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Winzer / Winzerin
Ausbildung & Beruf

4 freie Stellen
Winzerin bei der Arbeit
Winzerin bei der Arbeit

Du interessierst dich für Rotwein, Weißwein und Rosé? Wein schmeckt dir nicht nur, du würdest auch gerne deinen eigenen Wein produzieren und in Flaschen abfüllen? Dann bist du hier genau richtig, denn genau das macht der Winzer am Weingut jeden Tag!

Was macht ein Winzer (m/w/d)?

Als Winzer produzierst du Wein bei einem Weingut. Du bist also zuständig für alle Arbeitsschritte des Weinbaus, von Weinberg bis Verkauf im Weinkeller lernst du alle Tätigkeiten kennen. Bis der Wein jedoch verkauft werden kann, stehen einige weiteren Schritte an. Die Produktion des Weins beginnt am Weinberg. Der Winzer ist zuständig für die Bearbeitung des Bodens des Weinbergs und pflanzt und pflegt dort seine eigenen Weinstöcke.

Die Trauben der Weinstöcke erntet er, sobald sie reif sind. Bei der Traubenlese gehst du als Winzer meist per Hand vor, damit keine schlechten Trauben verarbeitet werden und somit die Qualität des Weins gesichert werden kann. Manchmal werden neben der Weinlese aber auch Traktoren oder landwirtschaftliche Maschinen benötigt, beispielsweise um Schädlinge zu bekämpfen oder um zu düngen.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK, HWK

Der Obstbau ist dann aber noch nicht beendet. Die Weiterverarbeitung der Trauben findet nun im Weinkeller, Lagerhallen oder in Verkaufsräumen statt. Hier unterscheiden sich die Schritte, je nachdem welche Art von Wein hergestellt werden soll: zum Beispiel Rotwein, Weißwein oder Sekt.

Im einem weiteren Schritt des Weinbaus werden die Trauben mithilfe von Pressen und Filtern oder anderen technischen Anlagen ausgepresst und daraufhin zu einer Masse zerquetscht und durchlaufen die Gärung. Der Gärungsprozess wird vom Winzer gesteuert und überwacht. Nun wird wiederum der gegärte Fruchtbrei ausgepresst und in Holzfässern gelagert. Die Lagerung dauert gewöhnlicherweise ein paar Monate, kann bei bestimmten Weinsorten aber auch mehrere Jahre beanspruchen. Denn Wein ist nicht gleich Wein. Wird zum Beispiel ein sehr kräftiger Geschmack gewünscht, muss der Wein mehrere Jahre in Fässern reifen. Um hier Fehler bei der Zubereitung und Weinbereitung zu vermeiden, ist hier eine gut organisierte Kellerwirtschaft von Vorteil.

Der fertige Wein wird später aus Tanks oder Fässern in Flaschen abgefüllt. Eine weitere Aufgabe des Winzers ist auch das Design der Etiketten für die Flaschen und die Verpackung. Auch die Vermarktung der Weine fällt in seinen Tätigkeitsbereich. Hier sind gute Marketingstrategien und Werbekenntnisse von Vorteil. Als Winzer veranstaltest du zum Beispiel Weinproben, um Kunden zu gewinnen oder berätst Kunden vor Ort. Du lässt sie probieren, gibst Tipps, welcher Wein am besten zu verschiedenen Gerichten oder Menüs passt.

So läuft die Ausbildung ab

Der Beruf des Winzers fasziniert dich und du würdest gerne mehr darüber erfahren? Eine Frage, die du dir stellst, ist wahrscheinlich: Wie kann ich Winzer werden? Kein Problem! Hier bekommst du alle wichtigen Informationen zur Ausbildung zum Winzer. In deiner dualen Ausbildung zum Winzer bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Die praktische Seite des Berufsbildes lernst du im Betrieb kennen, indem du konkrete Aufgaben übernimmst. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung führst du über deine Aufgaben und Tätigkeiten ein Berichtsheft. Es dient als Ausbildungsnachweis und wird regelmäßig von deinem Ausbilder kontrolliert.

Am Ende des 2. Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Abschluss-/ Gesellenprüfung folgt am Ende deiner Ausbildung und besteht aus mehreren Prüfungsbereichen. Nach Bestehen deiner Prüfung bist du staatlich anerkannter Winzer.

Nach Abschluss deiner Ausbildung zum Winzer hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Winzermeister oder zum Staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Weinbau und Kellerwirtschaft. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Weinbau, Lebensmitteltechnologie, Ernährungswissenschaft oder Brauerei- und Getränketechnologie.

Winzer: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?
Abitur / Fachabitur
50 %
Mittlere Reife
37 %
Hauptschulabschluss
12 %
Kein Abschluss
1 %
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)
Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Mathe
  • Chemie
  • Biologie
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • Handwerklich-technisches Geschick
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Sorgfalt & Genauigkeit
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Umfeld: Weinberge, Weinkeller, Büros
  • Lange Arbeitstage
  • Körperliche Beanspruchung

Winzer kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Mehrheit der Azubis besitzt das (Fach-)Abitur, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Danach folgen Azubis mit einem Realschulabschluss und ein kleinerer Teil mit einem Hauptschulabschluss. Nur sehr wenige beginnen die Ausbildung ohne Schulabschluss.

Für die Ausbildung sind gute Noten in Mathe von Vorteil, z.B. bei Berechnungen der Mostgewichte oder bei Abrechnungsarbeiten. Außerdem kannst du mit guten Leistungen in Chemie und Bio auf alle Fälle punkten, da Kenntnisse der Gärprozesse der Maische- und Mostbehandlung oder des Weinausbaus notwendig sind. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Am wichtigsten bei diesem Beruf ist, dass du über eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise verfügst, vor allem um Hygienestandards einzuhalten. Weitere Stärken, die sich Arbeitgeber von angehenden Winzern wünschen, sind ein handwerkliches-technisches Geschick sowie Sorgfalt und Genauigkeit für diese Tätigkeit.

Winzer ist ein technischer Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld z.B. in einem Weinkeller oder an einem Weingut ist. Du kannst im Schichtdienst arbeiten und bist teilweise körperlicher Beanspruchung ausgesetzt.  

Dein Arbeitsumfeld kann unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In erster Linie arbeitest du an Weingütern und kannst dort an unterschiedlichen Bereichen unterwegs sein, z.B. am Weinberg, im Weinkeller oder in Verkaufshallen. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Weitere Infos

Bildnachweis: „Frau in weißem Kittel hält Weinglas" © Tatsiana Yatsevich (Caftor) - stock.adobe.com