AZUBIYO Logo

Handelsfachwirt – Berufsbild

Organisieren, planen, verwalten, vermarkten, berechnen… In der Abiturientenausbildung zum Handelsfachwirt bist du ein wahres Allround-Talent und hast am Ende gleich 2 Abschlüsse und eine hervorragende Qualifikation in der Tasche.

Was macht ein Handelsfachwirt?

Als Handelsfachwirt arbeitest du in Einzel- und Großhandelsunternehmen primär im Bereich Finanz- und Rechnungswesen, Marketing und Personalwesen. Unter Berücksichtigung vorgegebener Richtlinien der Unternehmensleitung planen, betreuen, koordinieren und kontrollieren Handelsfachwirte wirtschaftliche Abläufe. Dazu gehört nicht nur die sachgerechte Warenlagerung, sondern auch die Bestandsaufnahme und die Sortimentspräsentation.

Auf dem Beschaffungsmarkt führen sie mit verschiedenen Lieferanten Verhandlungsgespräche, stimmen Liefertermine aufeinander ab, bestellen die Waren. Zusätzlich kontrollieren sie den Wareneingang. In der Personalwirtschaft legen sie den Personaleinsatz fest, führen Vorstellungsgespräche und weisen die neuen Mitarbeiter anschließend in ihre Verantwortungsbereiche ein.

Zu ihren Marketingaufgaben gehören die Ausarbeitung und Durchführung von Werbe- und Marketingmaßnahmen. Aber auch Buchungs- und Kontierungsvorgänge fallen in ihren Zuständigkeitsbereich.

Diese Abiturientenausbildung wird zusätzlich zu einer kaufmännischen Ausbildung absolviert. In der Regel ist dies Kaufmann im Einzelhandel oder Kaufmann im Groß-und Außenhandel.

Als Handelsfachwirt kannst du nach deiner Ausbildung in Einzel- und Großhandelsunternehmen nahezu jedes Wirtschaftsbereiches arbeiten. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten beispielsweise Filialgeschäfte, Fachmärkte und Warenhäuser.

Art der Ausbildung

Abiturientenausbildung

Dauer der Ausbildung

Die Ausbildungsdauer ist von der jeweiligen Unterrichtsform abhängig. Sie kann bis zu 40 Monate dauern.

Zuständige Stelle

Industrie- und Handelskammer (IHK)

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Handelsfachwirt? Die Ausbildung zum Handelsfachwirt ist eine Abiturientenausbildung, in der du zusätzlich zu einer dualen Ausbildung (z.B. Kaufmann im Einzelhandel oder Kaufmann im Groß- und Außenhandel) die Zusatzqualifikation Handelsfachwirt erwirbst. Die duale Ausbildung absolvierst du ganz klassisch im Wechsel zwischen Betrieb und Berufsschule. Für die Zusatzqualifikation nimmst du an IHK-Lehrgängen teil.

Zusätzlich zur Abschlussprüfung im dualen Ausbildungsberuf (z.B. Kaufmann im Einzelhandel) legst du die Prüfung zum Handelsfachwirt ab. Diese besteht aus 2 schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung. Nach Bestehen bist du „Geprüfter Handelsfachwirt“.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Handelsfachwirte.

Das lernst du in der Ausbildung zum Handelsfachwirt:

  • B wie Beschaffung und Logistik: Das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Handelsfachwirte ermitteln den Bedarf an Gütern und steuern Transport-, Entsorgungs- sowie Lagerprozesse.
  • H wie Handelsmarketing: Zwischen Marktanalysen und Visual Merchandising: Als Handelsfachwirt weißt du, wie du durch gezielte Marketingstrategien und Werbekampagnen den Absatz steigerst und Kunden gewinnst.
  • P wie Personalmanagement: Neue Mitarbeiter einstellen, Weiterbildungen planen oder Dienstpläne erstellen: In der Ausbildung zum Handelsfachwirt lernst du alles rund um Personalverwaltung, -planung und -beschaffung.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch ein Studium in den Bereichen Handelsbetriebswirtschaft oder Internationale Wirtschaft.

Handelsfachwirt: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Wichtig sind gute Noten in:

56% Deutsch
59% Mathe
32% Englisch

Die 3 wichtigsten Stärken:

1
Eigeninitiative & Entscheidungsfreude
2
Neugierde & Lernbereitschaft
3
Selbstorganisation

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Laden, Geschäft
Samstagsarbeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Bei der Ausbildung zum Handelsfachwirt handelt es sich um eine Abiturientenausbildung, sodass du als Grundvoraussetzung mindestens Fachabitur oder Abitur mitbringen musst.

Mit guten Noten in Mathe hast du sehr gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle zum Handelsfachwirt: Etwa zwei Drittel der Ausbilder wünschen sich von Bewerbern gute Mathekenntnisse. Über die Hälfte der Ausbilder erwarten zudem gute Deutschnoten. Und Englisch ist immerhin einem Drittel der Betriebe wichtig. Aber gute Noten in diesen Fächern sind nicht alles. Die Top-Stärken, die sich Ausbilder von angehenden Handelsfachwirten wünschen, sind Eigeninitiative und Entscheidungsfreude. Daneben solltest du dich gut selbst organisieren können und offen dafür sein, Neues zu lernen und dein Wissen ständig zu erweitern.

Als Handelsfachwirt ist deine Arbeitsumgebung in der Regel der Laden bzw. das Geschäft, zum Beispiel Verkaufs- und Lagerräume. Besonders typisch für diesen Beruf ist Samstagsarbeit, Dienstreisen kommen nur in seltenen Fällen vor.

Aber Handelsfachwirt ist nicht gleich Handelsfachwirt. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Handelsfachwirtin" © Picture-Factory / Fotolia