Glasbläser / Glasbläserin
Ausbildung & Beruf
Was macht ein Glasbläser (m/w/d)?
Als Glasbläser stellst du Objekte aus Glas her, in der Regel Hohlglasprodukte wie Vasen oder Figuren. Als allererstes erstellst du eine Skizze deines Designs, entweder auf einem Computer oder ganz klassisch mit Stift und Papier.
Bist du mit dem Design zufrieden, dann geht es ans Glasblasen. Dafür erhitzt du Glasstäbe und -röhren über einem Gasbrenner, bis das Glas weich ist. Anschließend formst du das Glas, indem du in die traditionelle Glasmacherpfeife bläst oder andere Werkzeuge wie Zangen benutzt.
Sobald das Glas abgekühlt ist, bearbeitest und verzierst du das Produkt, beispielsweise durch das Vergolden oder Bemalen, bis du zufrieden damit bist. Abschließend versendest du dein Werk oder verkaufst es selber. Je nach Schwerpunkt stellst du unterschiedliche Produkte her, doch der Arbeitsprozess bleibt gleich.
Wo kann ich als Glasbläser arbeiten?
Glasbläser arbeiten hauptsächlich in der Produktionshalle, der Werkstatt oder dem Atelier einer Glasbläserei. Aber je nach Fachrichtung kann es auch vorkommen, dass Glasbläser in sogenannten Schauglashütten ihre Produkte herstellen, während Kunden oder Gäste zuschauen.
Die Arbeitszeiten als Glasbläser hängen vom Arbeitgeber ab. In Werkstätten hast du oft geregelte Zeiten und meist am Wochenende frei. In Glashütten kann Schichtdienst üblich sein, weil Öfen durchlaufen und Produktionslinien getaktet sind. Gerade dort kann ein Glasbläser auch früh, spät oder nachts arbeiten. In kleineren Manufakturen ist der Ablauf flexibler, dafür packst du bei Kundenaufträgen von A bis Z mit an.
Ausbildungsorte als Glasbläser
Wie viel verdient ein Glasbläser?
Das Gehalt als Glasbläser schwankt mit Branche, Region und Tarifbindung. Zum Einstieg kannst du als Glasbläser je nach Betrieb mit etwa 2.000 bis 3.200 Euro brutto im Monat rechnen. In der Industrie sind Löhne oft höher als im Handwerk, und Tarifverträge können für klare Stufen sorgen.
Mit mehr Erfahrung und Verantwortung steigt dein Gehalt. Im Schnitt verdienst du als Glasbläser später deutlich mehr. Entscheidend ist dabei auch, ob du im Westen oder Osten arbeitest und wie groß der Betrieb ist.
Wie viel verdient ein Glasbläser in der Ausbildung?
Da die Ausbildung als Glasbläser dual abläuft, wird sie auch vergütet. Wie hoch deine Ausbildungsvergütung aber letztendlich ausfällt, ist von einigen Faktoren abhängig, darunter der Tarifvertrag.
Arbeitest du beispielsweise in einem Betrieb, in dem der Tarifvertrag für das Glaserhandwerk gilt, dann kannst du, je nach Bundesland, mit folgendem Gehalt rechnen:
- im 1. Ausbildungsjahr: 1.020 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 1.070 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 1.170 Euro
Wie läuft die Ausbildung zum Glasbläser ab?
Bei der Ausbildung zum Glasbläser handelt es sich um eine dreijährige duale Ausbildung. Dual bedeutet, dass du die Ausbildung sowohl im Betrieb, beispielsweise einer Glasbläserei, als auch in einer Berufsschule absolvierst.
Im Betrieb werden dir die praktischen Aspekte des Berufs beigebracht, in der Berufsschule hingegen das benötigte theoretische Wissen.
Nach zwei Jahren erfolgt eine Zwischenprüfung, diese musst du bestehen. Am Ende des dritten Ausbildungsjahres steht die Gesellenprüfung an.
In der Ausbildung als Glasbläser gibt es insgesamt 3 Fachrichtungen, auf die du dich spezialisieren kannst:
- Christbaumschmuck
- Glasgestaltung
- Kunstaugen
Für diese Ausbildung gibt es in Deutschland nur sehr wenige Berufsfachschulen. Der Unterricht kann deshalb, je nach Bundesland, auch zentralisiert und blockweise stattfinden. Das bedeutet, es könnte also auch ein langer Anfahrtsweg auf dich zukommen.
Wie lange dauert die Ausbildung als Glasbläser?
Die Ausbildung zum Glasbläser dauert in der Regel 3 Jahre. In dieser Zeit sammelst du im Betrieb viel Praxis und lernst in der Berufsschule die Theorie. Je nach Leistung und Vorbildung ist in Absprache mit Betrieb und Kammer teilweise eine Verkürzung möglich, das hängt aber vom Einzelfall ab. Grundsätzlich ist das Ziel, dass du als Glasbläser sicher und selbstständig arbeiten kannst: vom Erhitzen über das Blasen und Formen bis zur Veredelung
Am Ende legst du die Abschlussprüfung ab. Mit dem Abschluss als Glasbläser hast du eine anerkannte Qualifikation im Handwerk, auf der du später mit Meister, Techniker oder Studium aufbauen kannst.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Glasbläser?
Da es sich bei der Ausbildung um eine duale Ausbildung handelt, wirst du sowohl im Betrieb als auch der Berufsschule ausgebildet. In der Glasbläserei erlernst du die praktischen Inhalte des Berufs – darunter, wie du die Glasstäbe und -röhren richtig trennst und erhitzt und wie du verschiedene Formen bläst.
In der Berufsschule lernst du dagegen das benötigte theoretische Wissen, beispielsweise die physikalischen Eigenschaften von Glas, wie Glas hergestellt wird oder relevante rechtlichen Pflichten.
Je nachdem, welchen Schwerpunkt du wählst, wird auch der Inhalt der Ausbildung variieren. In der Fachrichtung Christbaumschmuck erlernst du, wie du Christbaumschmuck herstellst und bearbeitest.
Entscheidest du dich für die Fachrichtung Kunstaugen, dann wird dir u. a. beigebracht, wie du Augenprothesen oder Glasaugen für Kuscheltiere so lebensecht wie möglich anfertigst.
Möchtest du dich jetzt noch nicht festlegen, dann ist die Fachrichtung Glasgestaltung wahrscheinlich die richtige für dich. Hier wird dir gezeigt, wie man Vasen, Figuren oder andere Hohlglasobjekte herstellt.
Rechtlich gesehen kannst du die Ausbildung als Glasbläser mit jedem Schulabschluss beginnen, da es für diesen Beruf nur sehr wenige Azubis gibt, kannst du die Ausbildung auch mit einem Hauptschulabschluss anfangen.
Dennoch kannst du mit guten Noten in bestimmten Schulfächern bei deiner Bewerbung punkten. Besonders gerne gesehen werden hierbei gute Noten in den Fächern Kunst, Werken/Technik sowie Physik und Chemie.
Da es sich bei dem Beruf um eine sehr kreative Tätigkeit handelt, ist eine gewisse künstlerische Begabung ein Muss. Erste Erfahrungen in Werken und Technik erleichtern dir hingegen die handwerklichen Aufgaben. Gute Physik- und Chemie-Noten helfen dir wiederum, die physikalischen Eigenschaften von Glas sowie den Herstellungsprozess zu verstehen.
Doch gute Schulnoten sind längst nicht alles, auch persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten helfen dir weiter. Du solltest vor allem viel Fingergeschick mitbringen sowie einen Sinn für Ästhetik. Auch zeichnerisches Talent und Rechengeschick erleichtern dir den Berufsalltag.
- Werken/Technik
- Kunst
- Physik u. Chemie
- Sinn für Ästhetik
- Fingergeschick
- Handwerkliches Geschick
- Umfeld: Handwerk, Holz & Produktion
- Feste Arbeitszeiten
- Erschwerte Arbeitsbedingungen durch Hitze
Ähnliche Ausbildungsberufe
Nur, weil du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast, bedeutet das nicht, dass du ausgelernt hast. Möchtest du beruflich aufsteigen, könntest du beispielsweise eine Weiterbildung zum Glasbläser- und Glasapparetebaumeister machen. Aber auch eine Weiterbildung zum Gestalter – Produktdesign, Industriemeister Glas oder Techniker – Glastechnik können spannend sein.
Natürlich kannst du auch jederzeit ein Studium beginnen, geeignete Studiengänge sind beispielsweise:
- Mediendesign
- Keramik- und Glastechnik
- Produktdesign
Das Glasblasen ist ein traditionsreiches Handwerk und benutzt bis heute Techniken, die es schon seit hunderten Jahren gibt. Dennoch verändern technische Entwicklungen und die Digitalisierung das Berufsbild.
Die Gasbrenner, die zum Erhitzen der Glasröhren benutzt werden, werden zum Beispiel immer effizienter und sicherer – das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Arbeitsschutz. Neue Technologien wie das 3D-Modelln oder 3D-Drucken ermöglichen es außerdem, Modelle und Skizzen im Handumdrehen anzufertigen und erleichtern den Arbeitsprozess.
Als Glasbläser hast du einen eher speziellen, aber stabilen Arbeitsmarkt. Du findest Jobs vor allem in Kunsthandwerk, Industrie, Laboren und Werkstätten für Glasdesign. Viele Betriebe suchen gut ausgebildete Fachkräfte, weil dieser Beruf selten geworden ist. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Glasbläser hast du daher ordentliche Chancen auf feste Stellen und sichere Perspektiven.
Für dich als Quereinsteiger ist der Beruf gut möglich, wenn du motiviert bist. In der Praxis startest du oft als Helfer in einer Werkstatt und lernst Schritt für Schritt die Arbeit mit Glas, Brenner und Werkzeug. Viele Glasbetriebe bilden angehende Glasbläser intern weiter. Mit etwas Übung kannst du später eine reguläre Ausbildung zum Glasbläser nachholen.
In diesem Beruf brauchst du vor allem ruhige Hände und gute Feinmotorik. Du solltest konzentriert arbeiten können, Hitze aushalten und sorgfältig mit Werkzeug und Material umgehen. Als Glasbläser hilft dir Kreativität beim Formen und Gestalten von Glasprodukten. Außerdem ist Teamarbeit wichtig, weil du als Glasbläser oft eng mit Kollegen in der Werkstatt zusammenarbeitest.
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