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Holzbildhauer – Ausbildung & Beruf

Böden, Küchen, Möbelstücke, Dekoration – haben alle etwas gemeinsam. Und was? Na, dass man sie alle aus Holz herstellen kann. Und Holz schafft sowohl optisch als auch haptisch eine sehr warme Atmosphäre und ist zudem stabil. Was wohl immer noch der Grund dafür ist, warum so viele Menschen bei Einrichtung und Dekoration auf Holz setzen. Doch wer steckt eigentlich hinter den Werkstücken?

Der Holzbildhauer! Wir verraten dir, was der Holzbildhauer macht, wo er arbeitet und was er verdient. Und natürlich, wie man Holzbildhauer wird.

Was macht ein Holzbildhauer?

Die Ausbildung zum Holzbildhauer ist sehr vielseitig. Zu den Aufgaben zählt das Entwerfen und Modellieren von Schriften, Ornamenten, Zeichen, Reliefs und Vollplastiken. Wichtig dabei ist aber auch die richtige Auswahl der Hölzer, Kunststoffe, Steine und Metalle. Dabei spielt auch das Finden von passenden Holzverbindungen eine Rolle. Bei Aufträgen von Kunden ist vor allem das plastische Arbeiten nach Modellen und Zeichnungen von Bedeutung. Ist die Produktion des Werkstücks erledigt, geht es an die Lagerung oder auch Entsorgung. Auch hier muss der Holzbildhauer einiges beachten.

Im Berufsalltag stellen Holzbildhauer nach eigenen Entwürfen oder nach Kundenwünschen Figuren, Schalen, Möbel und vieles weitere her. Meist in Handarbeit und unter Zuhilfenahme von Werkzeugen wie Hobel, Sägen und Messern entstehen die künstlerischen Einzelteile. Sobald die Form des Werkstücks steht, wird die Oberfläche geglättet oder angeraut und mit Farbe bemalt. Je nach Wunsch kann das Werkstück auch gewachst, gebeizt, lasiert oder lackiert werden.

Oftmals bekommen Holzbildhauer auch den Auftrag Holzobjekte und Möbel zu reparieren und zu restaurieren.

Welche Eigenschaften sollte ich als Holzbildhauer mitbringen?

Um Holzbildhauer zu werden, solltest du vor allem Interesse an kreativen und gestalterischen Tätigkeiten haben sowie handwerklich geschickt sein. Vor allem wenn es um die eigene Gestaltung von Werkstücken geht, ist Kreativität bei der Zeichnung und Skizzierung gefragt. Auch dein Sinn für Ästhetik und Optik sollte gut ausgeprägt sein.

Wo arbeitet ein Holzbildhauer?

Holzbildhauer arbeiten meist in Betrieben des Holzbildhauerhandwerks, in der Möbelherstellung, in Ateliers oder in Werkstätten.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung:

1. Ausbildungsjahr: von 670 € bis 870 €

So läuft die Ausbildung zum Holzbildhauer ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie wird man Holzbildhauer?

Die Ausbildung zum Holzbildhauer läuft dual ab. Das heißt, du gehst einerseits zur Berufsschule, in der dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt wird und hast andererseits deine Praxisphasen in einem Betrieb. Im Betrieb lernst du vor allem das praktische Arbeiten als Holzbildhauer kennen. Durch die Verzweigung der theoretischen und praktischen Ausbildung bist du später perfekt auf die Ausübung des Berufs Holzbildhauer vorbereitet.

Wie in jeder dualen Ausbildung musst du während deiner Ausbildung als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten anfertigen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht eine Zwischenprüfung an. Die Zwischenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Der praktische Teil dauert insgesamt höchstens 4 Stunden. Meist handelt es sich bei der Aufgabe um das Schneiden einer Schrift nach Vorlage, das Anfertigen eines Zeichens nach Vorlage, das Anfertigen eines Teiles einer figürlichen Plastik nach Modell oder das Anfertigen einer Form nach Modell.

In der schriftlichen Prüfung hat der Prüfling 180 Minuten Zeit, Aufgaben aus Bereichen der Arbeitssicherheit, dem Gesundheits- und Umweltschutz und dem Bearbeitungsverfahren zu beantworten. Außerdem werden auch Fragen zu Holz, Klebstoffen, Abformmaterialien, Handwerkzeugen, Geräten und Maschinen gestellt. Zudem soll der Prüfling ein Werkstück skizzieren und zeichnen.

Die Abschlussprüfung unterteilt sich erneut in einen praktischen und einen schriftlichen Teil. Der praktische Teil ist ähnlich wie der in der Zwischenprüfung aufgebaut. Ein Unterschied liegt in der Komplexität des Werkstücks sowie in der zeitlichen Begrenzung der Anfertigung dafür.

Die schriftliche Prüfung wird in 3 Fächern abgelegt:

  • Technologie
  • Arbeitsplanung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Insgesamt sind für den Technologie-Teil 180 Minuten vorgesehen, für die Arbeitsplanung 90 Minuten und für Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.

Du willst noch mehr über Inhalte und Themen erfahren, die dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten? Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Holzbildhauer.

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Bildnachweis: „Schnitzwerkzeuge" © jenyateua / Fotolia