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Schifffahrtskaufmann – Ausbildung & Beruf

Mehr als 100 Millionen Tonnen von Gütern werden jährlich auf deutschen Wasserstraßen transportiert und machen den Seeverkehr so zu einem wichtigen Wirtschaftsbereich. Damit alles reibungslos funktioniert und kein Chaos ausbricht, braucht es den Schifffahrtskaufmann.  

Was macht ein Schifffahrtskaufmann?

Schifffahrtskaufmann ist eine vielseitige und abwechslungsreiche Ausbildung. Denn du sorgst dafür, dass verschiedenste Güter über den Seeweg transportiert werden und am Zielhafen, beim Kunden oder bei uns zu Hause ankommen.  

Die Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann kannst du in 2 verschiedenen Fachrichtungen machen. Je nach Fachrichtung fallen im Berufsalltag unterschiedliche Aufgaben an. In der Fachrichtung Linienfahrt steuerst, planst und organisierst du den Transport von Gütern im regelmäßigen Seeverkehr, d.h. Schiffe steuern nach festen Fahrplänen bestimmte Häfen an. In deiner Ausbildung lernst du, wie du Kunden über Transportmöglichkeiten, Frachtkosten, Versicherungen oder Zollbestimmungen berätst. Du erfährst, wie man Aufgaben im Rechnungswesen erledigt, z.B. mit Kunden und Lieferanten abrechnet, eingehende Rechnungen prüft und Zahlungen veranlasst. Auch organisierst du den termingerechten Transport von Sendungen zum Hafen.

Im Bereich Trampfahrt hast du ebenfalls mit dem Planen, Organisieren und Steuern von Transportgütern auf Schiffen zu tun, allerdings steuern diese im Gelegenheitsverkehr je nach Auftrag Lade- bzw. Löschhäfen an. Du lernst daher in der Ausbildung, wie man Frachtraten aushandelt und Verträge abschließt. Da du hier in der Regel weniger Kundenkontakt hast, fallen andere Aufgaben an. Beispielsweise lernst du, wie man den Transport von Projektladungen plant und passende Seeschiffe für die Ladung aussucht und vermittelt. Wie man Geschäftsprozesse in englischer Sprache abwickelt, erfährst du ebenfalls in deiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

Die Arbeit als Schifffahrtskaufmann kann sehr vielseitig sein, da je nach Bereich unterschiedliche Aufgaben anfallen und du an anderen Arbeitsorten tätigt sein kannst. Du bist sowohl im Büro als auch im Freien unterwegs, um z.B. Container zu überprüfen oder um Lade- und Löscharbeiten zu organisieren und zu überwachen. Daher bist du teilweise unterschiedlichen Witterungen ausgesetzt. Vorwiegend fallen unabhängig von der Branche kaufmännische Aufgaben an – von der Entwicklung marktgerechter Angebote bis hin zur Analyse von Transport und Landungsmärkten. Kaufmännisches Denken ist hier von Vorteil und das nötige Wissen und Können erlernst du in deiner Ausbildung.

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Schifffahrtskaufmann? In deiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Schifffahrtskaufmann und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung warten 4 schriftliche und eine mündliche Abschlussprüfung in Form eines fallbezogenen Fachgesprächs auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Schifffahrtskaufmann.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Schifffahrtskaufmann.

Ausbildungslexikon Floristin

Das lernst du in der Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann:

  • C wie Controlling: Planung, Steuerung und Kontrolle – im Controlling läuft alles zusammen. Damit du hier nicht den Überblick verlierst, lernst du in deiner Ausbildung wie man z.B. Statistiken erstellt, bewertet und präsentiert.
  • P wie Proviant: Ahoi! Damit ein Schiff startklar ist und auslaufen kann, kümmerst du dich vorab um die Versorgung, d.h. genügend Betriebsmittel, ausreichend Treibstoff und Proviant für die Besatzung.
  • S wie Schiffstypen: Damit Schiffe optimal ausgelastet sind, musst du den passenden Schiffstyp auswählen. Daher lernst du in deiner Ausbildung, welche Typen von Schiffen es hinsichtlich Technik und Einsatzmöglichkeiten gibt.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Betriebswirt für Verkehr oder Logistik bzw. zum Fachwirt für Güterverkehr & Logistik oder Logistiksysteme. Du könntest aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Schiffs-, Reedereimanagement und Hafenwirtschaft, Verkehrsbetriebswirtschaft oder Logistik.

Schifffahrtskaufmann: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, welche Schulfächer und Stärken besonders wichtig für die Ausbildung sind und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
86%
Mittlere Reife
11%
Hauptschulabschluss
1%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Geografie/ Erdkunde
Englisch

3 wichtige Stärken:

Analytische Fähigkeiten
Sorgfalt & Genauigkeit
Selbstorganisation

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Schichtarbeit
Möglichkeit, später im Ausland zu arbeiten

Schifffahrtskaufmann bzw. Schifffahrtskauffrau kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die große Mehrheit der Azubis besitzt das (Fach-)Abitur wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Ein sehr kleiner Teil startet mit Realschulabschluss in die Lehre. Wenige beginnen die Ausbildung mit Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss.

Für die Ausbildung sind gute Noten in Mathe von Vorteil, da du Kalkulationen vornimmst und Rechnungen erstellst. Außerdem kannst du mit guten Leistungen in Englisch und Geografie/Erdkunde auf alle Fälle punkten, da du international mit Kunden in Kontakt stehst und diese auch außerhalb Europas sitzen können. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten bei diesem Beruf ist, dass du sorgfältig und genau arbeiten kannst, damit es zum Beispiel zu keinen Verzögerungen im Ablauf kommt und ein Schiff pünktlich auslaufen kann. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Schifffahrtskaufleuten wünschen, sind (Selbst-)Organisationsfähigkeit, analytische Fähigkeiten sowie Motivation für die Ausbildung.

Der Schifffahrtskaufmann ist ein kaufmännischer Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel ein Büro ist, also zum Beispiel in Schifffahrtsunternehmen. Schiffe legen zu jeder Tages- und Nachtzeit an, daher arbeitest du meistens im Schichtdienst mit den Kollegen. Da viele Unternehmen international tätig sind, hast du die Möglichkeit später im Ausland zu arbeiten.

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Bei Seehafenspeditionen kann es sein, dass du im Hafen arbeitest, d.h. im Freien oder in Lagerhäusern und daher auch der Witterung ausgesetzt bist. Hier ist das Tragen von Schutzkleidung Pflicht. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass du dich an Bord von Schiffen aufhältst, um zum Beispiel wichtige Informationen mit dem Kapitän zu besprechen. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Bildnachweis: „Mann in Gedanken" © contrastwerkstatt / Fotolia