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Notarfachangestellter / Notarfachangestellte
Ausbildung & Beruf

Ausbildungsgehalt 941 – 1.161 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Ausbildungsart duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss i. d. R. Mittlere Reife

Was macht ein Notarfachangestellter (m/w/d)?

Als Notarfachangestellter (NoFa) unterstützt du als „rechte Hand“ den Notar bei seiner Arbeit. Das bedeutet, dass du bei Beurkundungen vorbereitende und begleitende Arbeiten übernimmst. Die Bereiche der Beurkundung sind vielfältig und betreffen beispielsweise den Haus- und Wohnungskauf, Vorsorgevollmachten, Testamente oder Eheverträge. Um jederzeit einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, stehst du im Kontakt mit den Gerichten und Behörden. Du holst Informationen ein und nimmst Aufträge für Beurkundungen entgegen.

Außerdem betreust du die Mandanten und vereinbarst die Termine. Die Termine bereitest du vor, indem du alle benötigten Unterlagen zusammensuchst. Hat ein Mandant Fragen zu seinen Unterlagen, beantwortest du diese im Rahmen deiner Möglichkeiten.

Neben den organisatorischen Aufgaben bereitest du die Entwürfe für Urkunden vor oder erstellst Schriftstücke. Diese fallen beispielsweise in den Bereichen Vollmacht, eidesstattliche Versicherungen oder Beglaubigung an. Zusätzlich übernimmst du kaufmännische Aufgaben, indem du Gebühren berechnest, Rechnungen stellst und die Zahlungseingänge verbuchst.

Wo kann ich als Notarfachangestellter arbeiten?

Als Notarfachangestellter arbeitest du vor allem in Notariaten. Dort wirst du in allen Bereichen rund um Beurkundungen eingesetzt. Mit deinem Wissen kannst du aber auch in anderen Branchen Fuß fassen. Dazu zählen Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat, Inkassobüros oder sogar Banken, in denen rechtliche Dokumente und Verträge geprüft werden

Der Arbeitsplatz ist in der Regel ein Büro. Du telefonierst viel, schreibst an Dokumenten, pflegst Akten und organisierst Termine. In größeren Notariaten kannst du dich auf Themen wie Immobilienrecht oder Gesellschaftsrecht spezialisieren.

Arbeitszeiten als Notarfachangestellte

Als Notarfachangestellter arbeitest du meist zu festen Bürozeiten. Dein Alltag ist dabei in der Regel planbar, Dienstreisen kommen nur selten vor. Der Kontakt mit Mandanten, Behörden und Gerichten findet oft telefonisch oder im Büro statt. Hektik gibt es normalerweise wenig, doch wenn Fristen näher rücken oder Unterlagen fehlen, kann es auch mal stressiger werden.

Du führst einen Terminkalender, erinnerst an Fristen und koordinierst Besprechungen. Das meiste erledigst du am Schreibtisch, manchmal bist du bei Beurkundungen im Besprechungsraum dabei. Insgesamt bietet dir der Beruf als Notarfachangestellter eine gute Work-Life-Balance mit verlässlichen Zeiten.

Wie viel verdient ein Notarfachangestellter?

Nach der Ausbildung startest du als Notarfachangestellter im öffentlichen Dienst häufig mit rund 2.900 bis 4.100 Euro brutto im Monat, je nach Region, Kanzlei und Erfahrung. Mit Berufspraxis und Verantwortung kann dein Gehalt auch noch deutlich steigen.

Wichtig: In Ballungsräumen und größeren Einheiten sind oft höhere Gehälter möglich. Gleichzeitig unterscheiden sich Löhne je nach Bundesland deutlich – südliche und wirtschaftsstarke Regionen zahlen häufig besser als strukturschwächere Gebiete.

Wie viel verdient ein Notarfachangestellter in der Ausbildung?

Dein Ausbildungs-Gehalt als Notarfachangestellte bzw. Notarfachangestellter ist nicht einheitlich geregelt, sondern wird von jedem Ausbildungsbetrieb frei vereinbart. Allerdings geben die Rechtsanwalts- und Notarkammern und der Deutsche Anwaltverein (DAV) Empfehlungen für eine angemessene Ausbildungsvergütung. Bundesweit sind beispielsweise Empfehlungen in den folgenden Spannbreiten üblich:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 941 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 1.053 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.161 Euro

Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Notarfachangestellter Gehaltsseite.

Wie läuft die Ausbildung zum Notarfachangestellten ab?

In deiner Ausbildung zum Notarfachangestellten bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb übernimmst du konkrete Aufgaben und lernst die praktische Seite des Berufsbildes kennen. Das theoretische Hintergrundwissen wird dir in der Berufsschule vermittelt.

Am Anfang des 2. Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung, die aus mehreren Prüfungsbereichen besteht. Nach Bestehen deiner Prüfung darfst du dich staatlich anerkannter Notarfachangestellter nennen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Notarfachangestellter?

Die reguläre Ausbildung zum Notarfachangestellter dauert 3 Jahre. In dieser Zeit durchläufst du verschiedene Stationen im Notarbüro und vertiefst parallel in der Berufsschule die Theorie. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung verkürzt werden, zum Beispiel bei sehr guten Leistungen oder wenn du bereits eine passende Vorbildung mitbringst.

Als Notarfachangestellter profitierst du von diesem klaren Ablauf: Du startest mit organisatorischen Aufgaben und bekommst nach und nach mehr Verantwortung. So wächst du Schritt für Schritt in die rechtlichen Abläufe hinein und wirst professionell auf die Abschlussprüfung vorbereitet.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Notarfachangestellter?

In der Berufsschule lernst du die Rechtsgebiete, die du im Notariat brauchst: Familienrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Erbrecht und Zivilrecht. Dazu kommen Deutsch für sicheres Schreiben, Mathe für Gebühren und Buchführung sowie oft Englisch oder eine andere Fremdsprache für grenzüberschreitende Fälle.

Im Betrieb dagegen übst du Mandantenkontakt, Urkundsentwürfe, Grundbuch- und Handelsregistervorgänge und den Umgang mit notarspezifischer Software. Zu den typischen Inhalten gehören:

  • Rechtliche Grundlagen: BGB, Beurkundung, Grundbuch- und Registervorgänge
  • Urkunden und Schriftverkehr: Entwürfe, Vollmachten, Beglaubigungen
  • Organisation: Aktenführung, Fristen, Terminplanung, Kommunikation
  • Kaufmännisches: Gebührenberechnung, Rechnungen, Buchführung

Als Notarfachangestellter setzt du das Gelernte direkt im Büroalltag um. Dadurch verbesserst du deine Sicherheit in der Praxis Woche für Woche.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Notarfachangestellten

Formal kannst du mit verschiedenen Schulabschlüssen starten. Empfohlen wird oft die Mittlere Reife; viele Azubis bringen sogar (Fach‑)Abitur mit. Gute Noten in Deutsch, Mathe und Wirtschaft/Recht sind hilfreich, aber auch kein Muss. Wichtiger sind dein Interesse an Gesetzen, Sorgfalt, Genauigkeit, Durchhaltevermögen und ein klarer schriftlicher Ausdruck.

Weiter solltest du gern im Team arbeiten, freundlich auftreten und vertrauliche Informationen diskret behandeln. Wenn du diese Stärken mitbringst, hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Schulfächer
  • Mathe
  • Wirtschaft/Recht
  • Deutsch
Stärken
  • Analytische Fähigkeiten
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Durchhaltevermögen
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: Büro
  • Feste Zeiten
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Eine Tätigkeit im Bereich Verwaltung, Öffentlicher Dienst & Recht kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung und Karrierechancen als Notarfachangestellte

Nach der Ausbildung hast du mehrere Wege: Mit Aufstiegsfortbildungen wie dem Fachwirt – Notariat, Fachwirt – Recht oder Betriebswirt – Recht kannst du beispielsweise mehr Verantwortung übernehmen und dein Gehalt steigern.

Eine gute Option ist darüber hinaus der Weg über ein Studium. Passende Studiengänge sind:

Spannend ist auch der öffentliche Dienst: In Bayern und der Pfalz kannst du nach Auswahlverfahren Inspektor im Notardienst werden. Diese Weiterbildung führt dich in eine fachliche und leitende Rolle mit tariflicher Bezahlung nach TV‑L und klaren Aufstiegsmöglichkeiten. Grundsätzlich sind deine Zukunftsaussichten als Notarfachangesteller stabil, weil Beurkundungen und Beglaubigungen dauerhaft gebraucht werden.

Fazit: Vielfältige Chancen als Notarfachangestellter

Als Notarfachangestellte arbeitest du nah an wichtigen Lebensentscheidungen und sorgst dafür, dass alles rechtlich korrekt abläuft. Du hast planbare Zeiten, klare Aufgaben und gute Perspektiven: vom Fachwirt bis zum Inspektor im Notardienst ist viel drin. Schon in der Ausbildung wächst du Schritt für Schritt in die Praxis hinein. Beim Gehalt kannst du mit einem soliden Einstieg rechnen und dich durch Erfahrung und Weiterbildungen steigern.

Wenn du sorgfältig bist, gern organisierst und Interesse an Recht hast, passt der Beruf Notarfachangestellter richtig gut zu dir.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Auf dem Arbeitsmarkt hast du als Notarfachangestellter aktuell ziemlich gute Chancen. In vielen Notariaten werden ständig neue Mitarbeiter für Büroorganisation, Urkunden und Mandantenbetreuung gesucht. Die Jobs gelten als sicher, weil Verträge, Immobilienkäufe und Beglaubigungen immer gebraucht werden. Du findest Stellenangebote in Großstädten und kleineren Orten, oft in Vollzeit, manchmal auch in Teilzeit.

Grundsätzlich ist der Job als Notarfachangestellter auch für Quereinsteiger möglich. Am leichtesten klappt es, wenn du schon Erfahrung im Büro, in der Verwaltung oder im kaufmännischen Bereich hast. Viele starten über eine Umschulung, Weiterbildung oder ein Praktikum im Notariat. Wichtiger als perfekte Vorkenntnisse sind Motivation, Lernbereitschaft und zuverlässiges Arbeiten mit sensiblen Unterlagen.

Für den Beruf Notarfachangestellter brauchst du vor allem ein gutes Auge für Details und Spaß an Büroarbeit. Du solltest konzentriert arbeiten können, ordentlich schreiben und dich schriftlich klar ausdrücken. Sichere Deutschkenntnisse, Organisationstalent und ein sicherer Umgang mit Computer und Textverarbeitung sind wichtig. Außerdem helfen dir Freundlichkeit, Diskretion und Teamfähigkeit im Umgang mit Mandanten.

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Ausbildungsgehalt (brutto pro Monat)
1. Ausbildungsjahr
941 €
2. Ausbildungsjahr
1.053 €
3. Ausbildungsjahr
1.161 €
Freie Ausbildungsplätze
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Ausbildung zum/zur Notarfachangestellten bei Notar Dr. Florian Mächtel in Oberviechtach

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