Glas- und Porzellanmaler / Glas- und Porzellanmalerin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 22.05.2026
Was macht ein Glas- und Porzellanmaler (m/w/d)?
Als Glas- und Porzellanmaler dekorierst und behandelst du verschiedene Arten von Glas sowie Porzellan. Dabei kann von Trinkgläsern über Porzellanfiguren bis Kirchenfenster alles dabei sein. Je nachdem, welches Ergebnis erzielt werden sollen, nutzt du verschiedenste Techniken. Mal malst du Motive und Muster mit der Hand auf, mal nutzt du Schmelztechniken und in anderen Fällen bedruckst du die Werkstücke. Je nach Auftrag arbeitest du dann entweder nach Vorgaben oder du setzt eigene Entwürfe um.
Bevor du mit der Bearbeitung eines Werkstücks beginnst, kümmerst du dich auch um die Erstellung von Entwürfen, Vorlagen und Skizzen. Dazu arbeitest du mit verschiedenen Grafikprogrammen. Zu den weiteren Schritten gehört danach auch das Zuschneiden von Glas, und das Auftragen von Farben und Edelmetallpräparaten.
Wo kann ich als Glas- und Porzellanmaler arbeiten?
Als Glas- und Porzellanmaler findest du vor allem im Kunsthandwerk und in gestaltenden Betrieben Arbeit. Du kannst zum Beispiel in Glasmanufakturen, Porzellanmanufakturen, Töpfereien oder Werkstätten für Kunstverglasung tätig sein. Auch Ateliers, Restaurierungsbetriebe oder Betriebe mit Kundenaufträgen kommen infrage. Dort gestaltest du neue Stücke oder hilfst dabei, ältere Gegenstände zu erhalten.
Dein Arbeitsplatz ist meist eine Werkstatt, eine Werkhalle oder ein Atelier. Je nach Betrieb arbeitest du allein an einem Werkstück oder zusammen mit Kollegen an größeren Aufträgen, etwa Fenstern, Serien oder besonderen Einzelstücken.
Die Arbeitszeiten als Glas- und Porzellanmaler liegen meistens werktags. In vielen Betrieben arbeitest du tagsüber zu festen Zeiten, zum Beispiel in der Werkstatt oder im Atelier. Schichtarbeit ist in diesem Beruf eher selten, kann aber in größeren Betrieben oder in der Produktion vorkommen. Wenn ein Auftrag schnell fertig werden muss, kann es auch mal stressiger werden.
In kleineren Werkstätten kann der Alltag abwechslungsreicher sein, weil Kundenwünsche, Reparaturen und kreative Einzelstücke dazukommen. Wochenendarbeit ist nicht typisch, kann bei Messen, Ausstellungen oder besonderen Projekten aber vorkommen.
Ausbildungsorte als Glas- und Porzellanmaler
Wie viel verdient ein Glas- und Porzellanmaler?
Das Gehalt als Glas- und Porzellanmaler hängt stark davon ab, wo du arbeitest. Eine kleine Werkstatt zahlt oft anders als ein größerer Betrieb oder ein Unternehmen mit Tarifvertrag. Auch deine Erfahrung, dein Können und die Region spielen eine Rolle. Nach der Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt im unteren bis mittleren Bereich rechnen. Mit mehr Berufserfahrung, besonderen Techniken oder Verantwortung kann dein Gehalt steigen.
Wenn du später zum Beispiel Kunden berätst, eigene Entwürfe entwickelst oder schwierige Restaurierungen übernimmst, kann sich das positiv auswirken. Noch bessere Chancen hast du oft mit einer Weiterbildung, etwa als Meister oder Techniker im passenden Bereich.
Wie viel verdient ein Glas- und Porzellanmaler in der Ausbildung?
Wirst du beispielsweise nach dem Tarifvertrag für die Glasindustrie (alte Bundesländer) bezahlt, kannst du mit folgendem Gehalt rechnen:
- im 1. Ausbildungsjahr: 1.020 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 1.070 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 1.170 Euro
Während der dualen Ausbildung zur Glas- und Porzellanmalerei erhältst du eine angemessene Ausbildungsvergütung. Wie hoch diese ist, kann aber je nach Tarifvertrag, Ausbildungsort und Ausbildungsbetrieb variieren.
Wie läuft die Ausbildung zum Glas- und Porzellanmaler ab?
Um Glas- und Porzellanmaler zu werden, führt der Weg über eine 3-jährige duale Ausbildung. Während dieser Zeit befindest du dich abwechselnd in Betrieb und Berufsschule.
Im Betrieb übst du die praktische Arbeit: Du bereitest Werkstücke vor, zeichnest Motive, mischst Farben und setzt Gestaltungstechniken um. In der Berufsschule lernst du die theoretischen Grundlagen dazu, zum Beispiel Werkstoffkunde, Farbenlehre, Zeichnen, Kunstgeschichte und Arbeitsschutz.
Wie lange dauert die Ausbildung als Glas- und Porzellanmaler?
Die Ausbildung als Glas- und Porzellanmaler dauert in der Regel 3 Jahre. Vor dem Ende des 2. Jahres findet für dich die Zwischenprüfung statt. Diese hilft dabei, einen Überblick über deinen Ausbildungsstand zu erhalten.
Zum Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung. Hast du diese bestanden, kannst du dich offiziell Glas- und Porzellanmalerin nennen.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Glas- und Porzellanmaler?
In der Ausbildung lernst du, wie aus einem einfachen Werkstück ein gestaltetes Einzelstück wird. Dabei geht es nicht nur ums Malen, sondern auch um Planung, Technik und Materialwissen. Du musst verstehen, wie Farben, Glasuren und Oberflächen reagieren. Typische Ausbildungsinhalte sind zum Beispiel:
- Du entwirfst Motive, Ornamente, Figuren und Schriftzüge.
- Du liest Werkzeichnungen und überträgst Maße auf Werkstücke.
- Du schneidest Schablonen und bereitest Vorlagen vor.
- Du bemalst Glas, Porzellan, Ton oder Feinkeramik.
- Du lernst Techniken wie Siebdruck, Spritzen, Einbrennen oder Aufschmelzen.
Außerdem lernst du, fertige Arbeiten zu prüfen und sauber zu dokumentieren. Gerade bei feinen Motiven ist es wichtig, Fehler früh zu erkennen.
Grundsätzlich brauchst du keinen bestimmten Schulabschluss für die Ausbildung. Hilfreich können aber gute Noten in Kunst und Mathe sein. Überdurchschnittliche Leistungen im Bereichen Zeichnen und Malen solltest du mitbringen – schließlich wird es dein Job sein, sehr filigrane Arbeiten auf Glas und Porzellan durchzuführen.
Aber natürlich entscheiden auch andere Faktoren darüber, ob die Ausbildung als Glas- und Porzellanmaler das Richtige für dich ist. Eine große Rolle spielen auch deine Fähigkeiten und Stärken. Du solltest nicht nur Hand- und Fingergeschick sowie ein Gespür für Ästhetik mitbringen, auch zeichnerisches Talent sowie Kreativität sind gefragt. Überdies punktest du mit einer selbstständigen und sorgfältigen Arbeitsweise.
- Kunst
- Mathe
- Werken/Technik
- Handwerkliche und zeichnerische Begabung
- Kreativität
- Gespür für Ästhetik
- Umfeld: Werkstätten, Werkhallen, Ateliers
- Arbeit bei Dämpfen, Staub und Gerüchen
- Filigrane Arbeiten
Ähnliche Ausbildungsberufe
Nach der Ausbildung kannst du dich in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Wenn du mehr Verantwortung übernehmen möchtest, kommt zum Beispiel die Weiterbildung zum Glas- und Porzellanmalermeister infrage. Damit kannst du Mitarbeiter anleiten, eigene Aufträge planen und dich später auch selbstständig machen. Möglich sind außerdem Weiterbildungen zum Techniker, etwa im Bereich Glas- oder Keramiktechnik.
Mit passenden Voraussetzungen ist außerdem ein Studium möglich. Folgende Studiengänge eignen sich dabei:
- Keramik-, Glastechnik
- Produktdesign, Industriedesign
- Bildende Künste
Je mehr Techniken du als Glas- und Porzellanmalerin beherrschst, desto besser kannst du dich auf besondere Aufträge, Restaurierungen oder eigene Designs spezialisieren.
Der Beruf Glas- und Porzellanmaler passt zu dir, wenn du kreativ bist und gern mit den Händen arbeitest. Du gestaltest besondere Stücke aus Glas, Porzellan oder Keramik und verbindest Kunst mit Handwerk. Dabei brauchst du nicht nur Talent, sondern auch Genauigkeit, Geduld und technisches Verständnis.
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und bietet dir eine gute Grundlage für Werkstätten, Manufakturen, Ateliers oder Restaurierungsbetriebe. Besonders spannend ist der Beruf, wenn du gern eigene Ideen entwickelst und trotzdem sauber nach Vorgaben arbeiten kannst. Mit Weiterbildungen kannst du später mehr Verantwortung übernehmen, dich spezialisieren oder sogar deinen eigenen Betrieb aufbauen.
Als Glas- und Porzellanmaler hast du einen eher kleinen, aber spezialisierten Arbeitsmarkt. Du arbeitest vor allem in Werkstätten, Manufakturen und im Kunsthandwerk. Da es nur wenige gut ausgebildete Glas- und Porzellanmaler gibt, hast du mit sauberer Arbeit, Kreativität und etwas Berufserfahrung gute Chancen auf feste Stellen oder spannende Nischenjobs.
Für Quereinsteiger ist der Job als Glas- und Porzellanmaler auf jeden Fall möglich, wenn du Übung und Motivation mitbringst. Besonders hilfreich sind Erfahrungen in Malerei, Design oder einem handwerklichen Beruf. Oft startest du als Glas- und Porzellanmaler über Praktika, eine Umschulung oder eine zweite Ausbildung und baust Schritt für Schritt deine Fertigkeiten auf.
Als Glas- und Porzellanmaler brauchst du vor allem eine ruhige Hand, Kreativität und ein gutes Farbgefühl. Du solltest sorgfältig, geduldig und konzentriert arbeiten können. Ein Glas- und Porzellanmaler hat außerdem handwerkliches Geschick, Freude an filigranen Details, kann Muster genau nach Vorlage umsetzen und im Team mit anderen Gestaltern und Handwerkern zusammenarbeiten.
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Bildnachweis: „Glas- und Porzellanmaler“ ©oatawa – stock.adobe.com, „Glas- und Porzellanmaler verzieren unter anderem Schüsseln“ ©Karin Wabro – shutterstock.com, „Glas- und Porzellanmaler erstellen Entwürfe am Computer“ ©sodawhiskey – stock.adobe.com