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Geomatiker – Ausbildung & Beruf

Geocaching ist dein absolutes Lieblings-Hobby? Die Zuflüsse der Isar kannst du im Schlaf aufzählen? Und „Stadt, Land, Fluss" will schon keiner mehr mit dir spielen? Dann bist du der geborene Geomatiker!

Was macht ein Geomatiker?

Im Berufsbild Geomatiker sorgst du dafür, dass geographische Daten erfasst und verarbeitet werden. Du bist dafür zuständig Gebiete und Gegenden zu vermessen, archivierst diese Daten und erstellst daraus Pläne und Karten.

Im Berufsalltag sind Geomatiker öfters im Freien mit ihren Messinstrumenten unterwegs, um Geodaten zu ermitteln. Sich mit den unterschiedlichen Verfahren und Hilfsmitteln für die Messungen auszukennen, ist deshalb sehr wichtig für diesen Beruf. Nach einer Vermessung müssen Geomatiker einschätzen, ob die vorliegenden Daten verwendet werden können und wie sie aufbereitet werden müssen. Da alle Informationen und Daten gespeichert werden, ist das Thema Datenbanken ebenfalls sehr wichtig. In der Ausbildung lernst du deshalb, was Datenbanken überhaupt sind, wie du sie erstellst und wie Datenbankabfragen funktionieren. Auch die Erstellung und Umsetzung von Plänen, Grafiken und Karten ist ein wichtiger Bestandteil im Arbeitsalltag. Aus diesem Grund wird dir in der Ausbildung beispielsweise beigebracht, was bei der Aufbereitung der Daten für Druckprodukte beachtet werden muss und wie dreidimensionale Modelle deiner Umwelt erstellt werden können.

Im Berufsbild Geomatiker können aber ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die Ausbildungsverordnung zum Geomatiker.

Viele Geomatiker sind in der öffentlichen Verwaltung tätig. Aber auch in der Bauplanung oder im Verlagswesen kann man als Geomatiker bzw. Geomatikerin arbeiten.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK oder öffentlicher Dienst

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Geomatiker? In deiner Ausbildung zum Geomatiker bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Geomatiker und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Geomatiker erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Zum Anfang des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung wartet eine Abschlussprüfung auf dich, die sich aus 2 praktischen und 3 schriftlichen Teilen zusammensetzt. Wenn du die Prüfung bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Geomatiker nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Geomatiker.

Ausbildungslexikon

Das lernst du in der Ausbildung zum Geomatiker:

  • G wie Geometrie: Dieser Bereich beschäftigt sich mit ebenen und räumlichen Gebilden. Als Geomatiker bist du Spezialist im Bereich Geometrie, kennst die verschiedensten Figuren und weißt, wie man diese berechnet.
  • K wie Kartenherstellung: Redaktion, Bearbeitung, Druck: In deiner Ausbildung werden dir alle Bearbeitungsschritte und Methoden zur Kartenherstellung beigebracht.
  • T wie Typografie: Wie du bei der Gestaltung von Karten z.B. die passende Schrift, Schriftfarbe und Abbildungen auswählst und miteinander abstimmst, lernst du in deiner Ausbildung zum Geomatiker.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Techniker für Vermessungstechnik. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Kartografie oder Vermessungstechnik.

Geomatiker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
73%
Mittlere Reife
23%
Hauptschulabschluss
2%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Geografie / Erdkunde
Physik

3 wichtige Stärken:

Gestalterische Fähigkeiten
Sorgfalt & Genauigkeit
Analytische Fähigkeiten

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Flexible Zeiten, Gleitzeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Geomatikerin bzw. Geomatiker kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Der Großteil der Azubis startet mit Fachabitur oder Abitur in die Ausbildung, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt hat. Ungefähr ein Viertel der Azubis hat einen mittleren Abschluss. Mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss wirst du dich also eher schwer tun, eine Ausbildungsstelle zu finden, unmöglich ist es aber nicht.

Mit guten Noten in Mathe kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten. Auch gute Kenntnisse in Geografie bzw. Erdkunde können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Solltest du eine Stärke in Physik haben, ist das ebenfalls von Vorteil – allerdings sind gute Noten in diesen Fächern kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du kreativ bist und gestalterische Fähigkeiten hast. Weitere Stärken, die du als angehender Geomatiker besitzen solltest, sind analytische Fähigkeiten sowie eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Dein Arbeitsumfeld als Geomatiker ist in der Regel das Büro, allerdings ist es möglich, dass du auch mal im Freien tätig bist. Typisch in diesem Beruf sind außerdem flexible Arbeitszeiten, Dienstreisen kommen nur in Ausnahmefällen vor.

Aber Geomatiker ist nicht gleich Geomatiker. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem Verlag für Kartografie stellst du vor allem Straßenkarten her, in der öffentlichen Verwaltung bist du in Vermessungsbehörden tätig. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Vermessungsgerät im Freien" © Denis Topal / Fotolia