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Verkäufer / Verkäuferin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Verkäufer
Ausbildung Verkäufer

9:55 Uhr – du wirfst nochmal einen letzten Blick über die Fläche. Die Jacken und Pullis hängen alle korrekt an den Kleiderstangen, auf den Tischen hast du die T-Shirts und Hosen sauber zusammengelegt und nach Größe geordnet. Sieht alles gut aus. Zum Glück wurde die Kasse auch schon gezählt und für den Verkauf vorbereitet. Alles klar, der Laden ist bereit zur Öffnung. 

Berufsbild Verkäufer / Verkäuferin

Was macht ein Verkäufer (m/w/d)?

Als Verkäufer bzw. Verkäuferin verkaufst du Waren aller Art. Je nach Betrieb oder Abteilung hast du dabei mit verschiedenen Produkten zu tun. Beispielsweise kannst du Nahrungsmittel, Bekleidung oder Elektronik verkaufen.

Meist bedienst du die Kasse und führst Abrechnungen durch. Hierbei berücksichtigst du Rabatte und Nachlässe, stellst Quittungen und Rechnungen aus und erstellst Tagesberichte. Kassieren gehört dabei jedoch nicht zu deiner einzigen Aufgabe. Zusätzlich berätst und informierst du Kunden. Dafür ermittelst du Kundenwünsche und führst ihnen passende Waren vor. Auch nimmst du Reservierungen und Reklamationen an und tauschst gegebenenfalls Waren um. 

Eine wichtige Aufgabe als Verkäufer ist es außerdem, für eine breite Auswahl zu sorgen. Damit Kunden auch die erwartete Auswahl vorfinden, achtest du darauf, dass die jeweiligen Warensortimente vorrätig sind. Dafür prüfst du zunächst Lagerbestände, führst Nachbestellungen und Kontrollen durch. Zudem räumst du Regale ein oder zeichnest Preise aus. Beim Einräumen kontrollierst du die Ware auf Mängel bzw. Qualität. Insbesondere bei der Arbeit mit verderblichen Produkten, beispielsweise im Supermarkt, ist es wichtig, Menge, Gewicht und Mindesthaltbarkeit zu kontrollieren.

Auch bei der Sortimentsgestaltung wirkst du als Verkäufer bzw. Verkäuferin mit. Hier kannst du beim sogenannten Visual Merchandising mitbestimmen, welche Waren dem Kunden zur Verfügung stehen, wo sie platziert werden und welche Teile oder Produkte nebeneinanderstehen oder hängen. Dabei berücksichtigst du neue Waren, Kundengruppen und Marktsegmente. Auch der Bedarf für einzelne Waren muss ermittelt werden. 

Wie sieht der Berufsalltag als Verkäufer aus?

Wie genau dein Berufsalltag als Verkäufer oder Verkäuferin genau aussieht, hängt maßgeblich davon ab, mit welchen Waren du arbeitest. Allgemein kannst du in deinem Beruf jedoch damit rechnen, Waren zu verteilen und Waren einzuräumen. Gleichzeitig befindest du dich während deines Berufsalltags unter den Augen von Kunden oder Gästen. Somit besteht meist viel Kundenkontakt. Als Verkäufer bzw. Verkäuferin solltest du freundlich und ruhig bleiben, die Kunden kompetent beraten und dabei Kommunikationsfähigkeit vorweisen können. Wichtig ist es, den Kunden auch bei Fragen zu Produkten unterstützen zu können, demnach ist auch Kenntnis der Fläche und der Produkte sehr wichtig. 

Deine Aufgaben und Situationen können sich jedoch auch häufig ändern, mal übernimmst du die Arbeit an der Kasse, mal arbeitest du im Stehen und berätst Kunden über die Produkte. 

Als Verkäufer bzw. Verkäuferin trägst du meist vorgegebene Arbeitskleidung, in Modeunternehmen wird manchmal auch auf modisch aktuelle Kleidung Wert gelegt. Außerdem hast du meist unregelmäßige Arbeitszeiten, d.h. deine Schichten können von Tag zu Tag oder Woche zu Woche variieren, mal arbeitest du in der Frühschicht und beginnst relativ früh, mal arbeitest du in der Spätschicht und musst dadurch mit Arbeitszeiten bis zu 21 Uhr rechnen. Zudem solltest du damit rechnen, auch samstags zu arbeiten. 

Wo arbeitet man als Verkäufer?

Nach deiner Verkäufer Ausbildung kannst du in Supermärkten, Kaufhäusern oder einem Fachgeschäft des Einzelhandels, wie etwa einem Sportwarengeschäft, tätig sein. Du arbeitest in erster Linie in Verkaufsräumen oder Lager- und Kühlräumen. Möglich ist jedoch auch der Einsatz im Freien, beispielsweise an Verkaufsständen oder auf Freiflächen, oder in Büroräumen.

Ausbildung zum Verkäufer / zur Verkäuferin

Wie werde ich Verkäufer bzw. Verkäuferin?

Verkäuferin bzw. Verkäufer kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Drei Viertel der Ausbilder erwarten einen Hauptschulabschluss. Ein kleiner Teil der Unternehmen wünscht sich einen mittleren Schulabschluss und 20 % der Betriebe findet es nicht so wichtig, welchen Abschluss du hast.

Schulfächer

  • Mathe
  • Deutsch
  • Englisch

Stärken

  • Neugierde & Lernbereitschaft
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Eigeninitiative & Entscheidungsfreude

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: Laden, Geschäft
  • Samstagsarbeit
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Für jeweils ein Drittel der Ausbildungsbetriebe sind gute Noten in Mathe und Deutsch wichtig. Außerdem legt ein kleiner Teil Wert auf gute Englischkenntnisse. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben.

Am wichtigsten ist deine Motivation für die Ausbildung und deine Lernbereitschaft. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Verkäufern und Verkäuferinnen wünschen, sind Eigeninitiative und Entscheidungsfreude und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Da Verkäufer bzw. Verkäuferin ein Beruf aus dem Bereich Handel ist, bist du bei deiner Tätigkeit auch überwiegend im Umfeld Laden & Geschäft tätig, also zum Beispiel in Supermärkten oder Kaufhäusern. Typisch für diesen Beruf ist die Arbeit an Samstagen, Dienstreisen kommen in der Regel nicht vor.

Aber Verkäufer ist nicht gleich Verkäufer. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Was lernt man in der Verkäufer Ausbildung?

Da freundlicher und guter Service in diesem Job das A und O sind, wird in deiner praktischen Ausbildung zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin auf die persönliche Kundenberatung besonderer Wert gelegt. Du lernst, wie man:

  • Verkaufsgespräche führt und
  • mit Beschwerden und Reklamationen umgeht.

Zusätzlich lernst du, wie man sich einen Überblick über das Warensortiment verschafft und Kunden über das Angebot informiert. Du lernst außerdem, wie man Waren richtig präsentiert und Werbemittel passend einsetzt.

In der Berufsschule lernst du in berufsspezifischen Fächern, wie man Waren annimmt, lagert und pflegt. Außerdem wirst du in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch oder Wirtschafts- und Sozialkunde unterrichtet.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Verkäufer Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon.

  • K wie Kulanz: Reklamationen oder schwierige Kundenwünsche: Als Verkäufer kann es wichtig sein, gegenüber dem Kunden Kulanz und Kompromissbereitschaft zu zeigen.
  • V wie Verkaufsgespräch: „Kann ich Ihnen behilflich sein?“ – In der Verkäufer Ausbildung lernst du, wie du erfolgreich Verkaufsgespräche führst und Kunden berätst.
  • W wie Warenpräsentation: Gut präsentiert ist halb verkauft: Eine gute Warenpräsentation kann die Kaufentscheidung beeinflussen und somit den Umsatz fördern. Daher lernst du, wie du Waren verkaufswirksam präsentierst.
    Während deiner Ausbildung spezialisierst du dich durch Wahlqualifikationseinheiten. So kannst du deinen Fokus deiner Arbeit beispielsweise auf die Beratung von Kunden, Kassensystemdaten und Kundenservice oder Werbung und Verkaufsförderung legen. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Verkäufer.  

Wie läuft die Ausbildung zum Verkäufer ab?

In deiner Verkäufer Ausbildung bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Verkäufer und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres legst du eine schriftliche Zwischenprüfung ab. Am Ende der Verkäufer Ausbildung nimmst du an der Abschlussprüfung teil, die aus 3 schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Verkäufer bzw. staatlich anerkannte Verkäuferin.

Art der Ausbildung

duale Ausbildung

Dauer der Ausbildung

2 Jahre, Verkürzung möglich

Ausbildungsvergütung

895 - 987 €

Wie viel verdient ein Verkäufer in der Ausbildung?

Als Verkäufer bzw. Verkäuferin kannst du in deiner Ausbildung im Schnitt mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen:

Im 1. Ausbildungsjahr: 895 Euro
Im 2. Ausbildungsjahr: 987 Euro
Du möchtest gerne noch mehr erfahren? Hier geht es zur Verkäufer Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Verkäufer / zur Verkäuferin zu mir?

Der Beruf Verkäufer bzw. Verkäuferin passt gut zu dir, wenn 

  • du gerne andere Menschen berätst 
  • du sorgfältig und genau arbeiten kannst
  • du auch bei Schwierigkeiten ruhig und freundlich bleibst 
  • du gut rechnen kannst

Ein anderer Beruf eignet sich eher, wenn 

  • du ungern mit fremden Menschen sprichst
  • du andere Menschen nicht gut überzeugen kannst
  • du kein Interesse am Verkauf oder am Kassieren hast 
  • du ungern selbstständig arbeitest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Verkäufer Ausbildung hast du zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten. Beispielsweise kannst du die Ausbildung fortsetzen und Kaufmann im Einzelhandel werden. Oder du machst eine Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt - Handel. Aber auch ein Studium im Bereich BWL oder Handelsbetriebswirtschaft ist denkbar.  Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Möglichkeiten:

  • Anpassungsfortbildung
  • Aufstiegswfortbildung
  • Studium

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in den Bereichen Waren-, Produkt- und Verkaufskunde, Kundenservice, Marketing oder Kalkulation kennenzulernen.

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Fachwirt - Handel, zum Fachwirt - Vertrieb im Einzelhandel oder zum Betriebswirt - Handel. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge sind beispielsweise:

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Verkäufer

Insbesondere durch die Digitalisierung zeigen sich immer mehr neue Trends auch im Handel. So legen viele Unternehmen inzwischen Wert darauf, ihren Kunden nicht nur gute Preise, sondern auch Einkaufserlebnisse zu ermöglichen. Vermehrt wird hier der sogenannte Omnichannel-Vertrieb fokussiert, d.h. Online- und Offlinewelt werden verknüpft. So kann der Kunde online bestellte Waren im Laden abholen, umtauschen oder online Termine in den Filialen ausmachen. Als Fachkraft im Handel wird es zunehmend auch Teil der Arbeit sein, digitale und mobile Angebote zu verbessern und auszubauen. Ein weiterer Trend geht in Richtung Roboter: Zukünftig sollen diese Routineanfragen übernehmen, Bestände kontrollieren und Regale auffüllen, damit sich die Verkäufer zunehmend auf die Beratung fokussieren können.

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Weitere Infos

Bildnachweis: „Verkäufer im Laden" © mangostock / stock.adobe.com, "Verkäuferin erklärt Azubi die Warenaufteilung" ©Jacob Lund - stock.adobe.com, "Verkäufer bedient Kundin" ©industrieblick - stock.adobe.com, "Verkäuferin zieht Waren über den Scanner" ©hedgehog94 - stock.adobe.com, "Verkäufer räumt Waren ein" ©hedgehog94 - stock.adobe.com, "Verkäufer überreicht Kundin die Einkäufe" ©georgerudy - stock.adobe.com