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Raumausstatter – Ausbildung & Beruf

Pimp my room! Das ist der Auftrag des Raumausstatters. Er ist ein Spezialist für Innen­einrichtung und verleiht dem Raum dadurch Funktionalität und Ausstrahlung.

Was macht ein Raumausstatter?

Doch während der Raum selbst durch Höhe, Tiefe und Breite definiert ist, hat seine Ausstattung gleich 4 Dimensionen: Wand & Decke, Boden, Polster sowie Licht & Dekoration. In den ersten 2 Ausbil­dungs­jahren zur Raumausstatterin eignest du dir Grundlagen­wissen in allen 4 Bereichen an. Außer­dem lernst du wie man Messungen durchführt, Entwürfe für die Gestaltung anfertigt sowie Farb- und Materiallisten anlegt. Je nachdem was dir am meisten Spaß macht, wählst du fürs 3. Ausbil­dungs­­jahr einen der oben genannten Schwerpunkte.

Im Bereich Boden erlernst du das fachgerechte Verlegen von Bodenbelägen wie Teppich, Fliesen oder Laminat. Auch die Vorbereitung des Bodens durch Schleifen, Grundieren oder Dämmen gehört dazu. Im Schwerpunkt Polstern beschäftigst du dich mit der Anfertigung und Reparatur von Sitzmöbeln wie Stühlen, Sesseln oder Sofas. Die Unterfederung und das Aufpolstern sind wichtige Arbeitsschritte, damit man später bequem sitzt. Zum Schluss wird ein Polsterstoff ausgewählt, exakt zugeschnitten und vernäht und das Möbelstück damit überzogen. Um die Gestaltung der Fenster sowie das Aufpeppen von Räumen durch Dekomaterial dreht sich alles im Fachbereich Raumdekoration sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutz. In der Ausbildung wird dir u.a. beigebracht, wie man Gardinen und Vorhänge maßanfertigt und näht. Auch die Auswahl der dazu passenden Gardinenstange oder Schiene sowie die Montage von Rollos, Markisen und Jalou­sien gehören dazu. Im Schwerpunkt Wand- und Decken­dekoration erschaffst du mithilfe von Tapeten und Wandfliesen Ambiente. Du gestaltest Oberflächen mit Putz- und Stuckarbeiten und bringst Paneele und Decken­abhängungen an. Darüber hinaus setzt du mithilfe unterschiedlicher Maltechniken Farbe zur Ver­schö­nerung des Raumes ein.

Auch wenn alle diese Tätigkeiten unter dem Berufsbild Raumausstatter zusammengefasst werden, unterscheidet sich dein späteres „daily business“ recht stark je nachdem für welchen Schwerpunkt du dich entschieden hast.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2,5-2 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Handwerkskammer (HWK)

So läuft die Ausbildung ab

Der Beruf Raumausstatter könnte etwas für dich sein? Dann möchtest du bestimmt wissen, wie die Ausbildung dazu abläuft. Du befindest dich dabei in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb lernst du in einem Schwerpunkt die praktische Seite des Berufsbildes kennen und übernimmst konkrete Auf­ga­ben. Theoretische Kenntnisse werden dir in der Berufsschule vermittelt. Als Aus­bil­dungs­nachweis führst du während deiner Ausbildung ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine praktische Zwischenprüfung, die aus einer Arbeitsaufgabe und einem Fachgespräch besteht. Am Ende der Ausbildung legst du in einem praktischen Teil (Arbeitsaufgabe und Fachgespräch) sowie in einem schriftlichen Teil deine Gesellen­prüfung ab. Wenn du sie bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Raumausstatter nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Raumausstatter.

Ausbildung Pferdewirt

Das lernst Du in der Ausbildung zum Raumausstatter:

  • D wie Dekoration: Das i-Tüpfelchen bei der Raumgestaltung ist die Dekoration. Sie verleiht dem Raum Charakter und gibt ihm eine persönliche Note. Den stilsicheren Einsatz von Accessoires und Deko-Elementen erlernst du in der Ausbildung.
  • F wie Farbenlehre: Um einem Raum eine bestimmte Ausstrahlung zu verleihen, nutzt man die Wirkung von Farben. Sie aktivieren unsere Sinne und erzeugen Stimmungen. Warme Farben wirken z.B. anregend, kalte Farben beruhigend und erfrischend.
  • B wie Bodenbeläge: Der Konferenzraum im Büro braucht einen ganz anderen Bodenbelag als z.B. das heimische Schlafzimmer. Holz, Vinyl oder gar Marmor? Der Raumausstatter weiß, wie man das richtige Material für jeden Boden auswählt und verlegt.

Wenn du deine Ausbildung erfolgreich beendet hast, gibt es für dich viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, z.B. zum Raumausstatter-Meister. Wer die Hochschulreife vorweisen kann, könnte auch ein Studium der Innenarchitektur beginnen

Raumausstatter: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
24%
Mittlere Reife
43%
Hauptschulabschluss
29%
Kein Abschluss
4%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Werken / Technik
Kunst
Mathematik

3 wichtige Stärken:

Handwerklich-technisches Geschick
Gestalterische Fähigkeiten
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Flexible Zeiten, Gleitzeit
Körperliche Beanspruchung

Laut einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) besitzt ein Großteil der Azubis im Beruf Raumausstatter einen mittleren Schulabschluss. Den Hauptschulabschluss oder die Hoch­schul­reife können jeweils rund ein Viertel der Azubis vorweisen. Nur eine Handvoll Azubis beginnt die Ausbildung ohne Schulabschluss.

Wer sich für einen handwerklichen Beruf wie Raumausstatter entscheidet, sollte die passenden Stärken mitbringen, also zum Beispiel geschickt im Umgang mit Werk­zeugen und Geräten sowie mit den eigenen Händen sein. Das Über­ziehen von Polster­möbeln erfordert z.B. gleichzeitig Fingerspitzengefühl und eine Portion Kraft. Besondere Sorgfalt und Genauigkeit sind bei der Verarbeitung kostbarer Stoffe gefragt. Zu den Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Ausbildung als Raumausstatter gehört zudem ein kreatives Köpfchen und Gespür für Farben und Materialien. Gute Noten in Werken/Technik und in Kunst zahlen sich hier bei der Be­wer­bung um einen Ausbildungsplatz aus. Vertiefte Kenntnisse in Mathematik erleichtern z.B. das Berech­nen von Material­mengen oder das Durchführen von Messungen.

Je nach fachlichem Schwerpunkt deines Ausbildungsbetriebes musst du dich im Beruf Raumaus­statter auf körperlich an­strengen­de Tätigkeiten einstellen. Dazu gehören z.B. der Transport von Gewichten sowie Arbeiten über Kopf oder auf Knien. Außerdem kann es schon mal vorkommen, dass du Staub, Rauch oder Dämpfen ausge­setzt bist.

Das Arbeitsumfeld eines Raumausstatters sind hauptsächlich Werkstatt, Fertigungshalle und Hand­werksbetrieb. Häufig aber auch die Wohn- und Geschäftsräume des Kunden. Denn dort finden in der Regel Beratungs­gespräche und Messungen statt. Da die Arbeitszeiten sich also auch nach dem Kunden richten, gestalten sie sich relativ flexibel.

Aber Raumausstatter ist nicht gleich Raumausstatter. Deine Arbeitsbedingungen können ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Modell eines Wohnzimmers" © Robert Kneschke / Fotolia