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Orthopädieschuhmacher / Orthopädieschuhmacherin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Orthopädieschuhmacher

Ein Kunde kommt mit einer ärztlichen Verordnung zu dir als Orthopädieschuhmacher. Die Beine sind nicht gleich lang, sodass der Kunde Einlagen für die Schuhe benötigt. Die Einlagen gleichen den Unterschied der Beine aus und beugen Schmerzen und einer Fehlstellung vor. Du untersuchst den Gang und die Gehprobleme. Nach einem Gespräch nimmst du Abdrücke und Maße vom Fuß. Nach dem Kundengespräch fertigst du die Einlagen entsprechend deiner Messungen an. Nach einer Woche kommt der Kunde vorbei, probiert die Einlagen aus und stellt direkt einen verbesserten Gang fest. Mit deiner Arbeit behebst du genau solche und viele andere Probleme.

Berufsbild Orthopädieschuhmacher / Orthopädieschuhmacherin

Was macht ein Orthopädieschuhmacher (m/w/d)?

Nicht für alle passen die Schuhe aus dem normalen Schuhladen. Und wenn das passiert, kommst du als Orthopädieschuhmacher bzw. Orthopädieschuhmacherin zum Einsatz. Du stellst Maßschuhe her, die perfekt zum Fuß passen. Auch vorhandene Schuhe bearbeitest du und passt diese individuell an. Neben der Arbeit mit Schuhen stellst du in diesem Beruf Innenschuhe, Einlagen und Schienen her. Auch für Orthesen, Prothesen und andere Hilfsmittel bist du zuständig. Dafür liegt häufig eine ärztliche Verordnung vor.

Um Schuhe, Einlagen und Co. anzupassen, nimmst du vom Kunden einen Abdruck. Außerdem untersuchst du den Gang, um diesen mit deinen Anfertigungen zu korrigieren. Die passgenaue Anfertigung überprüfst du in einer Anprobe mit dem Kunden. Sitzt alles oder drückt der Schuh noch irgendwo? Eventuell nimmst du noch Anpassungen vor.

Neben der Arbeit am Schuh führst du Beratungen durch. Diese sind in deinem Beruf sehr wichtig, denn falsches Schuhwerk kann große Schäden anrichten. Deshalb ist eine ausgiebige Beratung unerlässlich. Dabei lässt du die Ästhetik nicht außer Acht, sodass die Schuhe dennoch modern und nicht nach Orthopädie aussehen.

Wie sieht der Berufsalltag als Orthopädieschuhmacher aus?

In deinem Berufsalltag als Orthopädieschuhmacher erwarten dich abwechslungsreiche Arbeiten. Dabei arbeitest du vorrangig in einer Werkstatt. Die Arbeit ist handwerklich orientiert, wobei du mit verschiedenen Werkzeugen umgehst. Diese brauchst du, um aus den Einzelteilen, wie Leder und Sohle, einen individuellen Schuh herzustellen. Dabei orientierst du dich immer an den Messergebnissen beziehungsweise Abdrücken. Das Leder oder den Stoff bringst du in die gewünschte Form und nagelst oder klebst es an die Sohle. Nach und nach entsteht dabei ein Schuh, der über gesundheitsverbessernde Maßnahmen verfügt.

Bevor du einen Schuh anfertigst, benötigst du die Maße und Abdrücke. Daher führst du neben deiner Arbeit in der Werkstatt Kundengespräche. Von Kindern über Sportler und Senioren bis zu Menschen mit Gehproblemen ist alles dabei. Auch bei ungleich langen Beinen kommen Menschen zu dir, um diese mit passenden Schuhen auszugleichen.

Wo arbeitet man als Orthopädieschuhmacher?

Als Orthopädieschuhmacher arbeitest du in Fachbetrieben, in Klinken oder Sanitätshäusern mit schuhorthopädischem Bereich. Auch in der industriellen Herstellung von orthopädischen Schuhen kannst du arbeiten.

Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher / zur Orthopädieschuhmacherin

Welche schulischen Voraussetzungen braucht man als Orthopädieschuhmacher?

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für den Beruf Orthopädieschuhmacherin. In der Vergangenheit hatten etwa die Hälfte der Azubis den Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Aber auch viele Ausbildungsanfänger mit Abitur oder dem Hauptschulabschluss wurden eingestellt.

Quelle: Datensystem Auszubildende (http://www.bibb.de/dazubi)

In der Ausbildung Orthopädieschuhmacher bzw. Orthopädieschuhmacherin können ganz unterschiedliche Aufgabenbereiche im Vordergrund stehen – je nach Betrieb, Branche und beruflicher Position. Welche Aufgaben du in deiner Ausbildung erlernst, regelt die Ausbildungsverordnung.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung möglich

Ausbildungsvergütung

453 - 822 €

Was lernt man in der Ausbildung als Orthopädieschuhmacher?

Im Betrieb lernst du viel über die Anatomie, Physiologie und Pathologie. Du führst Untersuchungen an Füßen und Beinen durch, legst Messpunkte fest und protokollierst diese Ergebnisse. Durch die praktische Arbeit im Betrieb fertigst du Einlagen, Schuhe und andere Produkte an.

In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen für orthopädische Einlagen, Innenschuhe und die Orthesen. In den berufsspezifischen Fächern lernst du außerdem alles über die Herstellung, Anpassung und Pflege der Produkte. Zusätzlich erwarten dich in der Berufsschule allgemeinbildende Fächer, wie beispielsweise der Deutschunterricht. 

Wie viel verdient man als Orthopädieschuhmacher in der Ausbildung?

Als Orthopädieschuhmacher bzw. Orthopädieschuhmacherin kannst du in der Ausbildung im Schnitt mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen: 

  • im 1. Ausbildungsjahr: 453 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 551 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 705 Euro
  • im 4. Ausbildungsjahr: 822 Euro

Du möchtest mehr über das Orthopädieschuhmacher Gehalt erfahren? Hier geht es zur Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher / zur Orthopädieschuhmacherin zu mir?

Du bist gut geeignet für den Beruf Orthopädieschuhmacher, wenn du

  • sorgfältig und genau arbeitest
  • gerne mit Menschen arbeitest
  • gerne handwerklich arbeitest
  • geregelte Arbeitszeiten möchtest

Du bist eher weniger geeignet, wenn du

  • lieber im Büro arbeitest
  • keinen Kundenkontakt möchtest
  • empfindlich auf körperliche Ausdünstungen reagierst
  • Allergien gegenüber Lösungsmitteln hast

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit in den Bereichen Gesundheit & Medizin oder Handwerk, Holz & Produktion kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher / zur Orthopädieschuhmacherin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um beispielsweise neue Entwicklungen in Bereichen wie Orthopädietechnik, Lederverarbeitung oder Fußpflege kennenzulernen.

Aufstiegsfortbildungen helfen dir dabei, beruflich voranzukommen und Karriere zu machen. Passend sind als Orthopädieschuhmacher unter anderem die Weiterbildungen zum Orthopädieschuhmachermeister, Schuhmachermeister, Techniker - Schuhtechnik, Industriemeister - Schuhfertigung oder zum Technischen Fachwirt.

Auch der Weg über ein Studium eignet sich. Typische Studiengänge sind: 

  • Orthopädie-, Rehatechnik
  • Biomechanik
  • Textil-, Bekleidungstechnik

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Orthopädieschuhmacher

Mit der Auswahl nachhaltiger Materialien kannst du als Orthopädieschuhmacher die Umwelt unterstützen. Auch die Kunden erwarten immer häufiger nachhaltigere Materialien, in jedem Bereich. Indem du auf solche Materialien setzt, erfüllst du daher auch die Wünsche deiner Kunden.

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Weitere Infos

Bildnachweis: „Schuhmacher" © Monkey Business / Fotolia; „Orthopädieschuhmacher schleift Sohlenränder" ©www.fotoliza.com.ua - stock.adobe.com; „Orthopädieschuhmacher erfasst die genauen Maße" ©Monthira - stock.adobe.com; „Orthopädieschuhmacher nimmt Abdrücke eines Kunden" ©Charly Morlock - stock.adobe.com; „Orthopädieschuhmacher begutachtet Fuß" ©Elvin.V - stock.adobe.com; „Orthopädieschuhmacher bei Fertigung eines Schuhs" ©Roman - stock.adobe.com