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Zahntechniker – Ausbildung & Beruf

Viele Menschen haben als Jugendliche eine Zahnspange oder im Alter künstliche Zähne. Ob jung oder alt: Der Zahntechniker schenkt uns ein schönes Lächeln und sorgt mit passgenauem Zahnersatz für den richtigen Biss.

Was macht ein Zahntechniker?

Als Zahntechniker wird viel Fingerfertigkeit und technisches Verständnis von dir verlangt. Denn deine Hauptaufgabe besteht im Fertigen und Reparieren von Zahnersatz. Darunter versteht man sowohl herausnehmbare Prothesen als auch Kronen und Brücken, die fest in den Kiefer eingesetzt werden. Außerdem stellen Zahntechniker verschiedene Spangen her. Meistens dient als Grundlage für die Arbeit ein Abdruck des Kiefers des Patienten. Mit speziellen Computerprogrammen oder Materialien, wie Wachs konstruierst du zuerst ein Muster, um es anschließend passend anzufertigen. Am Ende wird man deine Arbeit kaum mehr von echten Zähnen unterscheiden können.

Damit der Zahnersatz nicht nur täuschend echt, sondern auch funktional ist, kommen bei der Arbeit als Zahntechniker unterschiedlichste Materialien und Techniken zum Einsatz. In der Ausbildung zum Zahntechniker lernst du unter anderem Wachs, Kunststoffe, Keramiken oder Metalle zu gießen, zu schleifen, zu fräsen oder zu modellieren. Dabei kommen unterschiedlichste Geräte zum Einsatz, die oft speziell für deine Arbeit entwickelt wurden, etwa Artikulatoren. Diese ahmen die Sprech- und Kaubewegungen eines menschlichen Kiefers nach und werden zum Testen der Prothesen verwendet. Weil jeder Zahnersatz individuell angefertigt wird, ist auch kein Arbeitstag als Zahntechniker wie der andere.

Nach deiner Ausbildung zum Zahntechniker kannst du in zahntechnischen Labors oder den Labors von Zahnarztpraxen arbeiten. Auch in Zahnkliniken finden sich Beschäftigungsmöglichkeiten für dich.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung auf 2,5-3 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Handwerkskammer (HWK)

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Zahntechniker? In deiner Ausbildung zum Zahntechniker bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Zahntechniker und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Im zweiten Ausbildungsjahr absolvierst du eine schriftliche und eine praktische Zwischenprüfung. Am Ende deiner Ausbildung wartet die Gesellenprüfung auf dich mit einem praktischen Teil, in dem du 3 Prüfungsstücke und eine Arbeitsprobe anfertigst, und einem schriftlichen Teil in den Bereichen Technologie, Fertigungsplanung und -kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Zahntechniker.

Ausbildungslexikon Zahntechniker

Das lernst du in der Ausbildung zum Zahntechniker:

  • G wie Gerüst: Mit Baugerüsten hat das aber nichts zu tun. Du arbeitest in deiner Ausbildung Gerüste für Einstückgussprothesen aus und stellst Passungen her.
  • K wie Kieferorthopädie: Für den richtigen Biss: In der Kieferorthopädie dreht sich alles um Fehlstellungen von Kiefer und Zähnen. Nach der Ausbildung erstellst du zum Beispiel kieferorthopädische Modelle mit Schrauben und Dehnplatten.
  • Z wie Zahnersatz: Lückenlos lächeln! Ob für das Alter oder die Unfallchirurgie: Du lernst partielle oder totale Prothesen zu planen, herzustellen und zu bewerten.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Zahntechnikermeister. Du könntest aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel im Bereich der Zahnmedizin oder der Medizinischen Technik.

Zahntechniker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, welche Schulfächer und Stärken besonders wichtig für die Ausbildung sind und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
44%
Mittlere Reife
43%
Hauptschulabschluss
11%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Physik
Mathe
Werken/ Technik

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Analytische Fähigkeiten
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Labor / Forschungseinrichtung
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen
Entwicklung von neuen Technologien

Zahntechnikerin bzw. Zahntechniker kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Ungefähr die Hälfte der Azubis hat aber einen mittleren Schulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Die andere Hälfte der Azubis startet mit Abitur oder Fachabitur in die Lehre. Und ein kleiner Teil beginnt die Ausbildung mit Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss.

Mit guten Noten in Physik und Mathe kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten. Auch gute Kenntnisse in Technik und Werken können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und Neugierde für die Ausbildung zum Zahntechniker mitbringst. Weitere Stärken, die du für den Umgang mit den teils kleinteiligen Geräten und Werkzeugen brauchst, sind handwerklich-technisches Geschick und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Der Zahntechniker ist ein handwerklich-technischer Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel das zahntechnische Labor oder die Werkstatt ist. Aber auch das Büro kann dein Arbeitsplatz sein. Dienstreisen kommen in der Regel nicht vor.

Aber Zahntechniker ist nicht gleich Zahntechniker. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Arbeit an einem Implantat" © Kzenon / Fotolia