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Büchsenmacher – Ausbildung & Beruf

Das Wichtigste zuerst: Es geht hier nicht um einen, der Konserven herstellt. Weit gefehlt! Der Büchsenmacher ist ein Fachmann für Waffen. In diesem Job steht aber nicht etwa das Herum­ballern im Vordergrund. Die Leidenschaft für die Einzigartigkeit einer Waffe und ein tiefgehen­des Interesse an ihrer Technik und Mechanik treibt den Büchsenmacher an. Könnte dieser Job dein persönlicher Volltreffer sein?

Was macht ein Büchsenmacher?

Pistole, Flinte oder Luftgewehr – der Büchsenmacher stellt sämtliche Waffen für Sportschützen, Jäger und das Militär her. Er fertigt die einzelnen Bauteile aus Metall, Holz oder Kunststoff an und setzt sie fachgerecht zusammen. Damit die Waffe präzise und zuverlässig feuert, muss sie auf dem Probe­stand eingeschossen und das Visier justiert werden. Auch die Reparatur und Restauration sowie die Anfertigung von Ersatzteilen gehören zum Aufgabengebiet des Büchsenmachers.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

HWK

So läuft die Ausbildung ab

Wie bei einer dualen Ausbildung üblich, verbringst du deine Lehrzeit parallel im Betrieb und in der Berufsschule. So eignest du dir theoretisches Fachwissen und praktische Erfahrung an. Im Berichts­heft werden deine Tätigkeiten vermerkt, es gilt als Ausbildungsnachweis.

Der erste Teil deiner Gesellenprüfung findet zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Der zweite Teil am Ende der Ausbildung umfasst die Anfertigung eines Prüfungsstücks, eine Arbeits­aufgabe mit Fachgespräch und 2 schriftliche Prüfungen.

Genauere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung kannst du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Büchsenmacher nachlesen. Einen Vorgeschmack gibt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon:  

Ausbildungslexikon Floristin

Das lernst du in der Ausbildung zum Büchsenmacher:

  • B wie Ballistik: Crime-Serien-Liebhaber kennen diesen Begriff sicherlich. Ballistik ist die Lehre von der Bewegung eines abgeschossenen Körpers. Hier geht es im Speziellen um das Verhalten des Projektils in der Schusswaffe, seine Flugbahn und Wirkweise im Ziel.
  • O wie Optische Geräte: Moderne Technik erleichtert dem Schützen das Anvisieren des Ziels und erhöht seine Treffgenauigkeit. Der Büchsenmacher weiß, wie man Laser-Entfernungsmesser, Zielfernrohr und Rotpunktvisier einsetzt und montiert.
  • W wie Waffengesetz: Der Umgang mit Waffen bestimmt den Alltag des Büchsenmachers. Um nicht in Schwierigkeiten zu geraten, sollte er deshalb das deutsche Waffengesetz genau kennen, das Erwerb, Lagerung und Handel genau regelt.

Schuss und Treffer – Du hast deine Gesellenprüfung in der Tasche? Vielleicht hast du jetzt Lust auf eine Weiterbildung als Büchsenmachermeister oder als Feinwerkmechanikermeister. Du könntest aber z.B. auch eine Technikerweiterbildung zum Techniker für Feinwerktechnik oder eine kaufmännische Weiterbildung zum Technischen Fachwirt an die Ausbildung anknüpfen. Wenn du die (Fach-)Hochschulreife hast, kannst du auch ein Studium der Mikrotechnik oder Mikrosystemtechnik beginnen.

Büchsenmacher: Voraussetzungen für die Ausbildung

Im AZUBIYO-Ausbildungsradar siehst du auf einen Blick, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du für den Beruf bestens ausgestattet bist und welche Arbeitsbedingungen dort typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
37%
Mittlere Reife
50%
Hauptschulabschluss
13%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Werken/ Technik
Physik
Mathe

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Sorgfalt & Genauigkeit
Selbstorganisation

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Obwohl Büchsenmacher ein traditionsreicher Beruf ist, entscheiden sich jedes Jahr nur wenige Schü­ler für eine Ausbildung. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat etwa die Hälfte der angehen­den Azubis einen mittleren Schulabschluss. Über ein Drittel besitzt die Hochschulreife, aber auch mit dem Hauptschulabschluss findet man einen Ausbildungsplatz.

Bei der Konzeption einer Jagdwaffe oder der Konstruktion von Ersatzteilen fertigst du als Büchsen­macher Skizzen und Pläne an. Außerdem bedienst du Bohr- und Schleifmaschinen. Eine gute Note in Werken/Technik zeugt von deinen ausgeprägten Fähigkeiten in diesem Bereich. Diese solltest du auch in Physik besitzen. Das Verständnis physikalischer Gesetze ist wichtig, um z.B. die Funktions­weise unterschiedlicher Sport- und Jagdwaffen zu verstehen. Gute Kenntnisse in Mathematik helfen im Umgang mit Maßtabellen.

Da du eigenständig Kundenaufträge abwickelst und deine Arbeitsschritte aufeinander abstimmst, sollte Selbstorganisation eine deiner Stärken sein. Dazu gehört auch ein hohes Maß Verantwortungs­bewusstsein für die zum Teil sehr wertvollen und natürlich potenziell gefährlichen Waffen. Sorgfalt & Genauigkeit sind z.B. beim Feinjustieren oder beim Restaurieren historischer Büchsen geboten. Handwerklich-technisches Geschick benötigst du beim Sägen, Feilen und Schleifen von Werkstücken. Für Präzisionsarbeiten sind Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt.

Werkstatt, Fertigungshalle und Handwerksbetrieb sind das typische Arbeitsumfeld eines Büchsen­machers. Dort kann man schon mal in Kontakt mit Schmierstoffen, Dämpfen oder Staub kommen und trägt teilweise Schutzkleidung. In Verkaufsräumen des Waffenfachhandels oder in Fachgeschäften für Jäger- und Anglerbedarf berät der Büchsenmacher seine Kunden. Am Schießstand drückt er selbst den Abzug von Pistolen, Gewehren & Co.

Die Arbeitszeit eines Büchsenmachers richtet sich nach Art und Branche seines Betriebes. Ebenso verhält es sich mit den zu erwartenden Arbeitsbedingungen. Bist du als Verkäufer beschäftigt, hast du wahrscheinlich feste Arbeitszeiten. In herstellenden Betrieben bist du nicht unbedingt an Laden­öffnungszeiten gebunden. Überlege also gut, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Gewehr" © anankkml / Fotolia