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Hörakustiker – Ausbildung & Beruf

Hinweis: Im August 2016 wurde dieser Beruf umbenannt von Hörgeräteakustiker zu Hörakustiker.

Ein zu lautes Konzert, ein Discobesuch oder die Arbeit auf der Baustelle: Es gibt viele Gründe und Ursachen für einen Hörschaden. Hörgeräte können das Leben erleichtern. Übrigens: Auf Wunsch kann man diese auch als Freisprechanlage fürs Handy oder als Kopfhörer mit Hi-Fi-Stereo-Klang fürs Fernsehen nutzen.

Was macht ein Hörakustiker?

Hörakustiker bzw. Hörgeräteakustiker passen individuelle Hörsysteme an die Bedürfnisse ihrer Kunden an, stellen Otoplastiken her, reparieren und warten Hörhilfen und führen Hörtests durch.

In der Ausbildung zum Hörakustiker lernst du, wie das Ohr aufgebaut ist, wie man Ohrabformungen herstellt und wie man Hörsysteme auswählt und diese anpasst. Darüber hinaus erledigen Hörakustiker auch kaufmännische Arbeiten, wie die Kalkulation von Angeboten, die Erstellung von Abrechnungen mit Krankenkassen oder Kundenrechnungen.

Nach deiner Ausbildung arbeitest du entweder in einem Ladengeschäft für Hörgeräte oder bei industriellen Hörgeräteherstellern. Nach einer bestandenen Meisterprüfung kann der Schritt in die Selbstständigkeit erfolgen.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

HWK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann möchtest du bestimmt wissen, wie die Ausbildung zum Hörakustiker (ehemals Hörgeräteakustiker) abläuft. Du befindest dich dabei in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Hörakustiker erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung wartet die Gesellenprüfung auf dich. Sie wird praktisch, schriftlich und mündlich durchgeführt. Wenn du die Prüfung bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Hörakustiker nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hörakustiker.

Das lernst du in der Ausbildung zum Hörakustiker:

  • A wie Audiometrie: Darunter versteht man verschiedene Verfahren zur Prüfung und Messung der Hörfähigkeit, damit man einen bestehenden Hörverlust erkennt, diagnostiziert und lokalisiert. Welche Verfahren es gibt und wie man diese anwendet, lernst du in der Ausbildung zum Hörakustiker.
  • I wie Impedanzmessung: Mit Hilfe dieser Untersuchung wird der Druck im Mittelohr und das Schwingverhalten des Trommelfells getestet, um so bestimmte Ergebnisse im Ohr zu erfahren, z.B. das Druckverhältnis.
  • O wie Otoplastik: Um für den Kunden das passende Hörgerät zu erstellen, muss vorab ein Formpassstück angefertigt werden. Denn als Hörakustiker passt du die Passform der Ohrstücke von Hörgeräten individuell auf den Nutzer an.

Wenn du deine Ausbildung erfolgreich beendet hast, gibt es für dich viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, z.B. zum Hörgeräteakustikermeister oder Techniker für Medizintechnik. Wenn du die (Fach-)Hochschulreife hast, könntest du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Hörtechnik oder Medizinische Technik.

Hörakustiker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
51%
Mittlere Reife
43%
Hauptschulabschluss
5%
Kein Abschluss
1%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Physik
Werken/ Technik
Mathe

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Eigeninitiative und Entscheidungsfreude
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt
Feste Zeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Hörakustiker kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die meisten Azubis haben das (Fach-)Abitur, gefolgt von Azubis mit einem mittleren Schulabschluss wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein sehr kleiner Teil startet mit Hauptschulabschluss in die Ausbildung. Es beginnen kaum Azubis ohne Abschluss die Ausbildung.

Gute Noten und Kenntnisse in Physik und Mathe zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir im Bereich Akustik z.B. bei der Schallentstehung sowie bei der Berechnung und Messverfahren bei verschiedenen akustischen Größen. Auch gute Noten in Werken/Technik können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Hörakustiker mitbringst. In diesem Beruf ist vor allem handwerklich-technisches Geschick gefragt, zum Beispiel um passende Geräte anzufertigen. Zudem solltest du Eigeninitiative und Entscheidungsfreude mitbringen sowie eine sorgfältige und genau Arbeitsweise, die du vor allem im Umgang mit den empfindlichen Geräten brauchst.

Hörakustiker ist ein medizinisch-technischer Beruf. Die Arbeitsumfelder eines Hörakustikers sind meist Werkstätten, Akustiklabore oder Verkaufsräume. Dienstreisen kommen in der Regel nur in Ausnahmefällen vor.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem Geschäft bist du im Kundenkontakt, d.h. du berätst Kunden oder nimmst einen Abdruck, um ein passendes Gerät anzufertigen. Im Labor führst du vor allem Tests durch und wertest diese aus. Hier steht vor allem die technische Seite im Vordergrund. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Hörgerät" © andras_csontos / Shutterstock.com