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Fischwirt / Fischwirtin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Fischwirt

Ein kühler Herbstnachmittag. Du stehst an Bord des Fischkutters, die Fischkisten sind noch leer. In den nächsten Wochen bist du auf See – als Fischwirt durchaus üblich. Der Wellengang ist kein Problem für dich und endlich hörst du auch das Geschrei der Möwen: Die Netze sind voll. Nun seid ihr Fischer gefragt, um das Netz einzuholen. Das ist harte Arbeit, denn die Fische müssen nach dem Fang sortiert und auf Eis gelegt werden. Erst, wenn die Arbeit getan ist, könnt ihr essen und euch ausruhen.

Berufsbild Fischwirt / Fischwirtin

Was macht ein Fischwirt (m/w/d)?

Fischwirte sind für die Bewirtschaftung von Gewässern zuständig, züchten Fische und Meerestiere und fangen diese. Außerdem gehören Vermarktung und Verkauf zu ihren Aufgaben. Bei der Arbeit kannst du dich für einen von 2 Schwerpunkten entscheiden.

In der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei ist das Thema Zucht besonders wichtig. Du lernst in der Ausbildung, wie in Teichanlagen Süßwasserfische, Krebse und Muscheln gezüchtet werden und wie man den natürlichen Fischbestand erhält. Du erfährst also beispielsweise, wie man Fischbestände reguliert: indem man überzählige Altfische abfischt und Jungfische aussetzt. Auch das Bewirtschaften und Erhalten natürlicher Gewässer und Lebensräume gehört zu deinen Aufgaben.

Im Bereich Küstenfischerei und kleine Hochseefischerei geht es mit dem Kutter in Nord- oder Ostsee auf Fangreise, manchmal sogar über einen längeren Zeitraum. Du lernst in der Ausbildung, wie mit Netzen Seefischerei betrieben wird oder in Küstenregionen Reusen für Krustentiere auslegt werden. Da du in dieser Fachrichtung unterwegs auf See bist, musst du zum Beispiel auch wissen, wie du Wetterinformationen einholst, auf See navigierst sowie Boote und Maschinen reinigst und wartest.

Wie sieht der Berufsalltag aus?

Die Arbeit als Fischwirt kann körperlich anstrengend sein, da viel mit den Händen gearbeitet wird, z.B. beim Abfischen eines Teichs, und die Arbeit häufig der Witterung ausgesetzt ist. Daneben musst du dich als Fischwirt in vielen verschiedenen Bereichen auskennen.

Wie sich dein Tag als Fischwirt gestaltet, hängt von deinem Arbeitgeber, deinem Schwerpunkt und deinen Aufgaben ab. In der Küstenfischerei und kleinen Hochseefischerei bist du stark vom Meer selbst abhängig. Mit der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei kannst du den Tag oft besser planen. Trotzdem: Fischwirte müssen flexibel sein. Im Winter gibt es meist weniger zu tun, dafür sind die Arbeitstage im restlichen Jahr oft lang. 

Du arbeitest natürlich eng direkt mit den Fischen – besonders dann, wenn du dich mit der Zucht beschäftigst. Aber auch beim Schlachten der Fische bist du gefragt. Sauberes und präzises Arbeiten ist für Fischwirte entscheidend, schließlich handelt es sich um Lebensmittel, die hygienisch einwandfrei sein müssen.

Wo arbeitet man als Fischwirt?

Als Fischwirt kannst du in der Fischhaltung oder -zucht, in der Fluss- oder Seenfischerei bzw. Meeresfischerei und bei der Schifffahrt arbeiten. Möglich ist auch eine Beschäftigung im Fischhandel oder der Landwirtschaft und ggf. sogar im Groß- oder Einzelhandel. Es gibt auch Forschungseinrichtungen, die Fischwirte einstellen.

Fischwirte sind oft im Freien unterwegs – an Teichen, Seen und Flüssen. Aber auch auf Booten, in Zuchtanlagen oder Schlacht- und Kühlräumen verbringen sie einen Teil ihrer Arbeitszeit. Dabei kann es sehr heiß oder aber richtig kalt werden. Als Fischwirt darf das kein Problem für dich sein.

Ausbildung zum Fischwirt / zur Fischwirtin

Wie werde ich Fischwirt oder Fischwirtin?

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für die Ausbildung zum Fischwirt. In der Vergangenheit hatten die meisten Azubis den Hauptschulabschluss oder den Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein kleiner Prozentsatz wurde ohne Schulabschluss eingestellt.

Was lernt man in der Ausbildung zum Fischwirt?

Die Ausbildung als Fischwirt bzw. als Fischwirtin ist vielfältig und findet in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb statt. Es ist eine duale Ausbildung.

Im Ausbildungsbetrieb lernst du alles über Fische und ihre Umwelt, Fangmethoden sowie die Verarbeitung der Fischereierzeugnisse – von der Veredelung bis hin zur Vermarktung und letztendlich zum Verkauf. Bei der Arbeit mit Tieren sind außerdem Kenntnisse über Vorschriften der Tierhaltung sowie der Hygienestandards bei der Weiterverarbeitung von Fischen gefragt. Daneben müssen Fischwirte technisches Wissen haben, zum Beispiel für die Herstellung und Instandsetzung von Fischfanggeräten.

Wie läuft die Ausbildung zum Fischwirt ab?

In deiner Ausbildung zum Fischwirt bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Fischwirt und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufs­schule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

In der Berufsschule steht ebenfalls Theorie auf dem Stundenplan: Fischanatomie, Gewässertypen und Lebensräume. Aber auch praktische Inhalte gehören immer dazu: Exkursionen zu Flüssen oder Bächen sind üblich, damit angehende Fischwirte mehr über die hier lebenden Tiere erfahren. Außerdem haben Fischwirte Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch und Sozialkunde.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Fischwirte.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung möglich

Zuständige Stelle

Landwirtschaftskammer

Wie viel verdient ein Fischwirt in der Ausbildung?

Dein Gehalt als Fischwirt bzw. als Fischwirtin ist abhängig von Faktoren wie Bundesland und Betrieb in dem du beschäftigt bist.

  • Im Schnitt verdienst du im ersten Ausbildungsjahr 600 Euro brutto im Monat.
  • Im zweiten Ausbildungsjahr kannst du mit einem Gehalt von 700 Euro brutto im Monat rechnen.
  • Im dritten Ausbildungsjahr beträgt dein Gehalt etwa 800 Euro brutto im Monat. 

Du möchtest gerne noch mehr über den Lohn als Fischwirt bzw. Fischwirtin erfahren? Dann schau dich gerne auf unserer Gehaltsseite um.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Fischwirt / zur Fischwirtin zu mir?

Die Arbeit als Fischwirtin kann körperlich anstrengend sein, da viel mit den Händen gearbeitet wird, z.B. beim Abfischen eines Teichs, und die Arbeit häufig der Witterung ausgesetzt ist. Daneben musst du dich als Fischwirt in vielen verschiedenen Bereichen auskennen. Das nötige Knowhow erlernst du in deiner Ausbildung. Beispielsweise musst du über Fische und ihre Umwelt, Fangmethoden sowie die Verarbeitung der Fischereierzeugnisse Bescheid wissen – von der Veredelung bis hin zur Vermarktung und letztendlich zum Verkauf. Bei der Arbeit mit Tieren sind außerdem Kenntnisse über Vorschriften der Tierhaltung sowie der Hygienestandards bei der Weiterverarbeitung von Fischen gefragt. Daneben müssen Fischwirte technisches Wissen haben, zum Beispiel für die Herstellung und Instandsetzung von Fischfanggeräten. Im Folgenden kannst du checken, ob die Ausbildung zum Fischwirt zu dir passt oder eher nicht.

Der Beruf Fischwirt passt zu dir, wenn 

  • du gerne im Freien arbeitest
  • du Fische magst und schätzt
  • du gerne körperlich arbeitest
  • du Spaß an Biologie, Chemie und Physik hast

Fischwirt ist nicht der richtige Beruf für dich, wenn

  • du Wasser nicht magst
  • du dir keinen Beruf mit Tieren vorstellen kannst
  • du keine flexiblen Arbeitszeiten haben willst
  • du lieber einen Bürojob haben möchtest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Landwirtschaft & Natur kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an: 

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen: Anpassungsfortbildung, Aufstiegsfortbildung & Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Fischwirt / zur Fischwirtin

In der Anpassungsfortbildung erlernst du neue theoretische Inhalte und kannst dein bereits gesammeltes Wissen vertiefen. Vor allem die Bereiche  Fischerei, Fischwirtschaft und Schiffsverkehr werden hier behandelt. 

Die Aufstiegsfortbildung verhilft dir in Führungspositionen zu gelangen. Hierfür muss die Prüfung als Fischwirtschaftsmeister im Bereich Fischhaltung und Fischzucht oder eine Weiterbildung als Agrartechniker absolviert werden.

Typische Studienberufe für ausgebildete Fischwirte sind: 

  • Fischereiwesen
  • Aquakultur
  • Agrarwissenschaft
  • Agrarmanagement

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Fischwirt

Fische und andere Meerestiere können nur dort gedeihen, wo sie gute Bedingungen vorfinden. Dazu gehört besonders eine gute Wasserqualität. Fischwirten ist es also besonders daran gelegen, dass unsere Flüsse, Seen und Meere sauber sind und gute Lebensräume für Fische bieten. Auch bei der Befischung selbst ist Nachhaltigkeit wichtig: Du darfst nur so viel entnehmen, wie wieder nachwachsen kann. Auch tier- und umweltgerechte Fangmethoden sind wichtig, denn das Meer ist ein sensibles Ökosystem. Zuchtfische, egal ob aus Süß- oder Salzwasser, werden ebenfalls immer wichtiger für unsere Ernährung. Der Fischkonsum pro Kopf steigt seit Jahren und so wählst du mit dem Beruf Fischwirt einen zukunftsträchtigen Bereich.

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