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Hauswirtschafter / Hauswirtschafterin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Hauswirtschafter

Du bist Hauswirtschafter in einem Tagungshotel. Gerade erst hast du das Frühstücksbuffet aufgebaut und die Kaffeekannen gefüllt, nun steht die Vorbereitung der Konferenzräume an. Auch hier müssen Kaffeekannen gefüllt und auf die Tische gestellt werden. Dazu bringst du Tassen, Kaltgetränke und Kekse. Ebenso musst du kleine Snacks vorbereiten, damit Verpflegung für die Mittagspause bereitsteht. Und ja, auch die Zimmerreinigung steht noch an. Viel zu tun also, aber das „Danke“ der Gäste ist eine tolle Belohnung!

Berufsbild Hauswirtschafter / Hauswirtschafterin

Was macht ein Hauswirtschafter (m/w/d)?

Hauswirtschafter übernehmen hauswirtschaftliche Aufgaben: Sie unterstützen und betreuen Personen jeden Alters. Sie bereiten in Jugendheimen die Mahlzeiten vor, helfen kranken Menschen bei der Wohnungspflege oder erledigen die Einkäufe für die älteren Mitmenschen.

Mit dem Anspruch eine hohe Kundenzufriedenheit zu erzielen, pflegen und beaufsichtigen Hauswirtschafter Räume, Anlagen und teils auch Gärten von Privathaushalten oder hauswirtschaftlichen Betrieben. Neben der Erfüllung von speziellen Kundenwünschen gehören die Essenszubereitung, die Textilreinigung, die Gestaltung von Räumen und der Einkauf zu den häufigsten Aufgaben. 

Besonders in Privathaushalten helfen Hauswirtschafter den Bewohnern bei deren Alltagserleichterung. Auch die Bedarfsermittlung, Planung von Versorgungs- und Betreuungsleistungen fällt in ihren Aufgabenbereich.

Du hast als Hauswirtschafter bzw. Hauswirtschafterin die Wahl aus drei Schwerpunkten:

  • Personenbetreuende Dienstleistungen
  • Serviceorientierte Dienstleistungen
  • Ländlich-agrarische Dienstleistungen

Seit dem 01. August 2020 gilt die neue modernisierte Ausbildungsverordnung. Diese rückt das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund. So soll in Zukunft das Beschaffen von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern unter den Gesichtspunkten Herkunft, Herstellung und langfristiger Nutzen geschehen. Zudem sollen Kompetenzen im Zusammenhang mit Kalkulation und Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen erworben werden.

Wie sieht der Berufsalltag als Hauswirtschafter aus?

Hauswirtschafter können in ganz unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden, die dann auch einen großen Einfluss auf den Berufsalltag haben. Ob du stärker in der Reinigung, der Speisenzubereitung oder der Beratung und Betreuung tätig bist, steht und fällt mit deinem Arbeitgeber.  

Als Hauswirtschafter bzw. Hauswirtschafterin kannst du auch in einem Hofladen arbeiten und bist daher in Kundenkontakt, um diese zu bedienen und zu beraten. In einem Altenheim arbeitest du dagegen im Speisesaal oder der Cafeteria und hast Umgang mit alten Menschen. Hier arbeitest du auch an Wochenenden und Feiertagen. In einem Großbetrieb kannst du in der Kantine arbeiten, hast aber in der Regel Schichtdienst. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wo arbeitet man als Hauswirtschafter?

Hauswirtschafter werden primär in sozialen Einrichtungen (Alten- und Altenpflegeheim, Jugend- und Erziehungsheim, Wohn- und Pflegeheim) in Küchen, Wohnräumen, Nutzgärten oder Speisesälen eingesetzt. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten bieten Kliniken, Erholungsheime und landwirtschaftliche Betriebe. Eine Beschäftigung in privaten Haushalten als Hauspersonal ist ebenso möglich.

Ausbildung zum Hauswirtschafter / zur Hauswirtschafterin

Wie läuft die Hauswirtschaft-Ausbildung ab?

Die Hauswirtschafter-Ausbildung ist eine duale Ausbildung. Daher bist du abwechselnd in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb übernimmst du konkrete Aufgaben und lernst so die praktische Seite des Berufsbildes Hauswirtschafter kennen. Das theoretische Hintergrundwissen wird dir in der Berufsschule vermittelt. Während deiner Ausbildung führst du über deine Aufgaben und Tätigkeiten ein Berichtsheft. Es dient als Ausbildungsnachweis und wird regelmäßig von deinem Ausbilder kontrolliert.

Vor Ende des 2. Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung im Bereich Hauswirtschaftliche Leistungen statt. In der zweiten Hälfte der Ausbildung werden die drei Schwerpunkte personenbetreuende, serviceorientierte und ländlich-agrarische Dienstleistungen vertieft werden. Am Ende deiner Ausbildung folgt die Abschlussprüfung, die aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil besteht. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannte Hauswirtschafterin nennen.

Deine Prüfungen legst du vor der jeweils zuständigen hauswirtschaftlichen Berufsbildungsstelle der Länder ab.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung

895 - 1.019 €

Was lernt man in der Ausbildung zum Hauswirtschafter?

Im Ausbildungsbetrieb lernst du, wie man Bedürfnisse und Ansprüche der Kunden erkennt und diese bestmöglich erfüllt. Dazu ist beispielweise ein ausreichendes Wissen im Bereich Reinigung und Pflege, im Bereich Wareneinkauf, -herstellung und -zubereitung wichtig. Außerdem lernst du, wie du deine Kommunikation je nach Situation und Gegenüber anpasst.

In der Berufsschule gehören allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde genauso auf den Stundenplan wie berufsspezifische Lernfelder: Wohnumfeld gestalten, Organisieren und verwalten oder Versorgungsleistungen sind wichtige Unterrichtsfächer für angehende Hauswirtschafter.

Hauswirtschafter: Voraussetzungen für die Ausbildung

Hier zeigen wir dir, welche Schulfächer und Stärken besonders wichtig für die Ausbildung sind und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Schulfächer

  • Werken / Technik
  • Mathe
  • Deutsch

Stärken

  • Selbstorganisation
  • Eigeninitiative und Entscheidungsfreude
  • Sorgfalt & Genauigkeit

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: Büro
  • Sonn- und Feiertagsarbeit
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Hauswirtschafter kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Eine große Mehrheit der Azubis startet mit einem Hauptschulabschluss in die Hauswirtschaft-Ausbildung, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit Realschulabschluss und ein kleinerer Teil beginnt die Ausbildung mit (Fach-)Abitur oder ohne Abschluss.

Gute Noten und Kenntnisse in Werken/Technik zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie bilden die Basis für diesen Ausbildungsberuf. Auch gute Kenntnisse in Mathe und Deutsch können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, beispielsweise bei der Haushaltsführung. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Hauswirtschafter mitbringst. Neben einer guten Selbstorganisation ist in diesem Beruf vor allem eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise von Vorteil, zum Beispiel beim genauen Planen und Überwachen des Budgets. Zudem solltest du über Eigeninitiative und Entscheidungsfreude verfügen, z.B. beim eigenständigen Planen und Erledigen von Einkäufen.

Als Hauswirtschafter bzw. Hauswirtschafterin kannst du zum Teil auch im Büro arbeiten und das auch an Sonn- und Feiertagen. Dienstreisen fallen nur in Ausnahmefällen an.

Wie viel verdient ein Hauswirtschafter in der Ausbildung?

Als Hauswirtschafter bzw. Hauswirtschafterin kannst du in der Ausbildung im Schnitt mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen: 

  • im 1. Ausbildungsjahr: 895 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 950 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.019 Euro

Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Hauswirtschafter Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Hauswirtschafter / zur Hauswirtschafterin zu mir?

Die Arbeit als Hauswirtschafter passt zu dir, wenn 

  • du Spaß an Dienstleistungen hast
  • du gerne mit Menschen zusammenarbeitest
  • du abwechslungsreiche Tätigkeiten magst
  • du sorgfältig und selbstständig arbeitest

Hauswirtschafter ist nicht der optimale Beruf für dich, wenn

  • du nicht gerne Verantwortung übernimmst
  • du keinen sozialen Beruf ausüben willst
  • du nicht gerne im Team arbeitest
  • du nicht planen und organisieren willst

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Medizin, Pflege & Gesundheit kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an: 

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Hauswirtschaft-Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Meister für Hauswirtschaft, zum staatlich geprüften hauswirtschaftlichen Betriebsleiter oder Agrarbetriebswirt oder zum Techniker für Ernährungs- und Versorgungsmanagement. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Lebensmittelmanagement, Diätetik oder BWL.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Hauswirtschafter / zur Hauswirtschafterin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Küchenwesen, Hygiene oder Diätwesen kennenzulernen. 

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Meister - Hauswirtschaft, zum Betriebswirt - Hauswirtschaft oder zum Fachhauswirtschafter. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge für ausgebildete Hauswirtschafter sind: 

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Hauswirtschafter

Nachhaltigkeit ist im Hauswirtschafter-Beruf immens wichtig, sodass auch die Ausbildungsverordnung daran angepasst wurde. Dazu gehört nicht nur, dass du bei der Reinigung und Textilpflege auf Umwelt und wirtschaftliche Gesichtspunkte achtest, sondern auch die Planung von Wohnumfeldern nach Nachhaltigkeitsaspekten. Auch im sozialen Bereich sind diese Tendenzen wichtig: Es geht bei der Arbeit als Hauswirtschafter bzw. Hauswirtschafterin nicht darum, alle Aufgaben als Dienstleister zu übernehmen, sondern auch um gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmtes Leben. Das macht den Beruf vielfältig, aber auch zukunftssicher.

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