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Pferdewirt / Pferdewirtin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Pferdewirt

Heute begleitest du ein großes Turnier in der Umgebung. Bereits früh morgens kümmerst du dich um die Pferde und bereitest sie für den Transport vor. Auch bei kurzen Anfahrtswegen kommt es auf einen sicheren und schonenden Transport an. Gemeinsam mit einem Kollegen beginnst du mit dem Verladen und achtest dabei die ganze Zeit auf die Pferde. Nach der Fahrt zum Turnier entlädst du die Pferde, sorgst für Futter und Pflege und bringst sie anschließend auf die Weide. Bis zum Start können die Pferde jetzt noch entspannen, während deine Aufregung langsam steigt. Denn du nimmst ebenfalls am Turnier teil und hoffst, dass dir keine großen Fehler unterlaufen.

Berufsbild Pferdewirt / Pferdewirtin

Was macht ein Pferdewirt (m/w/d)?

Natürlich dreht sich bei dir als Pferdewirt bzw. Pferdewirtin alles um Pferde. Was du genau in diesem Beruf machst, hängt jedoch von deiner Fachrichtung ab. In jeder Fachrichtung lernst du dieselben Grundlagen. Im dritten Ausbildungsjahr lernst du das Spezialwissen für dein gewähltes Fachgebiet. Für deine Ausbildung stehen dir 5 Fachrichtungen zur Verfügung, aus denen du die für dich am besten passende Richtung wählen kannst:

  • Klassische Reitausbildung
  • Pferdehaltung und Service
  • Pferderennen
  • Pferdezucht
  • Spezialreitweisen

Im Bereich Klassische Reitausbildung beurteilst du die Eignung der Pferde. Anschließend bildest du sie in den Disziplinen Springreiten und Dressur aus. In der Fachrichtung Pferdehaltung und Service geht es um die Gesundheit der Pferde. Du gewährleistet eine artgerechte Haltung und Fütterung. Zusätzlich bewegst du die Tiere und berätst, unterstützt und begleitest Kunden in den Belangen der Pferdehaltung. 

Du möchtest Pferde von Anfang an begleiten? Im Bereich Pferdezucht züchtest du Pferde beispielsweise für den Einsatz als Renn-, Reit- oder Arbeitspferd. Darüber hinaus begleitest du die Pferde zu Zuchtschauen und stellst sie bei Prüfungen vor. In der Fachrichtung Pferderennen bildest du Pferde für das Rennreiten und Trabrennfahren aus. Mit gezielten Maßnahmen förderst du das Leistungsvermögen und bereitest die Pferde auf Rennen vor. 

Du magst es spezieller? Im Bereich Spezialreitweisen bildest du Pferde und Reiter in sogenannten Spezialreitweisen aus, beispielsweise im Western- oder Gangreiten.

Wie sieht der Berufsalltag als Pferdewirt aus?

In deinem Berufsalltag als Pferdewirt erwartet dich körperlich anstrengende Arbeit. Dabei befindest du dich meistens im Freien und bist dort, wo die Pferde sind. Auf der Koppel, im Stall, in der Reithalle oder auf der Rennbahn. Du arbeitest natürlich viel mit Pferden und trainierst diese entsprechend deiner gewählten Fachrichtung. Bevor du mit einem Pferd das Training startest, beurteilst du dessen Eignung für das Vorhaben, denn nicht jedes Pferd eignet sich beispielsweise für Pferderennen oder das Westernreiten.

Neben dem Training kümmerst du dich um die Tiere, indem du sie fütterst, tränkst und pflegst. Auch den Stall und die Ausrüstung hältst du sauber. Steht ein Transport an, sorgst du für einen fachgerechten Ablauf mit möglichst wenig Stress für die Tiere. In diesem Beruf arbeitest du nicht nur alleine mit Pferden. Auch unterrichtest du Reiter und vermittelst die Theorie und Praxis für den Umgang mit Pferden. Zusätzlich bringst du im Unterricht den Reitern beispielsweise die Spezialreitweisen bei.

Wo arbeitet man als Pferdewirt?

Mit deiner Ausbildung als Pferdewirt bzw. Pferdewirtin arbeitest du in Reitschulen oder auf Reithöfen. Auch in speziellen Pferdeausbildungsbetrieben oder in Reitvereinen trifft man dich an. Außerdem kannst du in sogenannten Pferdepensionsbetrieben arbeiten.

Ausbildung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin

Wie läuft die Ausbildung zum Pferdewirt ab?

In deiner Ausbildung zum Pferdewirt bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Pferdewirt und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufs­schule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt.

Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung, die aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Am Ende der Ausbildung warten erneut eine schriftliche (in 2 Prüfungsbereichen) und eine praktische Prüfung (in 3 Prüfungsbereichen) auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Pferdewirt bzw. staatlich anerkannte Pferdewirtin.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2,5-2 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung

708 - 835 €

Was lernt man in der Ausbildung als Pferdewirt?

Während deiner Ausbildung im Betrieb lernst du den Umgang mit den Pferden und die artgerechte Haltung. Auch die richtige Pflege und die Beurteilung des Gesundheitszustands vermittelt dir dein Ausbildungsbetrieb. 

In der Berufsschule lernst du in berufsspezifischen Fächern, wie du Pferde richtig beurteilst, pflegst und versorgst. Außerdem lernst du theoretischen Wissen entsprechend deiner Fachrichtung.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon:

  • D wie Dressur: Was für den Schüler die Schule ist, ist für ein Reitpferd die Dressur. Als Pferdewirt arbeitest du eng mit Mensch und Tier, damit sie beim Reiten eine harmonische Einheit bilden.
  • P wie Pferderennen: Unfassbare 72 km/h soll das schnellste Rennpferd aller Zeiten erreicht haben. In der Ausbildung lernst du, worauf es für solche Erfolge ankommt.
  • Z wie Zucht: Reitpferde sollen ihrem Menschen unkomplizierte und zuverlässige Partner sein, die gleichzeitig leistungsstark und gesund sind. Diese hohen Maßstäbe zu erfüllen ist die Kunst der Pferdezucht.

Pferdewirt: Voraussetzungen für die Ausbildung

Hier zeigen wir dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Schulfächer

  • Bio
  • Mathe
  • Wirtschaft

Stärken

  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
  • Durchhaltevermögen

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: In der Natur / Im Freien
  • Sonn- und Feiertagsarbeit
  • Körperliche Beanspruchung

Theoretisch kann man sogar ohne einen Schulabschluss die Ausbildung zur Pferdewirtin beginnen. Dieser Fall ist aber sehr selten. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat erhoben, dass fast die Hälfte aller Azubis einen mittleren Schulabschluss in der Tasche hat, ein weiterer großer Teil sogar die Hochschulreife. Nur wenige Azubis starten mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung.

Wie bei allen Berufen in der Landwirtschaft sind gute Biologie-Kenntnisse von Vorteil. Diese sind z.B. für das Verständnis der Abstammungslehre bei der Zuchtauswahl wichtig. Wer in Mathematik gute Noten vorweisen kann, tut sich z.B. beim Berechnen von Futterrationen und -mischungen leichter. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe versteht besser, wer im Fach Wirtschaft gut aufgepasst hat.

Wichtiger als deine Noten ist jedoch deine Erfahrung im Reiten und im Umgang mit Pferden. Dabei gilt ganz klar: Je mehr, desto besser! Du solltest außerdem körperlich fit und belastbar sein, damit anstrengende Tätigkeiten wie das Misten und Bedienen von Geräten und Maschinen kein Problem für dich sind. Besonders wichtig ist natürlich auch die Freude am Umgang mit Tieren und Menschen.   

Als Pferdewirt bzw. Pferdewirtin trägst du die Verantwortung für das Wohl der Pferde sowie der Reitschüler und solltest deshalb neben anderen Stärken über ein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein verfügen. Das Pferd ist ein Fluchttier und erschrickt leicht. Allein durch seine Körpergröße und sein Gewicht kann es für den Menschen dann schnell gefährlich werden. Eine sorgfältige Arbeitsweise verlangt z.B. die Auswahl geeigneter Zuchtpferde. Und eine Portion Durchhaltevermögen benötigst du beim Erteilen von Reitunterricht und beim Training der Pferde, um dein Ziel zu erreichen.

Der Pferdewirt zählt zu den typischen Berufen im Freien. Man hält sich nämlich meistens genau da auf, wo auch die Pferde sind: Im Stall, auf der Koppel, in der Reithalle oder auf der Rennbahn. Und zwar bei jeder Jahreszeit und Witterung. Die Arbeitszeiten des Pferdewirts richten sich nach dem Bedarf der Tiere sowie der Kunden. Braucht ein Pferd z.B. plötzlich einen Tierarzt, spielen Uhrzeit und Wochentag keine Rolle. Jetzt wirst du gebraucht. Pferderennen, Turniere und Zuchtschauen finden meist am Samstag oder Sonntag statt und auch Reitschüler praktizieren ihr Hobby vorwiegend am Wochenende oder nach Feierabend.

Aber Pferdewirt ist nicht gleich Pferdewirt. Dein Arbeitsbereich kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie viel verdient man als Pferdewirt in der Ausbildung?

Als Pferdewirt bzw. Pferdewirtin kannst du in der Ausbildung im Schnitt mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 708 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 786 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 835 Euro

Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Pferdewirt Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin zu mir?

Du bist gut geeignet für den Beruf Pferdewirt bzw. Pferdewirtin, wenn

  • du über ein Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein verfügst
  • du gerne mit Pferden arbeitest
  • du körperlich fit bist

Du bist eher weniger geeignet, wenn

  • du kein Durchhaltevermögen besitzt
  • du lieber alleine arbeitest
  • du nicht im Freien arbeiten möchtest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Garten, Landwirtschaft & Natur kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister. Wenn du die Hochschulreife besitzt, könntest du auch über ein anschließendes Studium der Pferdewirtschaft nachdenken. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Pferdewirt / zur Pferdewirtin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in den Bereichen Tierhaltung und Tierpflege oder Reitsport kennenzulernen. 

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister, zum Betriebswirt - Agrarbetrieb oder zum Techniker - Agrartechnik. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge sind:

  • Pferdewirtschaft
  • Agrarwissenschaft
  • Tiermedizin

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Pferdewirt

Als Pferdewirt bzw. Pferdewirtin bieten dir die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in deinem Alltag viel Potenzial. Wie wäre es beispielsweise mit einer Pferdemist-Kompost-Heizung? Klingt komisch, aber genauso logisch. Schließlich produziert Pferdemist viel Wärme und diese ist mit geringem Aufwand auf dem Hof nutzbar. Dennoch bringt der Beruf auch unvermeidbare Belastungen mit sich, wie beispielsweise den Transport der Pferde zu Turnieren. Und wie steht es um deine Zukunft in diesem Beruf? Möchtest du nach deiner Ausbildung als Pferdewirt deine Karrierechancen weiter verbessern, kannst du beispielsweise eine Fortbildung zum Pferdewirtschaftsmeister absolvieren. Auch ein Studium der Pferdewirtschaft verbessert deine Zukunftsaussichten.

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