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Lektor / Lektorin
Ausbildung & Beruf

Lektor bei der Arbeit
Lektor bei der Arbeit

Du liest gern und dir fällt es leicht, gute Texte von weniger guten zu unterscheiden? Du möchtest Verantwortung für Projekte übernehmen und eng mit Autoren zusammenarbeiten? Dann ist der Beruf Lektor ideal für dich!

Was macht ein Lektor (m/w/d)?

Lektoren und Lektorinnen arbeiten in Verlagen. Dort begleiten sie Buchprojekte von Beginn an bis zur Veröffentlichung. Ein Verlagslektor kommuniziert mit Autoren und knüpft Kontakte, beispielsweise auf Buchmessen. Er erhält Manuskripte, muss sie beurteilen und – falls sie zum Verlag passen – mit dem Autor in Verhandlungen treten.

Als Verlagslektor bist du während des gesamten Projekts Ansprechpartner für den Autor – du betreust zeitgleich oft bis zu 15 Autoren. Du gibst Feedback, musst aber auch auf Fristen achten und diese durchsetzen. Auch das Marketing liegt oft in deiner Verantwortung, darum schreiben Lektoren oft Werbe- und Klappentexte. Lektorierst du Kinderbücher, musst du auch Illustrationen beauftragen.

Je nach Verlag können sich die Aufgaben von Verlagslektoren stark unterscheiden. Außerdem gibt es noch Lektoren, die nicht in einem Verlag arbeiten – Lektor ist nämlich kein geschützter Begriff. Es gibt darüber hinaus auch Wissenschaftslektoren – eben mit dem Fokus auf wissenschaftliche Texte – oder Werbelektoren. 

Zwei Berufsbilder: Lektoren gibt es nicht nur im Verlag, sondern auch bei Marketingagenturen oder Sprachdienstleistern. Dort übernehmen meist andere Personen die Projektleitung und das Lektorat bezieht sich explizit auf das Optimieren von Texten. Er muss fehlerfrei sein, aber auch gut lesbar – es geht also um formale und inhaltliche Arbeiten.

Welche Fähigkeiten brauchen Lektoren?

Um als Lektorin oder Lektor erfolgreich zu sein, musst du vor allem Sprachgefühl besitzen und einen guten Riecher für vielversprechende Texte. Dazu gehört, dass du viel und gerne liest – und zwar ganz unterschiedliche Genres. Denn auch als Lektor ist der Blick über den Tellerrand wichtig. Du musst bei Literatur auf dem neusten Stand bleiben und dich regelmäßig weiterbilden.

Für die Arbeit als Lektor sind auch Sorgfalt und Genauigkeit wichtige Eigenschaften. Auch Durchsetzungsvermögen solltest du haben und gern mit Menschen arbeiten – schließlich begleitest du Autoren oft über viele Jahre.

Lektor werden: So geht’s!

Zunächst vorweg: Eine klassische Lektor-Ausbildung gibt es nicht. Lektor ist nämlich kein Ausbildungsberuf – und auch einen Lektorats-Studiengang gibt es nicht. Lektor ist aber einer der Berufe, für die du mit einem geisteswissenschaftlichen Studium gut qualifiziert bist. 

Viele Lektoren haben eines dieser Fächer studiert:

  • Germanistik
  • Anglistik
  • Literaturwissenschaft
  • Sprachwissenschaft
  • Buchwissenschaft
  • Medienmanagement

Gerade bei wissenschaftlichen Themen oder Fachverlagen kann auch ein naturwissenschaftliches Studium von Vorteil sein.

Der Weg als Lektor in einen Verlag führt häufig über mehrere Praktika und oft ein Verlagsvolontariat.

Volontariat: Ein Volontariat ist eine spezielle Art der Berufsausbildung. Es ist zeitlich befristet und ist vor allem bei Redakteuren oder Journalisten – aber eben auch bei Lektoren – üblich. Hier lernst du den Beruf (ähnlich wie Auszubildende) praktisch kennen und wirst dafür bezahlt. Je nach Vorkenntnissen und Unternehmen dauert es zwischen 6 und 24 Monaten. Viele Volontäre werden danach übernommen.

Tatsächlich sind Verlagsvolontariate – im Gegensatz zu Pressevolontariaten – meist schlecht bezahlt und wenig strukturiert. Dir sollte zwar ein erfahrener Mitarbeiter zur Seite gestellt werden und du solltest unterschiedliche Abteilungen kennenlernen, in der Praxis gibt es hier aber große Unterschiede.

Um einen Volontärsplatz in einem Verlag zu ergattern, musst du keine bestimmten Voraussetzungen erfüllen. Die genannten Studiengänge sind gern gesehen, aber es gibt keine rechtlichen Bestimmungen. Das Problem ist vor allem, dass es wenige Jobs für Lektoren gibt, der Beruf aber heißbegehrt ist. Einsatz und Durchhaltevermögen sind wichtig, um den Berufswunsch zu erfüllen.

Alternativen zur Lektor-Ausbildung

Wenn du Bücher und Literatur liebst, gibt es noch andere Berufe, in denen du mit beidem arbeiten kannst. Allem voran ist eine kaufmännische Ausbildung als Buchhändler/in denkbar. Mit Abitur oder einem mittleren Schulabschluss hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. 

Liegt dir eher der organisatorische Part, passt vielleicht Medienkaufmann für Digital und Print zu dir. Hier begleitest du die Herstellung und Veröffentlichung von Medienprodukten. Viele Aufgaben ähneln denen eines Lektors, du kannst den Beruf aber ohne Studium ergreifen.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Lektor bei der Arbeit" ©fizkes - stock.adobe.com