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Textil- und Modeschneider – Ausbildung & Beruf

7 Fliegen auf einen Streich erledigte das tapfere Schneiderlein mal eben neben seiner Arbeit. Außerdem überwältigte er 2 Riesen, ein Einhorn und ein Wildschwein. Dazu haben die Textil- und Modeschneider von heute keine Zeit mehr, denn ihr Job ist sehr anspruchsvoll und mit viel Verantwortung verbunden.

Was macht ein Textil- und Modeschneider?

Das Berufsbild Textil- und Modeschneider ist sehr vielfältig. Die Hauptaufgabe von Textil- und Modeschneidern ist das Erstellen von Schnittmustern für die Kollektions- und Serienfertigung. Außerdem planen sie den ganzen Vorgang der Produktion und weisen die Modenäher ein.

Im Berufsalltag von Textil- und Modeschneidern gibt es viele verschiedene Aufgaben. Zu Beginn einer Produktion steht immer die Arbeitsvorbereitung. Die Textil- und Modeschneider vergleichen Arbeitsmaterialien und treffen anhand von Qualität und Preis eine Entscheidung. Anschließend werden die Fertigungskosten berechnet, die sowohl Materialkosten als auch Löhne umfassen.

Dann beginnen die Textil- und Modeschneider mit ihrer eigentlichen Arbeit: Sie analysieren die Grundschnitte und arbeiten modellbezogene Besonderheiten heraus. Die Textil- und Modeschneider bestimmen dabei auch die Verarbeitungstechnik, also welche Stich- und Nähmaschinentypen eingesetzt werden sollen. Das ist sehr wichtig, da manche Nadeln bei harten Stoffen wie Denim abbrechen und somit andere Maschinen und Nähtechniken ausgewählt werden müssen. Nachdem sie auch die Lege- und Zuschnittanweisungen erarbeitet haben, versuchen sie diese im Team noch weiter zu optimieren, um den Nähern ihre Arbeit zu vereinfachen. Bevor die Produktion beginnen kann, stellen die Textil- und Modeschneider ein Modell her, das zur Orientierung dient. Nun geben sie ihre erarbeiteten Ergebnisse an die Textil- und Modenäher weiter und stehen ihnen für weitere Fragen zur Verfügung.

Die meisten Textil- und Modeschneider arbeiten in der industriellen Herstellung von Bekleidung oder Tisch- und Bettwäsche. Manche sind aber auch in Musterateliers tätig.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb), auch schulisch möglich

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Textil- und Modeschneider? In deiner Ausbildung bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb lernst du die praktische Seite deines Berufs kennen und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung führst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten.

Deine Abschlussprüfung besteht aus 2 Teilen. Teil I der Abschlussprüfung wird zum Ende des 2. Ausbildungsjahres abgelegt. Am Ende deiner Ausbildung folgt dann Teil II der Abschlussprüfung. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Textil- und Modenäher nennen.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Textil- und Modeschneider.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Industriemeister für Textilwirtschaft oder zum Techniker für Bekleidungstechnik. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Modedesign oder Textil- und Bekleidungstechnik.

Textil- und Modeschneider: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
38%
Mittlere Reife
46%
Hauptschulabschluss
16%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Kunst
Werken
Mathe

3 wichtige Stärken:

Gestalterische Fähigkeiten
Handwerklich-technisches Geschick
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Atelier, Künstlerwerkstatt
Feste Zeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Textil- und Modenschneider kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Mehrheit der Azubis hat den Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit (Fach-)Abitur und ein kleinerer Teil mit Hauptschulabschluss.

Gute Noten und Kenntnisse in Kunst und Werken zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir z.B. beim Erstellen von Modellskizzen und Prototypen. Auch gute Kenntnisse in Mathe können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, beispielsweise um den Materialverbrauch zu berechnen. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Textil- und Modeschneider mitbringst. Neben gestalterischen Fähigkeiten ist in diesem Beruf vor allem ein handwerklich-technisches Geschick von Vorteil, zum Beispiel beim Entwerfen von Schablonen für Zuschnitte und Fertigung. Außerdem helfen dir eine sorgfältige und genau Arbeitsweise in deiner Ausbildung zum Textil- und Modeschneider.

Textil- und Modeschneider ist ein handwerklicher Beruf, daher ist dein Arbeitsumfeld größtenteils ein Atelier, z.B. einem Betrieb der industriellen Bekleidungs- und Textilfertigung. In der Regel hast du feste Arbeitszeiten und Dienstreisen fallen nur in Ausnahmefällen an.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem großen industriellen Betrieb arbeitest du z.B. in Werk- und Produktionshallen an einer Serienfertigung. In kleineren Betrieben arbeitest du meist in einem Atelier. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Frau arbeitet mit Schnittmuster" © CandyBox Images / Shutterstock.com