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Prokurist / Prokuristin
Ausbildung & Beruf

Gehalt im Beruf 5.325 – 7.100 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer Berufserfahrung
Ausbildungsart interne Ernennung
Empfohlener Abschluss abgeschlossene Ausbildung

Aktualisiert am 27.05.2026

Was macht ein Prokurist (m/w/d)?

Ein Prokurist vertritt ein Unternehmen nach außen und darf wichtige Geschäfte im Namen der Firma abschließen. Grundlage dafür ist die Prokura, also eine besonders weitreichende Vollmacht. Damit unterschreibt der Prokurist zum Beispiel Verträge, führt Verhandlungen, prüft Zahlen, entscheidet über Einkäufe oder arbeitet eng mit der Geschäftsführung zusammen. Er kann auch Personalthemen begleiten und bei wichtigen Unternehmensentscheidungen mitwirken.

Als Prokurist arbeitest du normalerweise in dem Unternehmen und konntest dich durch deine Aufgaben qualifizieren. Denn als Prokuristin erhältst du viel Vertrauen von der Geschäftsführung.

Wie wird Prokura erteilt?

Die Erteilung von Prokura regelt das Handelsgesetzbuch (HGB) ab Paragraf 49 eindeutig. Dies ist für deinen Schutz und den Schutz der Handelspartner wichtig. Ansonsten könnte jeder sagen, dass er im Namen der Geschäftsführung handelt und beispielsweise Verträge unterschreiben. Um die Prokura wirksam zu erteilen, muss dies ausdrücklich mündlich oder schriftlich geschehen. Zusätzlich benötigt die Ernennung der Prokura einen Eintrag in das Handelsregister.

Welche Arten von Prokura gibt es?

Prokura kann dir in verschiedenen Arten erteilt werden. Dadurch beschränkt der Erteiler dein Handeln ein wenig oder gestaltet die Vollmacht sehr frei:

  • Einzelprokura
  • Filialprokura
  • Generalprokura
  • Gesamtprokura

Bei der Einzelprokura vertrittst du das Unternehmen als einzelne Person umfassend. Im Falle der Filialprokura beschränkt sich dein Handeln als Prokurist auf eine bestimmte Filiale oder Niederlassung. Das ist dann vorteilhaft, wenn ein Unternehmen über verschiedene Standorte verfügt. Erhältst du Prokura für alle Filialen, ist das eine Generalprokura. Mit der Gesamtprokura arbeitest du als Prokurist nicht alleine, sondern mit mindestens einem weiteren Prokuristen zusammen. Das bedeutet, dass du die Entscheidungen gemeinsam mit mindestens einem weiteren Prokuristen und nicht einzeln triffst.

Wo kann ich als Prokurist arbeiten?

Als Prokurist kannst du in vielen Unternehmen arbeiten, weil fast jede Branche Menschen mit kaufmännischem Überblick braucht. Besonders häufig findest du solche Positionen in Industrieunternehmen, Handelsbetrieben, Banken, Versicherungen, Logistikfirmen oder größeren Dienstleistungsunternehmen. Auch in Familienunternehmen und mittelständischen Betrieben kann Prokura wichtig sein, wenn die Geschäftsführung Aufgaben verteilen möchte.

Die genaue Rolle hängt stark vom Unternehmen ab. In einer kleinen Firma bist du oft nah an vielen Entscheidungen. In einem Konzern kümmerst du dich eher um einen bestimmten Bereich, etwa Einkauf, Finanzen, Vertrieb oder Personal.

Arbeitszeiten als Prokuristin

Die Arbeitszeiten als Prokurist hängen stark von Branche, Verantwortung und Unternehmensgröße ab. In vielen Fällen arbeitest du tagsüber im Büro und hast eine klassische Vollzeitstelle. Feste Arbeitszeiten sind möglich, aber bei wichtigen Terminen, Vertragsverhandlungen oder dringenden Entscheidungen kann der Arbeitstag länger werden. Besonders in Führungspositionen zählt nicht nur die Uhrzeit, sondern auch das Ergebnis. Wenn ein Kunde wartet oder eine Entscheidung vorbereitet werden muss, brauchst du manchmal Flexibilität. Geschäftsreisen, Abendtermine oder Meetings außerhalb der normalen Bürozeit können ebenfalls vorkommen.

Wie viel verdient ein Prokurist?

Als Prokurist kannst du im Schnitt zwischen 5.325 und 7.100 Euro verdienen. Das Gehalt hängt aber stark davon ab, in welchem Unternehmen du arbeitest. In kleinen Betrieben liegt es oft niedriger als in großen Konzernen. Auch Branche, Region, Berufserfahrung und Aufgabenbereich spielen eine große Rolle. Wenn du beispielsweise nur einzelne Unterschriften übernimmst, verdienst du nicht automatisch deutlich mehr. Wenn du dagegen Personal führst, Verträge verhandeslt oder große Budgets verantwortest, kannst du meist ein höheres Gehalt erwarten.

Wie viel verdient ein Prokurist in der Ausbildung?

Eine Ausbildungsvergütung als Prokurist gibt es nicht, weil Prokurist kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Du startest also nicht mit einer dualen Ausbildung speziell zum Prokuristen. Stattdessen machst du meist zuerst eine kaufmännische Ausbildung, zum Beispiel im Büro, im Handel, bei einer Bank oder im Industriebereich. Während dieser Ausbildung bekommst du die Vergütung des jeweiligen Ausbildungsberufs, nicht die eines Prokuristen.

Wie wird man Prokurist?

Um dich als Prokurist zu qualifizieren, kannst du kein bestimmtes Studium und keine bestimmte Ausbildung abschließen. Prokurist wirst du vielmehr durch deine Tätigkeit im Unternehmen, deine Kompetenzen und dein Verantwortungsbewusstsein. Normalerweise verfügst du vor deiner Ernennung zur Prokuristin über eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich oder ein Studium im Bereich Wirtschaft. Ein passender Studiengang ist beispielsweise das Wirtschaftsrecht, mit dem zu anschließend als Wirtschaftsjurist arbeiten kannst.

Zusätzlich benötigst du eine entsprechende Berufserfahrung. Auf die Aufgaben als Prokurist arbeitest du aber nicht gezielt hin. Jedoch gibt es Ausbildungen, die für die Aufgaben eines Prokuristen vorteilhaft sind. Diese stammen meistens aus dem kaufmännischen Bereich.

Wie lange dauert die Ausbildung als Prokurist?

Da es keine direkte Ausbildung zum Prokuristen gibt, lässt sich auch keine feste Ausbildungsdauer nennen. Wenn du mit einer kaufmännischen Ausbildung startest, dauert diese je nach Beruf meistens 2 bis 3 Jahre. Danach bist du aber noch nicht automatisch Prokurist. In der Regel brauchst du mehrere Jahre Berufserfahrung, gute Leistungen und ein klares Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Manche Personen erreichen eine Prokura nach einigen Jahren, andere erst deutlich später oder gar nicht. Entscheidend ist nicht nur dein Abschluss, sondern vor allem das Vertrauen der Geschäftsführung.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Prokurist?

Weil es keine eigene Prokurist Ausbildung gibt, richten sich die Inhalte nach deinem vorherigen Ausbildungs- oder Studienweg. In kaufmännischen Berufen lernst du zum Beispiel Rechnungswesen, Vertragsgrundlagen, Kundenkommunikation, Einkauf, Verkauf und Organisation. Später kommen Themen dazu, die für Führung und Prokura wichtig sind: Unternehmenszahlen verstehen, Risiken einschätzen, rechtliche Grenzen kennen und Entscheidungen vorbereiten.

Auch Kommunikation spielt eine große Rolle, weil du mit Geschäftsführung, Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern sprichst. Wichtig ist außerdem, dass du die Prokura selbst verstehst. Du solltest wissen, was du unterschreiben darfst, wo deine Grenzen liegen und wann du besser Rücksprache mit der Geschäftsführung halten musst und warum genau nötig.

Welche Voraussetzungen braucht man als Prokurist?

Für Prokuristen sind verschiedene Fähigkeiten hilfreich, damit die Vertretung reibungslos funktioniert. Prokuristen kommen durch die Verantwortung durchaus in stressige Situationen, die sie alleine meistern müssen. Daher ist es vorteilhaft, wenn du in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst.

Weiterhin benötigst du als Prokurist eine große Portion Verantwortungsbewusstsein, damit du entsprechend der Ziele des Unternehmens handelst. Als Prokurist bzw. Prokuristin sind kaufmännische Fähigkeiten, je nach Aufgabenfeld ein mathematisches und analytisches Denken, sowie eine gute Merkfähigkeit von Vorteil.

Weiterbildung und Karrierechancen als Prokuristin

Als Prokurist hast du bereits eine verantwortungsvolle Position inne, doch auch hier gibt es Möglichkeiten zur Weiterbildung. Besonders wichtig sind Kurse und Seminare im Bereich Unternehmensführung, Finanzmanagement oder Strategieentwicklung. Auch ein weiterführendes Studium, wie beispielsweise Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftsrecht, kann deine Qualifikationen erweitern und dir den Weg zu Positionen wie Geschäftsführer oder Vorstand ebnen.

Regelmäßige Weiterbildungen im Bereich Arbeitsrecht oder Vertragsrecht sind ebenfalls hilfreich, um stets über aktuelle Anforderungen informiert zu sein. Mit deiner Expertise kannst du dir langfristig noch mehr Karriereoptionen in der Unternehmensleitung eröffnen.

Fazit: Sichere und verantwortungsvolle Zukunft als Prokurist

Als Prokurist übernimmst du eine Schlüsselrolle in der Unternehmensführung und bist für viele wichtige Entscheidungen verantwortlich. Der Beruf bietet dir nicht nur eine sichere Karriere, sondern auch spannende Herausforderungen, die von strategischem Denken und Führungsstärke geprägt sind. Du arbeitest eng mit der Geschäftsleitung zusammen und kannst deine Kenntnisse gezielt einbringen, um die Weiterentwicklung des Unternehmens zu fördern.

Wenn du Verantwortung übernehmen möchtest und Freude an anspruchsvollen Aufgaben hast, erwartet dich eine Zukunft mit hochwertigen Karrierechancen und der Möglichkeit, aktiv den Erfolg eines Unternehmens mitzugestalten.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Auf dem Arbeitsmarkt stehen deine Chancen ziemlich gut. In vielen größeren Unternehmen werden erfahrene Führungskräfte gesucht, die Verantwortung übernehmen und Verträge unterschreiben dürfen. Als Prokurist arbeitest du meist im oberen Management und hast wichtige Vollmachten. Besonders gefragt bist du im Handel, in der Industrie und bei Dienstleistern, die wachsen und klare Strukturen in der Geschäftsführung brauchen.

Ja, ein Quereinstieg ist möglich, aber nicht von heute auf morgen. Meist startest du in einer kaufmännischen Ausbildung oder im Büro, sammelst Praxis und übernimmst nach und nach mehr Verantwortung. Damit du später als Prokurist eingesetzt wirst, brauchst du gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Sicherheit im Vertragsrecht und das Vertrauen der Geschäftsführung in deine Arbeit.

Für diesen Job solltest du vor allem sehr zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Du triffst wichtige Entscheidungen, oft unter Zeitdruck, und musst Zahlen schnell verstehen. Als Prokurist brauchst du außerdem ein sicheres Auftreten, gute Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick. Hilfreich sind auch Organisationstalent, ein strukturierter Arbeitsstil und Interesse an betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen und Kennzahlen.

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