Berechnungsingenieur / Berechnungsingenieurin
Ausbildung & Beruf
Heute führst du wieder eine FEM-Simulation durch. Sie simuliert das Widerstandspunktschweißen von hochfesten Stählen und deren Belastbarkeit. Deine Daten werden später in der Produktion von Karosserien genutzt – deswegen ist es wichtig, dass du als Berechnungsingenieur jetzt keine Fehler machst.
Berufsbild Berechnungsingenieur / Berechnungsingenieurin
Was macht eine Berechnungsingenieurin (m/w/d)?
Als Berechnungsingenieur ist es deine Hauptaufgabe, Simulationsrechnungen durchzuführen. Dabei modellierst, berechnest und analysiert du technische Systeme anhand spezieller Software und Simulationsprogrammen und wertest die Daten dann auch abschließend aus.
Deine Daten werden anschließend in realen Systemen angewendet. Du berechnest zum Beispiel die Stabilität eines Brückenträgers und anhand deiner Daten wird das maximale Tragegewicht der Brücke auch angepasst. Wie du dir denken kannst, ist es wichtig, dass du deine Berechnungen so genau und akkurat wie möglich durchführst. Außerdem entwickelst du Modelle, die auch in realen Systemen zum Einsatz kommen.
Darüber hinaus werden anhand deiner Berechnungen die Qualität und Kosten einer Produktion optimiert, du hilfst also auch deinem Unternehmen bei der Betriebswirtschaftlichkeit.
Berechnungsingenieure können in so gut wie jeder Branche zum Einsatz kommen, von der Meteorologie über die Nahrungsmittelherstellung bis hin zur Fahrzeugtechnik.
Wie sieht der Berufsalltag als Berechnungsingenieur aus?
Abhängig davon, in welcher Branche du arbeitest, wird dein Berufsalltag als Berechnungsingenieur unterschiedlich ausfallen. Doch die Kernaufgabe bleibt die Gleiche: Du führst den lieben langen Tag Berechnungen durch und gibst die Ergebnisse entsprechend weiter. Deine konkreten Aufgaben könnten so aussehen:
- Experimente und Modelle entwickeln
- physikalische Berechnungen durchführen
- Simulationen vorbereiten und durchführen
- Daten auswerten
- Empfehlungen und Lösungen erarbeiten
Wenn du einem Unternehmen mit einer Produktion arbeitest, dann kann es auch vorkommen, dass du Schicht- und Wochenendarbeit übernehmen musst – schließlich läuft eine Produktion meist 24/7.
Wo arbeiten Berechnungsingenieure?
Berechnungsingenieure verbringen einen Großteil ihres Arbeitsalltags in Büroräumen sowie Prüf- und Messlabors. Ihre Arbeitszeit verbringen sie auch viel vor ihrem PC, weshalb du als Berechnungsingenieurin auch im Homeoffice oder mobil arbeiten kannst. Je nach Unternehmen kannst du auch in Produktionshallen zum Einsatz kommen.
Ausbildungsorte als Berechnungsingenieur
Ausbildung zum Berechnungsingenieur / zur Berechnungsingenieurin
Wie läuft die Ausbildung zur Berechnungsingenieurin ab?
Wenn du Berechnungsingenieurin werden willst, dann musst du in erster Linie ein Studium im MINT-Bereich (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) abschließen. Denn die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ ist geschützt und sieht das Studium vor.
Geeignete Studiengänge, die sich als angehender Berechnungsingenieur anbieten, sind unter anderem:
- Bauingenieurwesen
- Mathematik
- Elektrotechnik
- Physik
- Maschinenbau
- Fahrzeugtechnik
- Informatik / Informationstechnik
- Wirtschaftsingenieurwesen
Das grundständige Studium dauert normalerweise 6 bis 8 Semester, danach hast du einen Bachelor-Abschluss. Viele Unternehmen verlangen allerdings, dass ihre Berechnungsingenieure über einen weiterführenden Studienabschluss, sprich den Master, verfügen. Das weiterführende Studium dauert meist 4 bis 6 Semester.
Im Studium wirst du höchstens durch Praktika erste praktische Berufserfahrungen sammeln. Wenn du dir bereits im Studium einen hohen Praxisanteil wünschst, dann solltest du dir das Duale Studium genauer anschauen. In diesem absolvierst du nämlich eine vollwertige duale Ausbildung neben dem Studium.
Was lernt man in der Ausbildung zum Berechnungsingenieur (m/w/d)?
In deinem Studium wird dir viel fachrelevantes Wissen beigebracht. Deshalb solltest du am besten schon bei der Studiengangwahl darauf achten, dass du eine Fachrichtung wählst, die deiner Wunschbranche später entspricht.
In deinem technischen Studium wird dir auch unter anderem folgendes Wissen beigebracht, das du später als Berechnungsingenieur brauchen wirst:
- Grundlagen der Mathematik und Physik
- Simulations-Systeme und -Software
- Computer Aided Design (CAD)
- Grundlagen der Informatik
- Statistik und Datenanalyse
- Werkstoffkunde
Zahlen, Daten und Analysen faszinieren dich ohne Ende und du möchtest unbedingt Berechnungsingenieur werden? Dann aufgepasst, denn wir zeigen dir jetzt, welche Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllt werden müssen.
- Chemie
- Physik
- Mathe
- Analytisches Denken
- Qualitätsbewusstsein
- Rechnerisches Talent
- Umfeld: Büroräume und Produktionshalle
- Arbeit vorm Bildschirm
- ggf. Schichtdienst
Damit du für ein Hochschulstudium zugelassen wirst, brauchst du in der Regel mindestens Fachabitur oder Abitur. Bei vielen der Studiengängen im MINT-Bereich gibt es außerdem einen teils hohen Numerus Clausus (NC), du solltest also gute Schulnoten mitbringen. Zudem brauchst du als Berechnungsingenieur sehr gute Mathekenntnisse, darin solltest du schon in der Schule gut gewesen sein.
Als Berechnungsingenieur sind neben deinen schulischen Leistungen auch so einige Soft Skills gefragt. Du solltest gut analytisch denken können, ein hohes Qualitätsbewusstsein haben und ein rechnerisches Talent sein.
Wie viel verdient eine Berechnungsingenieurin in der Ausbildung?
Leider wirst du während deines Studiums keine Ausbildungsvergütung erhalten. Wählst du eine private Hochschule, dann können sogar Studiengebühren anfallen. Allerdings kannst du als angehende Berechnungsingenieurin auch BAföG beantragen, um das Studium zu finanzieren.
Wählst du allerdings ein duales Studium, dann wirst du während der Ausbildung auch ein Gehalt erhalten. Die Höhe dieser Vergütung hängt aber von einigen Faktoren ab, zum Beispiel dem Unternehmensstandort und der -größe. Die guten Nachrichten: Tendenziell sind die Ausbildungsgehälter für MINT-Ausbildungen überdurchschnittlich hoch.
Dieser Beruf passt perfekt zu dir, wenn
- du gut in Mathe bist
- dir große Datensätze nichts ausmachen
- du sehr sorgfältig arbeitest
- du unbedingt einen MINT-Beruf willst
Du bist eher weniger für den Beruf geeignet, wenn
- du bei Zahlen überhaupt nicht durchblickst
- dich MINT-Berufe nicht interessieren
- du nicht vorm Computer arbeiten willst
- du ungern Verantwortung übernimmst
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Weiterbildung & Zukunftsaussichten
Das Studium ist geschafft und du darfst nun als Berechnungsingenieur arbeiten! Glückwunsch! Doch damit hast du noch längst nicht ausgelernt. Willst du dein Wissen vertiefen oder deine Karriere auf das nächste Level bringen, dann solltest du dir eine Weiterbildung genauer unter die Lupe nehmen.
Wir unterscheiden dabei zwischen 3 Weiterbildungsarten:
- Anpassungsweiterbildung
- Aufstiegsweiterbildung
- Studium
Ziel einer Anpassungsweiterbildung ist es, dein berufliches Fachwissen zu vertiefen. Du kannst dich beispielsweise in den Bereichen angewandte Mathematik, Normung, Werkstoffwissenschaften oder Statistik weiterbilden lassen.
Wenn du karrieretechnisch so richtig durchstarten willst, dann käme eine Aufstiegsweiterbildung infrage. Du kannst dich zum Beispiel im Bereich Führung und Leitung weiterbilden und somit zur Führungskraft aufsteigen.
Das Berechnungsingenieurwesen eignet sich außerdem besonders gut für die Forschung. Du könntest zum Beispiel eine Promotion machen und danach in der Forschung tätig sein.
Da du als Berechnungsingenieur viel mit Software arbeitest, wirst du in diesem Berufsfeld immer an der vordersten Front der Digitalisierung stehen. Immer bessere Computersysteme ermöglichen es dir, größere Datenmengen auszuwerten und komplexe Analysen durchzuführen. Zudem kann dich auch die KI bei der Datenauswertung und der Simulation unterstützen.
Als Berechnungsingenieur hast du aktuell sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Viele Firmen im Maschinenbau, in der Fahrzeugtechnik und im Bauwesen suchen Leute für Simulation und FEM-Berechnungen. Du arbeitest oft eng mit Konstrukteuren in Entwicklungsabteilungen oder Ingenieurbüros zusammen. Als Berechnungsingenieur findest du dadurch viele Stellenangebote, sichere Jobs und gute Aufstiegsmöglichkeiten, auch im Anlagenbau und in der Energiebranche.
Ja, als Berechnungsingenieur kannst du auch als Quereinsteiger durchstarten, wenn die Basis stimmt. Ein technisches Studium, zum Beispiel Maschinenbau oder Bauingenieurwesen, ist fast immer nötig. Kommst du aus Konstruktion, Versuch oder Techniker-Ausbildung, helfen dir praktische Erfahrung und Weiterbildungen in FEM. So schaffst du den Einstieg als Berechnungsingenieur trotz anderem Start und machst dich für Arbeitgeber interessant.
Für den Job als Berechnungsingenieur brauchst du vor allem Mathe- und Technikverständnis. Du solltest gerne knobeln, logisch denken und konzentriert arbeiten. Erfahrung mit CAD, Statik, Festigkeitslehre und Simulationssoftware ist sehr hilfreich. Als Berechnungsingenieur musst du Ergebnisse verständlich erklären können, also sind Kommunikation, Teamfähigkeit und eine saubere, strukturierte Arbeitsweise wichtig, auch im Kontakt mit Projektleitern und Konstrukteuren.
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„Berechnungsingenieure besprechen Ergebnisse“ ©Gorodenkoff - stock.adobe.com