ben als Alltagsbegleiterin. Im Rahmen von Mal- und Bastelaktionen, dem gemeinsamen Singen oder Tanzen bindest du sie in die Gruppe ein. Dabei hältst du stets die Balance zwischen hel­fen­dem Ein­greifen und Aktivierung zur Selbsthilfe. So bleiben die Senioren möglichst selbst­ständig. 

Als Alltagsbegleiter bist du keine Pflegekraft, die z.B. beim Anziehen oder Waschen hilft, sondern du bietest den Senioren Betreuung und Beschäftigung an.

Wo arbeitet ein Alltagsbegleiter?

Typische Arbeitsorte für Alltagsbegleiter sind Pflegeeinrichtungen wie Senioren- und Altenheime sowie Tagesstätten. Sie arbeiten in Wohn- und Gemeinschaftsräumen, in der Küche, aber auch mal im Büro vor dem Computer oder am Telefon. Bei gutem Wetter finden Aktionen im Freien statt. Bei ambulanten Betreuungsdiensten besuchst du Senioren in Privathaushalten, nimmst dir Zeit für sie und unterstützt sie im Haushalt.  

Als Betreuungskraft nach §45b arbeitest du meist wenige Stunden im Monat und bietest eine einfache Betreuung bei ambulanten Diensten an. Als eine nach §43b und §53c ausgebildete Alltags­be­glei­terin trägst du mehr Verantwortung. In einer meist festangestellten Position in einem Pflegeheim bietest du eine umfangreiche und vielfältige Betreuung an. 

 

Alltagsbegleiter – ein spezieller Beruf

Themen wie Krankheit und Tod gehören für einen Alltagsbegleiter zum Job. Der Umgang mit ver­wirrten oder aggressiven Senioren und ihren oft überforderten Angehörigen verlangt von dir viel Standhaftigkeit, Einfühlungsvermögen und auch eine gewisse professionelle Distanz.

Wenn du eine stabile Persön­lichkeit hast und gleichzeitig empathisch bist, kann dir der Beruf des Alltagsbegleiters aber auch sehr viel geben. Es ist eine Aufgabe mit Sinn, weil du den Lebensabend von Menschen maß­geb­lich bereicherst und für sie und ihre Familien in einer schwierigen Zeit da bist.

Nicht immer wirst du dafür mit Dankbarkeit überhäuft. Dafür wirst du mit besonderen Glücks­momenten entschädigt, z.B. wenn sich dir einer der Senioren im Gespräch anvertraut oder wenn ein Be­wohner dank Therapie wieder Lebensmut schöpft und aktiv am Alltag teilnimmt. Dann weißt du, dass sich dein Einsatz gelohnt hat.

Alternative Berufe

Weitere Infos

Bildnachweis: „Alltagsbegleiter mit älterem Mann" ©LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com; „Pflegefachfrau und ältere Frau" © Alexander Raths - Fotolia; „Frau mit frischem Gemüse" © luismolinero - stock.adobe.com; „Mitarbeiter im Krankenhaus bei der Arbeit" © spotmatikphoto - stock.adobe.com / Fotolia; „Betreuungsassistentin und alte Frau gehen spazieren" © Photographee.eu / Fotolia