Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte
Ausbildung & Beruf
Was macht ein Rechtsanwaltsfachangestellter (m/w/d)?
Als Rechtsanwaltsfachangestellter (ReFa) unterstützt du als „rechte Hand“ die Rechtsanwälte bei ihren vielfältigen Aufgaben. Du übernimmst beispielsweise organisatorische Aufgaben, indem du Termine koordinierst. Dabei handelt es sich nicht nur im Termine mit Mandanten, sondern beispielsweise auch um Gerichtstermine. Zusätzlich beachtest du die Fristen, sodass rechtzeitig alle Unterlagen bereitliegen. Außerdem fertigst du als ReFa Schriftsätze an, die verschiedene Angelegenheiten betreffen.
Auch kaufmännische Tätigkeiten kommen auf dich zu. Du berechnest Forderungen für die verschiedenen Angelegenheiten der Mandanten oder leitest bei Verzug der Zahlung ein Mahnverfahren ein. Findet die Mahnung keine Beachtung, leitest du sogar Zwangsvollstreckungen in die Wege.
Im Alltag eines Rechtsanwaltsfachangestellter wechselst du zwischen Büroarbeit und direktem Austausch, etwa am Empfang oder telefonisch. Du bereitest Unterlagen für Gerichtstermine vor, legst Gebühren fest und kontrollierst Zahlungseingänge. So hältst du auch als Rechtsanwaltsfachangestellter die Kanzlei am Laufen und sorgst dafür, dass alles pünktlich, korrekt und gut organisiert erledigt wird.
Wo kann ich als Rechtsanwaltsfachangestellter arbeiten?
Die meisten starten als Rechtsanwaltsfachangestellter in einer Anwaltskanzlei. Dort arbeitest du eng mit Anwälten zusammen und bist Ansprechperson für Mandanten. Mit deiner Ausbildung kannst du aber auch in Inkassobüros, Mahnabteilungen großer Unternehmen, bei Banken, Versicherungen oder in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften arbeiten.
Je nach Arbeitgeber unterscheiden sich Aufgaben und Tempo: In kleinen Kanzleien übernimmst du oft viele Bereiche, in großen Einheiten spezialisierst du dich stärker. Als Rechtsanwaltsfachangestellter findest du zudem in Großstädten mehr Chancen. Denn dort gibt es mehr Kanzleien und oft höhere Anforderungen, aber auch bessere Entwicklungsmöglichkeiten.
Als Rechtsanwaltsfachangestellter arbeitest du in der Regel werktags zu festen Bürozeiten. In vielen Kanzleien liegt der Fokus auf klassischen 8-Stunden-Tagen, zum Beispiel zwischen 8 und 17 Uhr, oft mit Gleitzeit-Regelung. Rund um Gerichtstermine oder enge Fristen kann es mal länger werden. Dafür bekommst du häufig Ausgleich oder nimmst Überstunden später frei.
Ausbildungsorte als Rechtsanwaltsfachangestellter
Wie viel verdient ein Rechtsanwaltsfachangestellter?
Als Rechtsanwaltsfachangestellter kannst du nach der dualen Ausbildung mit einem soliden Einstiegsgehalt im Monat rechnen. Die Höhe variiert allerdings je nach Region, Kanzleigröße, Erfahrung oder Branche. Im Versicherungsgewerbe beispielsweise kannst du mit einem Einstiegsgehalt von 3.000 bis 5.100 Euro rechnen. Bist du dagegen im Bankgewerbe tätig, sind rund 2.900 bis 4.500 Euro üblich.
In Großkanzleien und in größeren Städten wie München oder Frankfurt liegen die Gehälter oftmals höher als in kleineren Orten. Außerdem steigt dein Gehalt mit wachsender Berufserfahrung weiter an. Auch Weiterbildungen wirken sich positiv aus.
Wie viel verdient ein Rechtsanwaltsfachangestellter in der Ausbildung?
Dein Ausbildungsgehalt als Rechtsanwaltsfachangestellte ist nicht einheitlich geregelt, sondern wird von jedem Ausbildungsbetrieb frei vereinbart. Allerdings gibt die Rechtsanwaltskammer Empfehlungen für eine angemessene Ausbildungsvergütung:
- im 1. Ausbildungsjahr: 940 Euro
- im 2. Ausbildungsjahr: 1.047 Euro
- im 3. Ausbildungsjahr: 1.144 Euro
Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Rechtsanwaltsfachangestellter Gehaltsseite.
Wie läuft die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter ab?
Die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter ist dual. Du lernst also im Betrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb übernimmst du echte Aufgaben: vom Telefon bis zur Aktenführung. In der Schule bekommst du das rechtliche und kaufmännische Fundament, zum Beispiel zum Mahnverfahren oder Zivilrecht.
Am Anfang des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung, am Ende der Ausbildung wartet die Abschlussprüfung mit 4 schriftlichen Prüfungsteilen (in den Bereichen Geschäfts- und Leistungsprozesse, Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich, Vergütung und Kosten, Wirtschafts- und Sozialkunde) und einem mündlichen Prüfungsteil im Fach Mandantenbetreuung auf dich.
Wie lange dauert die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter?
Die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter dauert regulär 3 Jahre. Mit sehr guten Leistungen oder passender Vorbildung kannst du unter bestimmten Voraussetzungen aber auch verkürzen, zum Beispiel auf 2,5 Jahre.
Während der gesamten Zeit wechselst du zwischen Kanzlei und Berufsschule. Die Ausbildungsordnung ist bundesweit einheitlich. Das heißt, die Inhalte und Prüfungen sind klar geregelt. Für dich bedeutet das: Du weißt früh, welche Themen kommen und wie du dich vorbereiten kannst.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Rechtsanwaltsfachangestellter?
In der Ausbildung lernst du, wie Kanzleialltag und Recht zusammenlaufen. Du übst, Mandanten freundlich zu beraten, Schriftstücke korrekt zu erstellen und Fristen sicher zu managen. Außerdem beschäftigst du dich mit Gebührenrecht, Kostenrechnungen und dem gerichtlichen Mahnverfahren. Typische Inhalte sind:
- Rechtspflege, Zivilrecht und Zivilprozessrecht
- Gebühren- und Kostenrecht, Rechnungswesen
- Mahn- und Vollstreckungsverfahren
- Büroorganisation, Aktenführung, Fristenkontrolle
- Korrespondenz, Schriftsatzvorbereitung, Mandantenbetreuung
Diese Schwerpunkte erwarten dich im Betrieb praktisch und in der Schule theoretisch. Dadurch wirst du schnell ein wertvolles Teammitglied in der Kanzlei.
Eine Tätigkeit im Bereich Verwaltung, Öffentlicher Dienst & Recht kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:
Rein formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis starten viele mit Mittlerer Reife in die Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter. Gute Deutschkenntnisse helfen dir bei Schriftsätzen und in der Kommunikation, Mathe ist für Gebühren und Kosten wichtig. Wichtiger als Zeugnisnoten sind deine Stärken: Du arbeitest sorgfältig, bist verschwiegen und behältst den Überblick. Interesse an Wirtschaft und Recht ist darüber hinaus auch ein Plus.
Als angehender Rechtsanwaltsfachangestellter punktest du außerdem mit Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und dem Blick fürs Detail. Wenn du gerne organisierst und Menschen hilfst, bringst du die besten Voraussetzungen für den Beruf Rechtsanwaltsfachangestellter mit.
- Mathe
- Deutsch
- Wirtschaft/ Recht
- Sorgfalt & Genauigkeit
- Analytische Fähigkeiten
- Selbstorganisation
- Umfeld: Büro
- Feste Zeiten
- Dienstreisen nur in Ausnahmefällen
Ähnliche Ausbildungsberufe
Nach der Ausbildung musst du nicht stehen bleiben. Als Rechtsanwaltsfachangestellter kannst du dein Wissen in Lehrgängen aktuell halten, dich spezialisieren oder per Aufstiegsfortbildung mehr Verantwortung übernehmen. Beliebt ist die Weiterbildung zum Rechtsfachwirt. Damit öffnest du dir Wege in Organisation, Teamleitung und höhere Gehaltsstufen. Auch der Fachwirt für Büro- und Projektorganisation ist eine Option. Mit Hochschulzugang ist zudem ein Studium möglich. Passende Studiengänge sind unter anderem:
- Rechtswissenschaft
- Wirtschaftsrecht
- Öffentliches Recht
In großen Kanzleien kannst du dich als Rechtsanwaltsfachangestellter zudem auf Bereiche wie Gebührenrecht, Zwangsvollstreckung oder Fristenmanagement spezialisieren.
Als Rechtsanwaltsfachangestellter kombinierst du Menschenkenntnis, Organisation und Recht. Die Ausbildung ist klar strukturiert, nah an der Praxis und bringt dir solide Startgehälter. Es gibt natürlich auch Luft nach oben, je nach Region, Arbeitgeber und Qualifikation.
Du findest Jobs in Kanzleien, aber auch in Unternehmen, Inkassos oder Versicherungen. Wenn du sorgfältig arbeitest, gerne planst und Spaß an rechtlichen Themen hast, bietet dir der Beruf Rechtsanwaltsfachangestellter starke Perspektiven. So sicherst du dir einen abwechslungsreichen Alltag und gute Entwicklungschancen, vom Berufseinstieg bis zur Weiterbildung.
Auf dem Arbeitsmarkt hast du als Rechtsanwaltsfachangestellter gute Chancen, weil Kanzleien, Unternehmen und manchmal Behörden ständig Unterstützung im Büro brauchen. Du planst Termine, führst Akten und schreibst Schreiben für Anwälte. Viele Stellen findest du über Jobbörsen oder direkt bei Kanzleien. Mit Erfahrung als Rechtsanwaltsfachangestellter kannst du dich weiterbilden. So bleibst du langfristig flexibel.
Für Quereinsteiger ist der Beruf Rechtsanwaltsfachangestellter gut geeignet, wenn du Büroarbeit magst und sorgfältig bist. Du kannst zum Beispiel über eine Umschulung oder eine neue Ausbildung einsteigen. In einer Kanzlei lernst du Aktenführung, Fristenkontrolle und Mandantenkontakt. Als Rechtsanwaltsfachangestellter profitierst du von klaren Strukturen und kannst dich mit Fortbildungen weiterentwickeln. Vorherige Erfahrung im Büro ist dabei hilfreich.
Um als Rechtsanwaltsfachangestellter zu überzeugen, brauchst du vor allem Organisationstalent und ein gutes Zeitmanagement. Du arbeitest viel am Computer, schreibst Briefe und führst digitale Akten. Auch Konzentration, Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit sind wichtig. Im Umgang mit Mandanten hilft dir eine freundliche Art. Als Rechtsanwaltsfachangestellter solltest du außerdem gern im Team arbeiten. Sauberes Deutsch in Wort und Schrift ist ebenfalls sinnvoll.
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