Verkäufer – Ausbildung & Beruf

Als Kind stand der Kaufmannsladen im Kinderzimmer, das Obst war aus Plastik und die Packung Waschmittel so groß wie eine Streichholzschachtel. Und schon damals hat es einen riesen Spaß gemacht, Verkäufer zu sein.

Im wirklichen Leben nehmen Verkäufer Waren an, sortieren sie, räumen sie ein und verkaufen sie wieder. Um welches Sortiment es sich dabei handelt, hängt von dem Bereich ab, in dem sie arbeiten: Im Bereich „Mode und Bekleidung“ sind es z.B. Uhren oder Schuhe, im Bereich „Ernährung und Gesundheit“ können es Nahrungsmittel oder Tabakwaren sein und im Bereich „Haushalt und Wohnen“ sind Verkäufer für Möbel und Elektrogeräte zuständig.

Da freundlicher und guter Service in diesem Job das A und O sind, wird in deiner Ausbildung auf die persönliche Kundenberatung besonderer Wert gelegt. Du lernst, wie man Verkaufsgespräche führt und mit Beschwerden und Reklamationen umgeht. Zusätzlich erfährst du, wie man Waren lagert und eine Inventur durchführt.

Nach deiner Ausbildung kannst du in Supermärkten, Kaufhäusern oder einem Fachgeschäft des Einzelhandels, wie etwa einem Sportwarengeschäft, tätig sein.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

2 Jahre, Verkürzung auf 1-1,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Verkäufer? In deiner Ausbildung zum Verkäufer bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Verkäufer und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres legst du eine schriftliche Zwischenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung nimmst du an der Abschlussprüfung teil, die aus 3 schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Verkäufer.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Verkäufer.

Ausbildungslexikon Verkäufer

Das lernst du in der Ausbildung zum Verkäufer:

  • K wie Kulanz: Reklamationen oder schwierige Kundenwünsche: Als Verkäufer kann es wichtig sein, gegenüber dem Kunden Kulanz und Kompromissbereitschaft zu zeigen.
  • V wie Verkaufsgespräch: „Kann ich Ihnen behilflich sein?“ – In der Ausbildung zum Verkäufer lernst du, wie du erfolgreich Verkaufsgespräche führst und Kunden berätst.
  • W wie Warenpräsentation: Gut präsentiert ist halb verkauft: Eine gute Warenpräsentation kann die Kaufentscheidung beeinflussen und somit den Umsatz fördern. Daher lernst du, wie du Waren verkaufswirksam präsentierst.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Beispielsweise kannst du die Ausbildung fortsetzen und Kaufmann im Einzelhandel werden. Oder du machst eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt - Handel. Aber auch ein Studium im Bereich BWL oder Handelsbetriebswirtschaft ist denkbar.

Verkäufer: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind. Dazu haben wir uns Stellenanzeigen unterschiedlicher Ausbildungsbetriebe angeschaut:

Welcher Schulabschluss wird von Arbeitgebern gewünscht?

Abitur / Fachabitur
0%
Mittlere Reife
5%
Hauptschulabschluss
75%
Beliebiger Abschluss
20%
Quelle: Eigene Auswertung von Stellenanzeigen auf AZUBIYO.de (Stand: Dezember 2016)

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Wichtig sind gute Noten in:

34% Mathe
32% Deutsch
14% Englisch

Die 3 wichtigsten Stärken:

1

Neugierde & Lernbereitschaft

2

Sorgfalt & Genauigkeit

3

Eigeninitiative & Entscheidungsfreude

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Laden, Geschäft
Samstagsarbeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Verkäuferin bzw. Verkäufer kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Grafik oben zeigt jedoch, dass drei Viertel der Ausbilder einen Hauptschulabschluss erwartet. Ein kleiner Teil der Unternehmen wünscht sich einen mittleren Schulabschluss und 20% der Betriebe findet es nicht so wichtig, welchen Abschluss du hast.

Für jeweils ein Drittel der Ausbildungsbetriebe sind gute Noten in Mathe und Deutsch wichtig. Außerdem legt ein kleiner Teil Wert auf gute Englischkenntnisse. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten ist deine Motivation für die Ausbildung und deine Lernbereitschaft. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Verkäufern wünschen, sind Eigeninitiative und Entscheidungsfreude und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Da der Verkäufer ein Beruf aus dem Bereich Handel ist, bist du bei deiner Tätigkeit auch überwiegend im Umfeld Laden & Geschäft tätig, also zum Beispiel in Supermärkten oder Kaufhäusern. Typisch für diesen Beruf ist die Arbeit an Samstagen, Dienstreisen kommen in der Regel nicht vor.

Aber Verkäufer ist nicht gleich Verkäufer. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.