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Hörakustiker / Hörakustikerin
Ausbildung & Beruf

Hörakustikerin bei der Arbeit

Du bist Hörakustiker und gerade in der Werkstatt. Heute Nachmittag nämlich kommt eine Kundin, um ihr erstes Hörgerät abzuholen. Du musst die Ohrpassstücke dafür anpassen, damit das Hörgerät auch gut im Ohr sitzt. Dann schließt du sie an die Hörgeräte an – die Feinjustierung nimmst du später mit deiner Kundin vor. Das Gerät soll auch mit dem Fernseher verbunden werden können, damit sie die Lautstärke nicht immer hochdrehen muss. Das zu erklären, wird eine Herausforderung – aber du kennst dich schließlich aus!

Berufsbild Hörakustiker / Hörakustikerin

Was macht ein Hörakustiker (m/w/d)?

Hörakustiker bzw. Hörgeräteakustiker passen individuelle Hörsysteme an die Bedürfnisse ihrer Kunden an, stellen Otoplastiken her, reparieren und warten Hörhilfen und führen Hörtests durch.

Kunden von Hörakustikern sind entweder im Berufsalltag von Lärm und Geräuschen beeinträchtigt und benötigen darum Gehörschutz oder benötigen aufgrund einer Hörschwäche technische Unterstützung. Egal, ob die Hörschwäche altersbedingt oder angeboren ist: Hörakustiker beraten ihre Kunden und finden das richtige Hörgerät für sie. 

Hörakustiker übernehmen aber nicht nur beratende und handwerkliche Tätigkeiten, sondern kümmern sich auch um kaufmännische und verwaltende Aufgaben. Sie müssen Angebote kalkulieren, mit den Krankenkassen abrechnen oder Rechnungen für die Kunden erstellen. 

Hinweis: Im August 2016 wurde dieser Beruf umbenannt von Hörgeräteakustiker zu Hörakustiker bzw. zu Hörakustikerin.

Wie sieht der Berufsalltag als Hörakustiker aus?

Dein Arbeitsumfeld als Hörakustiker bzw. Hörakustikerin kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Unternehmen und in welchem Bereich du tätig bist. In einem Geschäft bist du im Kundenkontakt, das heißt, du berätst Kunden oder nimmst einen Abdruck, um ein passendes Gerät anzufertigen. Im Labor führst du vor allem Tests durch und wertest diese aus. Hier steht vor allem die technische Seite im Vordergrund. 

Bist du Hörakustiker in einem Geschäft, bereitest du vor Ladenöffnung alles vor: Du fährst die Computer hoch oder bereitest Geräte für Hörtests vor. Im direkten Kundenkontakt bist du freundlich und gehst auf die individuellen Probleme und Wünsche ein. Du nimmst Abdrücke für die Ohrpassstücke, stellst die Hörsysteme ein und erklärst, wie sie funktionieren.

Arbeitest du im Labor und stellst Otoplastiken her, brauchst du auch Schutzkleidung. Meist arbeitest du hier nämlich noch nicht mit modernen 3D-Druckern, sondern mit Flüssigacryl, Klebstoffen oder Lösungsmitteln.

Wo arbeitet man als Hörakustiker?

Hörakustiker bzw. Hörakustikerin ist ein medizinisch-technischer Beruf. Nach deiner Ausbildung zum Hörakustiker bzw. zur Hörakustikerin arbeitest du entweder in einem Ladengeschäft für Hörgeräte oder bei industriellen Hörgeräteherstellern. Dabei bist du entweder in Verkaufsräumen, in Akustiklaboren oder in Werkstätten anzutreffen. 

Als Hörakustiker kommen deine Kunden zu dir, du hast also keine Dienstreisen oder Einsätze im Außendienst zu erwarten.

Ausbildung zum Hörakustiker / zur Hörakustikerin

Wie läuft die Ausbildung zum Hörakustiker ab?

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann möchtest du bestimmt wissen, wie die Ausbildung zum Hörakustiker (ehemals Hörgeräteakustiker) abläuft. Du befindest dich dabei in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. 

Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Hörakustiker erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung wartet die Gesellenprüfung auf dich. Sie wird praktisch, schriftlich und mündlich durchgeführt. Wenn du die Prüfung bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Hörakustiker nennen.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hörakustiker.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

HWK

Was lernt man in der Ausbildung zum Hörakustiker?

Da es sich bei der Hörakustiker-Ausbildung um eine duale Ausbildung handelt, erwirbst du dein Wissen im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Du lernst, wie das Ohr aufgebaut ist, wie man Ohrabformungen herstellt und wie man Hörsysteme auswählt und diese anpasst. Außerdem wird dir im Ausbildungsbetrieb vermittelt, wie du ärztliche Diagnosen einordnest und wie Kundenberatung funktioniert.

In der Berufsschule ist es nicht weniger praktisch: Du stellst hier Otoplastiken her und lernst, wie audiologische Messungen durchgeführt werden. Auch allgemeinbildende Fächer stehen auf dem Stundenplan: Du hast beispielsweise Englischunterricht, Politik oder Sport.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon:

  • A wie Audiometrie: Darunter versteht man verschiedene Verfahren zur Prüfung und Messung der Hörfähigkeit, damit man einen bestehenden Hörverlust erkennt, diagnostiziert und lokalisiert. Welche Verfahren es gibt und wie man diese anwendet, lernst du in der Ausbildung zum Hörakustiker.
  • I wie Impedanzmessung: Mit Hilfe dieser Untersuchung wird der Druck im Mittelohr und das Schwingverhalten des Trommelfells getestet, um so bestimmte Ergebnisse im Ohr zu erfahren, z. B. das Druckverhältnis.
  • O wie Otoplastik: Um für den Kunden das passende Hörgerät zu erstellen, muss vorab ein Formpassstück angefertigt werden. Denn als Hörakustiker passt du die Passform der Ohrstücke von Hörgeräten individuell auf den Nutzer an.

Hörakustiker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Hier zeigen wir dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Schulfächer

  • Physik
  • Werken/ Technik
  • Mathe

Stärken

  • Handwerklich-technisches Geschick
  • Eigeninitiative und Entscheidungsfreude
  • Sorgfalt & Genauigkeit

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: Werkstatt
  • Feste Zeiten
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Hörakustiker kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die meisten Azubis haben das (Fach-)Abitur, gefolgt von Azubis mit einem mittleren Schulabschluss wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein sehr kleiner Teil startet mit Hauptschulabschluss in die Ausbildung. Es beginnen kaum Azubis ohne Abschluss die Ausbildung.

Gute Noten und Kenntnisse in Physik und Mathe zahlen sich bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aus, denn sie helfen dir im Bereich Akustik z. B. bei der Schallentstehung sowie bei der Berechnung und Messverfahren bei verschiedenen akustischen Größen. Auch gute Noten in Werken/Technik können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Hörakustiker mitbringst. In diesem Beruf ist vor allem handwerklich-technisches Geschick gefragt, zum Beispiel um passende Geräte anzufertigen. Zudem solltest du Eigeninitiative und Entscheidungsfreude mitbringen sowie eine sorgfältige und genau Arbeitsweise, die du vor allem im Umgang mit den empfindlichen Geräten brauchst.

Hörakustiker ist ein medizinisch-technischer Beruf. Die Arbeitsumfelder eines Hörakustikers sind meist Werkstätten, Akustiklabore oder Verkaufsräume. Dienstreisen kommen in der Regel nur in Ausnahmefällen vor.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem Geschäft bist du im Kundenkontakt, d.h. du berätst Kunden oder nimmst einen Abdruck, um ein passendes Gerät anzufertigen. Im Labor führst du vor allem Tests durch und wertest diese aus. Hier steht vor allem die technische Seite im Vordergrund. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie viel verdient man als Hörakustiker in der Ausbildung?

In deiner Ausbildung zum Hörakustiker bzw. zur Hörakustikerin im Einzelhandel kannst du beispielsweise mit dieser Ausbildungsvergütung rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 750 bis 900 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 800 bis 1.000 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 950 bis 1.150 Euro

Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Hörakustiker Gehaltsseite

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Hörakustiker / zur Hörakustikerin zu mir?

Hörakustiker bzw. Hörakustikerin ist der passende Ausbildungsberuf für dich, wenn 

  • du gerne handwerklich arbeiten möchtest
  • du sorgfältig und präzise arbeitest
  • du dich für Medizin interessierst
  • du freundlich und verbindlich bist

Ein anderer Beruf als Hörakustiker passt besser zu dir, wenn

  • du nicht mit Technik arbeiten möchtest
  • dir abwechslungsreiche Tätigkeiten schwerfallen
  • du keinen Körperkontakt zu Kunden haben möchtest
  • du Anatomie langweilig findest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit in den Bereichen Medizin & Gesundheit oder Handwerk & Produktion kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an: 

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Wenn du deine Ausbildung erfolgreich beendet hast, gibt es für dich viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, z. B. zum Hörgeräteakustikermeister oder Techniker für Medizintechnik. Wenn du die (Fach-)Hochschulreife hast, könntest du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Hörtechnik oder Medizinische Technik. 

Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Hörakustiker / zur Hörakustikerin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in Bereichen wie Hörgeräteakustik oder Informations- und Kommunikationstechnik kennenzulernen. 

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Hörgeräteakustikermeister, Techniker - Feinwerktechnik oder zum Techniker - Medizintechnik. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge sind: 

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Hörakustiker

Als Hörakustiker bzw. Hörakustikerin hast du einen handwerklichen Beruf, der aber immer technischer wird. Auch im Bereich der Hörhilfen gibt es spannende Innovationen, die deinen Beruf auch in Zukunft spannend machen. Hörakustiker sorgen für mehr Lebensqualität bei ihren Kunden. Und in einer immer älter werdenden Gesellschaft ist auch mehr Altersschwerhörigkeit zu erwarten. Hier kommst du ins Spiel und berätst, empfiehlst, passt an und erklärst. Du musst dich weiterbilden, um neue Entwicklungen mitzunehmen und so wettbewerbsfähig zu bleiben. Dann aber erwartet dich als Hörakustiker ein spannendes Berufsleben.

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Weitere Infos

Bildnachweis: „Hörakustikerin mit einem Jungen" © Dusko - stock.adobe.com; „Audiometrische Daten von Patienten ermitteln" ©Dusko - stock.adobe.com; „Hörgerät an das Ohr eines Kunden anpassen" ©Elnur - stock.adobe.com
„Hörgeräte herstellen" ©Kzenon - stock.adobe.com; „Hörgeräte richtig einstellen" ©MandicJovan - stock.adobe.com