Diakon / Diakonin
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 23.03.2026
Was macht ein Diakon (m/w/d)?
Als Diakon arbeitest du nah am Menschen – vor allem in Kirche und sozialer Arbeit. Den Beruf gibt es sowohl in der katholischen als auch der evangelischen Kirche. Du begleitest Menschen in schwierigen Lebenslagen, hörst zu und gibst Orientierung. Häufig gestaltest du Gottesdienste, Andachten oder Jugendgottesdienste mit. Du planst Projekte für Kinder und Jugendliche, leitest Gruppenstunden oder Freizeitangebote. Auch Seniorenarbeit, Besuchsdienste oder Angebote für Menschen mit Behinderung gehören oft dazu. Außerdem organisierst du Aktionen wie Gemeindefeste, Fahrten oder Sozialprojekte. Du verknüpfst Glauben und Alltag und bist eine wichtige Bezugsperson vor Ort. Dein Job ist sehr vielseitig: mal im Büro, mal im Gemeindehaus, mal draußen mit Gruppen – immer nah an Menschen und ihren Themen.
Wo kann ich als Diakon arbeiten?
Diakone können an vielen verschiedenen Orten arbeiten. Ein wichtiger Bereich sind Kirchengemeinden, zum Beispiel in der Kinder-, Jugend- oder Seniorenarbeit. Du kannst auch in kirchlichen Einrichtungen wie Familienzentren, Diakonischen Werken oder Beratungsstellen tätig sein. Weitere Einsatzorte sind Schulen, Internate oder Jugendwohngruppen. Auch in Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen oder in der Seelsorge von Altenheimen arbeiten Diakone. Manche sind in Projekten mit Obdachlosen, Geflüchteten oder Menschen mit Suchtproblemen aktiv.
Während der Gottesdienste arbeitest du in der Kirche, ansonsten ist dein Arbeitsplatz in Büros oder den Gemeinschaftsräumen der sozialen Einrichtungen, für die du tätig bist.
Die Arbeitszeiten als Diakon bzw. Diakonin sind oft unregelmäßig. Du arbeitest nicht nur klassisch von Montag bis Freitag am Vormittag. Viele Angebote für Kinder, Jugendliche oder Ehrenamtliche finden am Nachmittag oder Abend statt. Auch am Wochenende bist du manchmal im Einsatz, zum Beispiel bei Freizeiten, Ausflügen oder Gottesdiensten. In manchen Einrichtungen gibt es feste Dienstpläne, in anderen kannst du deine Zeiten flexibler einteilen. Dafür bekommst du in der Regel Freizeitausgleich, wenn du an Sonn- oder Feiertagen arbeitest. Insgesamt brauchst du Bereitschaft für flexible Zeiten und solltest es mögen, wenn jeder Tag etwas anders aussieht.
Ausbildungsorte als Diakon
Wie viel verdient ein Diakon?
Das Gehalt als Diakon hängt stark vom Arbeitgeber und vom Bundesland ab. Oft wirst du nach kirchlichen Tarifverträgen bezahlt, zum Beispiel nach AVR oder TVöD-ähnlichen Tabellen. Als Berufseinsteiger liegst du meist im unteren bis mittleren Bereich des öffentlichen Dienstes. Mit Berufserfahrung, zusätzlichen Aufgaben oder Leitungsfunktionen kann dein Gehalt deutlich steigen. Im Durchschnitt kannst du zwischen 4.002 und 4.946 Euro brutto im Monat verdienen. Zuschläge für Dienste an Sonn- und Feiertagen oder besondere Aufgaben sind möglich.
Wie viel verdient eine Diakonin in der Ausbildung?
In der jeweiligen Berufsausbildung erhältst du ein reguläres Ausbildungsgehalt. Im theologischen Teil der Diakon-Ausbildung bekommst du aber keine Vergütung. In einigen Fällen ist eine Anstellung in der jeweiligen Kirche möglich, um dir deinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Wie läuft die Ausbildung als Diakon ab?
In der evangelischen Kirche ist der Diakon vor allem ein sozialer und pädagogischer Beruf: Du machst eine anerkannte Ausbildung oder ein Studium im sozialen Bereich und bekommst zusätzlich eine diakonisch‑theologische Qualifizierung mit Einsegnung. In der katholischen Kirche ist es ein Weiheamt als Teil des Klerus mit stark theologisch‑pastoralem Schwerpunkt und Diakonenweihe durch den Bischof.
Die Ausbildung ist bei den Katholiken in den eher theoretischen theologischen Teil und in die praktische Ausbildung gegliedert. Die praktische pastorale Ausbildung dauert 3 Jahre und ist von Bistum zu Bistum unterschiedlich. Oft gibt es Studienwochen und -wochenenden, dazu kommen Praktika. Nach der Ausbildung wirst du zum Diakon geweiht und musst in den ersten Berufsjahren Weiterbildungen absolvieren.
In der evangelischen Kirche kombinierst du eine Berufsausbildung oder ein Studium mit einer theologisch-diakonischen Ausbildung. Am Ende musst du eine Prüfung bestehen, erst dann werden Diakone eingesegnet. Folgende Wege sind z. B. möglich:
- Ausbildung zum Erzieher + Zusatzqualifikation
- Ausbildung zum Heilerziehungspfleger + Zusatzqualifikation
- Ausbildung zum Sozialassistent / Sozialpädagogischen Assistent + Zusatzqualifikation
- Bachelor Soziale Arbeit mit diakonisch-theologischem Profil
- Bachelor Religionspädagogik / Gemeindepädagogik mit diakonischer Ausrichtung
- Bachelor Diakonik / Soziale Arbeit (kombiniert, je nach Hochschule anders benannt)
Wie lange dauert die Ausbildung als Diakon?
Die Dauer der Ausbildung hängt stark vom gewählten Weg ab. In der evangelischen Kirche dauert die Ausbildung mindestens 5 Jahre, wovon meist 3 Jahre auf eine Berufsausbildung und 2 Jahre auf eine theologisch-diakonische Ausbildung entfallen. Kombinierst du einen sozialen Beruf, zum Beispiel Erzieher, mit der Diakonenausbildung, sind es ca. 4 Jahre. Wählst du ein Bachelorstudium in z. B. Sozialer Arbeit oder Religionspädagogik, planst du in der Regel 6 bis 7 Semester ein. Dazu kommt manchmal noch ein Anerkennungsjahr oder eine zusätzliche kirchliche Abschlussphase. Die Ausbildung zur Diakonin schließt mit einer Prüfung ab, die du bestehen musst. Dann werden Diakone eingesegnet.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Diakon?
In der Ausbildung zum Diakon lernst du viele Inhalte aus verschiedenen Bereichen kennen. Es geht um Glauben, Pädagogik und soziale Arbeit. Du beschäftigst dich mit der Bibel, kirchlicher Tradition und Fragen des Glaubens im Alltag. Gleichzeitig lernst du, Gruppen anzuleiten, Projekte zu planen und mit Konflikten umzugehen. Typische Inhalte der diakonischen Weiterbildung sind zum Beispiel:
- Grundlagen der Theologie und Ethik
- Pädagogik, Psychologie und Gesprächsführung
- Methoden der Kinder- und Jugendarbeit
- Sozialrecht und Grundlagen der Sozialen Arbeit
In Praktika setzt du das Gelernte direkt um und sammelst Erfahrungen mit unterschiedlichen Zielgruppen. So merkst du, welche Arbeitsfelder dir besonders liegen und wo deine Stärken im Umgang mit Menschen sind.
Für die Ausbildung zum Diakon brauchst du vor allem Freude am Umgang mit Menschen und Interesse am christlichen Glauben. Schulisch wird meist mindestens ein mittlerer Schulabschluss oder Fachabitur verlangt, oft auch Abitur, besonders für Studiengänge. Du solltest bereit sein, in der Kirche mitzuleben, Gottesdienste zu besuchen und deinen Glauben offen zu zeigen. Wichtig sind außerdem Empathie, Belastbarkeit und die Fähigkeit, gut zuzuhören. Praktische Erfahrungen, zum Beispiel in Jugendgruppen, Freizeiten oder sozialen Projekten, sind ein Plus. Manche Träger erwarten eine Kirchenmitgliedschaft. Ein klares Führungszeugnis und gesundheitliche Eignung sind ebenfalls häufige Voraussetzungen.
Willst du in der evangelischen Kirche Diakon werden, musst du Kirchenmitglied sein und eine Berufsausbildung in einem Sozial- oder Pflegeberuf mitbringen. Du solltest nicht älter als 35 Jahre sein.
In der evangelischen Kirchen können sowohl Männer als auch Frauen Diakon bzw. Diakonin werden, in der katholischen Kirchen ausschließlich Männer. Sie müssen außerdem eine theologische Ausbildung, ein Theologiestudium oder eine Berufsausbildung als Gemeinde- oder Pastoralreferent vorweisen. Für die Arbeit können sich Katholiken zudem dem Zölibat verpflichten – müssen es aber nicht.
- Religion
- Psychologie/Pädagogik
- Ethik/Philosophie
- Einfühlungsvermögen
- Psychische Belastbarkeit
- Organisationstalent
- Umfeld: Kirche, Büroräume, soziale Einrichtungen
- Umgang mit alten, kranken oder verletzten Personen
- Unregelmäßige Arbeitszeiten
Ähnliche Ausbildungsberufe
Wer für die römisch-katholische Kirche tätig ist, muss nach der Diakonweihe ohnehin verpflichtende Weiterbildungen absolvieren. Doch auch darüber hinaus kannst du Fortbildungen in bestimmten Bereichen machen, zum Beispiel Jugendhilfe, Trauerbegleitung oder Suchtberatung. Auch Weiterbildungen in Leitung, Projektmanagement oder Supervision sind möglich. Mit einem Bachelorabschluss kannst du später einen Master in Sozialer Arbeit, Pädagogik oder Theologie anschließen. So eröffnest du dir Chancen auf Leitungsfunktionen, zum Beispiel in Einrichtungen, Fachstellen oder in der kirchlichen Verwaltung.
Manche Diakoninnen und Diakone wechseln später in die Erwachsenenbildung oder arbeiten als Dozent an Fachschulen. Durch gezielte Weiterbildung kannst du dein Profil schärfen und in Bereichen arbeiten, die dir besonders am Herzen liegen.
Die Ausbildung zum Diakon bietet dir viele Möglichkeiten, mit Menschen zu arbeiten und deinen Glauben praktisch zu leben. Du bist in christlichen Gemeinden, sozialen Einrichtungen oder Projekten unterwegs und gestaltest das Miteinander aktiv mit. Der Beruf ist abwechslungsreich, manchmal herausfordernd, aber oft sehr sinnstiftend. Du brauchst Offenheit, Einfühlungsvermögen und Bereitschaft zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten. Dafür bekommst du dankbare Begegnungen und das Gefühl, wirklich etwas zu bewegen. Mit Weiterbildungen kannst du dich spezialisieren und Verantwortung übernehmen. Wenn du dich für Glauben, soziale Themen und praktische Arbeit interessierst, könnte der Beruf genau das richtige für dich sein.
Der Arbeitsmarkt als Diakon ist für dich recht solide, besonders in sozialen und kirchlichen Einrichtungen. Du findest Stellenangebote bei Trägern, die Beratung, Betreuung und Bildungsarbeit anbieten. Als Diakon arbeitest du oft in Vollzeit, manchmal auch in Teilzeit. Mit praktischer Erfahrung und passender Ausbildung steigen deine Chancen auf einen sicheren Job. Auch in ländlichen Regionen gibt es regelmäßig neue Stellen.
Grundsätzlich ist der Beruf Diakon für Quereinsteiger möglich, wenn du bereit bist, eine passende Ausbildung oder ein Studium zu machen. Viele bringen schon Erfahrung aus sozialer Arbeit, Pädagogik oder Beratung mit. Als Diakon hilft dir jede Praxis mit Menschen. Wichtig ist, dass du dich langfristig auf diese Aufgabe einlassen willst. So kannst du dein bisheriges Berufsleben sinnvoll einbauen.
Als Diakon brauchst du vor allem soziale und kommunikative Fähigkeiten. Du solltest gut zuhören können, verständlich erklären und Konflikte ruhig klären. Für die Arbeit als Diakon sind Empathie, Geduld und Belastbarkeit wichtig. Außerdem hilft dir Organisationstalent, um Gruppenangebote, Projekte und Veranstaltungen zu planen und mit verschiedenen Teams abzustimmen. Auch ein sicheres Auftreten vor Gruppen ist von Vorteil.
Teste deine Stärken, gib deine Wünsche an und sieh sofort, welche Stellen wirklich zu dir passen. Wissenschaftlich fundiert, kostenlos und treffsicher in nur 20 Minuten zum Traumberuf.
Zum Berufswahltest- AOK Bayern – Die Gesundheitskasse
- 01.09.2027
-
Mehrere Standorte
- Oberlandesgericht Stuttgart
- 01.09.2026
-
Mehrere Standorte
- Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
- 01.10.2026
-
16515 Oranienburg
- BKK firmus KdöR
- 01.08.2026
-
45141 Essen
- F.E.L.S Rechtsanwälte Bayreuth PartG mbB
- 01.09.2026
-
95444 Bayreuth
- Oberlandesgericht Karlsruhe
- 01.09.2026
-
Mehrere Standorte
Beliebte Berufe
Weitere Infos
Bildnachweis: „Diakon bei der Arbeit“ ©Zoran - stock.adobe.com, „Diakone engagieren sich in Kindergärten“ ©Jacob Lund Photography - stock.adobe.com