Polizeivollzugsbeamter / Polizeivollzugsbeamtin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 27.05.2026
Was macht ein Polizeivollzugsbeamter (m/w/d)?
Polizeivollzugsbeamte sorgen für Durchsetzung von Gesetzen und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Polizeivollzugsbeamte sind demnach für die Gefahrenabwehr und die Strafverfolgung bzw. die Aufklärung von Verbrechen zuständig.
Bist du im Innendienst tätig, sitzt du häufig am PC, schreibst Berichte und nimmst Anrufe entgegen. Außerdem kümmerst du dich um die Anliegen von Bürgern, nimmst Anzeigen auf und vernimmst Zeugen.
Im Wach- und Streifendienst bist du dagegen außerhalb der Wache tätig. Du sitzt z. B. im Auto und fährst Streife, sicherst Tatorte und Unfallstellen ab und leistest in Notsituationen Hilfe. Außerdem befragst du Zeugen vor Ort, nimmst Verdächtige fest und verhängst Strafen oder regelst den Verkehr.
Als Polizeivollzugsbeamter arbeitest du entweder bei der Landespolizei oder bei der Bundespolizei. In beiden Bereichen hast du ähnliche Aufgaben, aber komplett unterschiedliche Einsatzorte. Bei der Bundespolizei bist du nämlich hauptsächlich an Flughäfen und Bahnhöfen im Einsatz und übernimmst Aufgaben beim Zoll und in der Grenzkontrolle.
Wie sieht der Berufsalltag als Polizeivollzugsbeamter aus?
Wie dein Berufsalltag als Polizeivollzugsbeamter aussieht, hängt ganz davon ab, ob du bei der Landespolizei, der Bundespolizei, dem BKA oder der Polizei des Deutschen Bundestages angestellt bist.
Zu den grundlegenden Aufgabenbereichen als Polizeivollzugsbeamter zählen:
- Öffentliche Sicherheit: Bei Notfällen oder Unfällen werden Polizei und Rettungsdienst benötigt. Oft sind Polizeivollzugsbeamte die Ersten am Tatort und leisten Erste Hilfe, helfen dabei, Menschen aus gefährlichen Situationen zu befreien und koordinieren die Rettungsdienste und den Verkehr.
- Ermittlungsarbeit: Wurden Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung, Raub oder gar Mord begangen, beginnst du zu ermitteln. Dafür analysiert du Beweise, führst Verhöre durch und erstellst Täterprofile. Hier arbeitest du natürlich mit anderen Ermittlungsbehörden zusammen.
- Festnahme und Haft: Wurde ein Verdächtiger einer Straftat identifiziert, ist es deine Aufgabe, ihn in Gewahrsam zu nehmen.
- Dokumentation: Für Polizeivollzugsbeamte gehört auch Schreibtischarbeit zu den täglichen Aufgaben. Du verfasst Berichte über die verschiedensten Vorfälle. Diese könnten später bei Gerichtsverhandlungen verwendet werden.
- Prävention: Damit es gar nicht erst zu Straftaten und Unfällen kommt, patrouillierst du in deinem zugewiesenen Gebiet und schreitest bei auffälligen Situationen ein, bevor sie eskalieren.
- Verkehrskontrolle: Du überwachst den Verkehr und stellst sicher, dass alle Verkehrsregeln eingehalten werden. Dazu hältst du Fahrzeuge an, überprüfst Führerscheine und Fahrzeugpapiere und erhebst Bußgelder bei Verstößen wie Geschwindigkeitsüberschreitungen oder dem Fahren unter Alkoholeinfluss.
- Öffentlichkeitsarbeit: Du bist Ansprechperson bei diversen Fragen, Anliegen oder Sicherheitsbedenken der Bevölkerung. Außerdem informierst du über Präventionsmaßnahmen und gibst Sicherheitstipps.
Wo kann ich als Polizeivollzugsbeamter arbeiten?
Als Polizeivollzugsbeamter arbeitest du bei der Landespolizei oder bei der Bundespolizei. Bei der Landespolizei bist du vor allem in Städten, Gemeinden und Landkreisen im Einsatz. Dort arbeitest du zum Beispiel auf einer Polizeiwache, im Streifendienst, bei der Verkehrspolizei oder später in besonderen Einheiten. Dort bist du für allgemeine Polizeiarbeit wie Anzeigenaufnahmen, Protokollarbeit und Zeugenvernehmungen zuständig. Im Polizeiwagen machst du Streifenfahrten, führst Verkehrskontrollen durch oder fährst zum nächsten Tatort, um einen Unfall aufzunehmen. Um Großveranstaltungen zu bewachen, bist du im Team direkt am Veranstaltungsort unterwegs.
Polizeivollzugsbeamte können abseits der Polizeistellen des Landes außerdem bei der Kriminalpolizei, Spezialeinheiten wie dem SEK (Sondereinsatzkommando) oder MEK (Mobiles Einsatzkommando), der Kriminaltechnik, bei Ermittlungsbehörden, bei der Grenzpolizei oder der Wasserpolizei arbeiten.
Die Arbeitszeiten als Polizeivollzugsbeamter können sehr unterschiedlich sein. Sicherheit wird rund um die Uhr gebraucht, deshalb arbeitest du oft im Schichtdienst. Das bedeutet: Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst sowie Einsätze an Wochenenden oder Feiertagen gehören dazu. Besonders im Streifendienst musst du flexibel bleiben, weil Einsätze nicht immer planbar sind. Ein ruhiger Dienst kann plötzlich durch einen Unfall, eine Auseinandersetzung oder einen Notruf anders verlaufen.
Ausbildungsorte als Polizeivollzugsbeamter
Wie viel verdient ein Polizeivollzugsbeamter?
Bei der Bundespolizei liegt der Einstieg im mittleren Dienst etwa im Bereich von 2.500 bis 2.800 Euro monatlich. Landespolizeien können davon aber auch abweichen.
Das Gehalt als Polizeivollzugsbeamter heißt Besoldung, weil du Beamter bist. Die Höhe richtet sich dabei nach Laufbahn, Bundesland, Dienstherr, Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Mit mehr Berufserfahrung, Zulagen und Beförderungen kann dein Verdienst also noch steigen. Zusätzlich können Familienzuschläge, Polizeizulagen oder besondere Zulagen eine Rolle spielen.
Wie viel verdient eine Polizeivollzugsbeamtin in der Ausbildung?
Laut Bundesbesoldungsgesetz beträgt dein monatlicher Anwärtergrundbetrag derzeit 1.473 Euro. Bei Beamten spricht man nicht von Gehalt, sondern von Besoldung – und als Polizeivollzugsbeamtin in der Ausbildung erhältst du Anwärterbezüge anstelle der Ausbildungsvergütung.
Je nachdem, ob das Bundes- oder das Landesbesoldungsgesetz für dich gilt, kann die Ausbildungsvergütung in der Polizeivollzugsbeamter Ausbildung unterschiedlich ausfallen.
Wie läuft die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten ab?
Die Ausbildung als Polizeivollzugsbeamter eine Beamtenausbildung und landesrechtlich geregelt, weshalb es Unterschiede zwischen den Bundesländern geben kann. Dort gibt es verschiedene Laufbahnen, du steigst mit einer Ausbildung in den mittleren Dienst ein.
Sie läuft als Vorbereitungsdienst ab. Du lernst also nicht nur in einer Schule, sondern bereitest dich gezielt auf den Polizeidienst vor. In der Polizeischule oder Akademie beschäftigst du dich mit Recht, Einsatzlehre, Kommunikation, Sport und Verhalten in schwierigen Situationen. In praktischen Phasen übst du Einsätze, Kontrollen, Unfallaufnahmen oder den Umgang mit Konflikten. Bei der Bundespolizei kommen zum Beispiel Praktika in mehreren Bereichen dazu. Am Ende steht eine Laufbahnprüfung. Bestehst du sie, kannst du in den Polizeivollzugsdienst übernommen werden und im mittleren Dienst starten.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten?
Der Vorbereitungsdienst, so nennt sich die Beamtenausbildung, dauert 2 bis 3 Jahre und besteht aus einer Grundausbildung, einer Fachausbildung und der Abschlussausbildung inklusive Laufbahnprüfung. Du lernst hier, wie bei einer dualen Ausbildung, die theoretischen Grundlagen der Polizeiarbeit, aber wirst auch praktisch trainiert.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Polizeivollzugsbeamter?
In der Ausbildung lernst du, wie du im Polizeialltag sicher und rechtlich richtig handelst. Du brauchst Fachwissen, körperliche Fitness und ein gutes Gespür für Menschen. Viele Inhalte werden zuerst theoretisch erklärt und danach in Übungen oder Praktika angewendet. So erkennst du Schritt für Schritt, wie ein Einsatz abläuft. Typische Inhalte sind unter anderem:
- Recht, zum Beispiel Strafrecht, Verkehrsrecht und Polizeirecht
- Einsatztraining, Selbstverteidigung, Sport und Schießtraining
- Kommunikation, Konfliktlösung und Verhalten in Stresssituationen
- Streifendienst, Verkehrskontrollen, Unfallaufnahme und Anzeigenbearbeitung
Du lernst natürlich nicht nur Regeln auswendig, sondern trainierst echte Situationen. Dadurch bekommst du mehr Sicherheit für Einsätze mit Bürgern, Kollegen und anderen Behörden.
Für die Ausbildung als Polizeivollzugsbeamter brauchst du in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss – ein Hauptschulabschluss reicht nur in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung in einem verwandten Bereich aus. Gute Noten in Deutsch sind Grundvoraussetzung für die Ausbildung, gute Mathekenntnisse sind ebenso hilfreich.
Als Polizeivollzugsbeamter musst du außerdem verantwortungsbewusst und sorgfältig arbeiten. Kommunikationsfähigkeiten und Empathie sind gefragt, wenn du Opfer oder Zeugen befragst und Konflikte deeskalieren willst.
Darüber hinaus solltest du als Polizeivollzugsbeamter körperlich fit sein. Deine Fitness musst du in den meisten Bundesländern beim Sporttest im Rahmen des Einstellungsverfahrens für den Polizeidienst unter Beweis stellen.
Eine weitere Besonderheit ist, dass du für eine Ausbildung als Polizeivollzugsbeamter in der Regel die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union haben musst.
- Deutsch
- Sport
- Mathe
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- Kommunikationsfähigkeit
- körperliche Fitness
- Alter zwischen 17 und 32 Jahren
- Mindestgröße und BMI
- Polizeitauglichkeit und Auswahlverfahren
Ähnliche Ausbildungsberufe
Nach der Ausbildung kannst du zunächst Berufserfahrung im Streifendienst sammeln und später in besondere Bereiche wechseln. Dazu gehören zum Beispiel Verkehrsdienst, Kriminalitätsbekämpfung, Bereitschaftspolizei, Diensthundestaffel oder Spezialeinheiten. Welche Wege offenstehen, hängt von deiner Polizei, deinen Leistungen und freien Stellen ab.
Mit Fortbildungen kannst du dich fachlich spezialisieren. Steigst du in den gehobenen Dienst auf, kannst du eine Führungsposition übernehmen und auch mehr Gehalt erwarten.
Auch ein Studium steht dir offen, beispielsweise ein Bachelor im Studienfach Sicherheitsmanagement oder Staats-, Verwaltungswissenschaft.
Die Ausbildung als Polizeivollzugsbeamter passt zu dir, wenn du Verantwortung übernehmen willst und einen abwechslungsreichen Beruf suchst. Du arbeitest nah an Menschen, schützt die öffentliche Sicherheit und lernst, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. Gleichzeitig brauchst du Disziplin, Teamgeist, Fitness und die Bereitschaft zu Schichtdienst.
Der Weg kann anspruchsvoll werden, bietet dir dafür aber eine sichere berufliche Perspektive. Nach der Ausbildung kannst du dich später in viele Richtungen entwickeln. Ob Streife, Verkehr, Bundespolizei, besondere Einheiten oder Führungsaufgaben: Der Polizeidienst bietet dir dafür viele Chancen.
Auf dem Arbeitsmarkt hast du als Polizeivollzugsbeamter sehr gute Chancen, weil der Staat ständig Personal für Sicherheit und Ordnung sucht. Als Polizeivollzugsbeamter findest du Jobs in verschiedenen Bundesländern, bei Bereitschaftspolizei, Verkehrskontrollen oder in der Verwaltung. Die Stelle ist meist sicher, bietet Verbeamtung, ein regelmäßiges Gehalt, Schichtzulagen und klare Aufstiegsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst.
Ja, der Beruf Polizeivollzugsbeamter ist auch für Quereinsteiger interessant, wenn du motiviert bist und die Anforderungen erfüllst. Als Polizeivollzugsbeamter durchläufst du trotzdem die ganz normale Ausbildung mit Auswahlverfahren, Sporttest und Prüfungen. Deine bisherigen Erfahrungen, zum Beispiel aus Handwerk, Büro oder Dienstleistung, können dir helfen, im Umgang mit Menschen und in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.
Um als Polizeivollzugsbeamter gut zu sein, solltest du vor allem zuverlässig, ehrlich und verantwortungsbewusst sein. Ein Polizeivollzugsbeamter braucht außerdem Teamfähigkeit, gute Kommunikation und eine klare Ausdrucksweise. Körperliche Fitness, Konzentration, schnelle Entscheidungen und ein ruhiges Auftreten helfen dir im Alltag. Wichtig ist auch, dass du Regeln akzeptierst und fair mit allen Menschen umgehst.
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