AZUBIYO Logo

Pferdewirt – Ausbildung & Beruf

Das Leben ist kein Ponyhof? Und ob! Wenn Pferde dein Herz höher schlagen lassen und Reitsport dich begeistert, dann kannst du als Pferdewirt Hobby und Beruf miteinander verbinden.

Was macht ein Pferdewirt?

Wer jetzt aber denkt, als Pferdewirt reitet man den ganzen Tag, liegt falsch. Für vielfältige Aufgaben wird man überall da gebraucht, wo es Pferdehaltung, Pferde- und Reiterausbildung oder Pferdezucht gibt. Das sind z.B. Reitschulen, Zuchtbetriebe, Rennställe oder Pferdekliniken. Der Pferdewirt kümmert sich um das Wohlergehen der Tiere und ist verantwortlich für die richtige Haltung und Pflege. Er trainiert Pferde und bildet im Reitunterricht Schüler aus.

Du kannst dich in der Ausbildung zum Pferdewirt zwischen 5 Fachrichtungen entscheiden. Dabei werden in jeder Fachrichtung dieselben Grundlagen erlernt. Im dritten Ausbildungsjahr eignest du dir Spezialwissen in einem Fachgebiet an.

Im Bereich Klassische Reitausbildung dreht sich alles um die Disziplinen Springreiten und Dressur. Die Gesundheit der Pferde steht in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service im Zentrum. Der Pferdewirt rüstet die Tiere mit passendem Zaumzeug und Sattel aus, organisiert einen möglichst schonenden Transport und berät Kunden.

In der Fachrichtung Pferdezucht lernst du, nach welchen Kriterien man Zuchttiere auswählt. Du kümmerst dich auch um trächtige Stuten und hilfst den Fohlen beim Start ins Leben. Um das Rennreiten und Trabrennfahren geht es in der Fachrichtung Pferderennen. Du lernst, wie man die Rennpferde ausbildet und sie gezielt auf Rennen vorbereitet. Wenn dich Western- und Gangpferde interessieren, liegst du womöglich mit dem Fachgebiet Spezialreitweisen richtig.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2,5-2 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Landwirtschaftskammer / nachgeordnete Dienststelle des für Landwirtschaft zuständigen Ministeriums

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Pferdewirt? In deiner Ausbildung zum Pferdewirt bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Pferdewirt und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufs­schule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Am Ende der Ausbildung warten erneut eine schriftliche (in 2 Prüfungsbereichen) und eine praktische Prüfung (in 3 Prüfungsbereichen) auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Pferdewirt.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pferdewirte.

Ausbildung Pferdewirt

Das lernst Du in der Ausbildung zum Pferdewirt:

  • D wie Dressur: Was für den Schüler die Schule, ist für ein Reitpferd die Dressur. Als Pferdewirt arbeitest du eng mit Mensch und Tier, damit sie beim Reiten eine harmonische Einheit bilden.
  • P wie Pferderennen: Unfassbare 72 km/h soll das schnellste Rennpferd aller Zeiten erreicht haben. In der Ausbildung lernst du, worauf es für solche Erfolge ankommt.
  • Z wie Zucht: Reitpferde sollen ihrem Menschen unkomplizierte und zuverlässige Partner sein, die gleichzeitig leistungsstark und gesund sind. Diese hohen Maßstäbe zu erfüllen ist die Kunst der Pferdezucht.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister. Wenn du die Hochschulreife besitzt, könntest du auch über ein anschließendes Studium der Pferdewirtschaft nachdenken.

Pferdewirt: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
37%
Mittlere Reife
46%
Hauptschulabschluss
16%
Kein Abschluss
1%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Bio
Mathe
Wirtschaft

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Durchhaltevermögen

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: In der Natur / Im Freien
Sonn- und Feiertagsarbeit
Körperliche Beanspruchung

Theoretisch kann man sogar ohne einen Schulabschluss die Ausbildung zum Pferdewirt beginnen. Dieser Fall ist aber sehr selten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat erhoben, dass fast die Hälfte aller Azubis einen mittleren Schulabschluss in der Tasche hat, ein weiterer großer Teil sogar die Hochschulreife. Nur wenige Azubis starten mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung.

Wie bei allen Berufen in der Landwirtschaft sind gute Biologie-Kenntnisse von Vorteil. Diese sind z.B. für das Verständnis der Abstammungslehre bei der Zuchtauswahl wichtig. Wer in Mathematik gute Noten vorweisen kann, tut sich z.B. beim Berechnen von Futterrationen und -mischungen leichter. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe versteht besser, wer im Fach Wirtschaft gut aufgepasst hat.

Wichtiger als deine Noten ist jedoch deine Erfahrung im Reiten und im Umgang mit Pferden. Dabei gilt ganz klar: Je mehr desto besser! Du solltest außerdem körperlich fit und belastbar sein, damit anstrengende Tätigkeiten wie das Misten und Bedienen von Geräten und Maschinen kein Problem für dich sind. Besonders wichtig ist natürlich auch die Freude am Umgang mit Tieren und Menschen.   

Als Pferdewirt trägst du die Verantwortung für das Wohl der Pferde sowie der Reitschüler und solltest deshalb neben anderen Stärken über ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein verfügen. Das Pferd ist ein Fluchttier und erschrickt leicht. Allein durch seine Köpergröße und sein Gewicht kann es für den Menschen dann schnell gefährlich werden. Eine sorgfältige Arbeitsweise verlangt z.B. die Auswahl geeigneter Zuchtpferde. Und eine Portion Durchhaltevermögen benötigst du beim Erteilen von Reitunterricht und beim Training der Pferde, um dein Ziel zu erreichen.

Der Pferdewirt zählt zu den typischen Berufen im Freien. Man hält sich nämlich meistens genau da auf, wo auch die Pferde sind: Im Stall, auf der Koppel, in der Reithalle oder auf der Rennbahn. Und zwar bei jeder Jahreszeit und Witterung. Die Arbeitszeiten des Pferdewirts richten sich nach dem Bedarf der Tiere sowie der Kunden. Braucht ein Pferd z.B. plötzlich einen Tierarzt, spielen Uhrzeit und Wochentag keine Rolle. Jetzt wirst du gebraucht. Pferderennen, Turniere und Zuchtschauen finden meist am Samstag oder Sonntag statt und auch Reitschüler praktizieren ihr Hobby vorwiegend am Wochenende oder nach Feierabend.

Aber Pferdewirt ist nicht gleich Pferdewirt. Dein Arbeitsbereich kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Pferde" © acceptfoto / Fotolia

Stelle finden!